WWF-Artenschutzkoffer – Ausleihangebot der BUND Regionalgruppe Chemnitz
Mit dem Artenschutzkoffer sollen die biologische Vielfalt sowie die Problematik der Wilderei und des Handels mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten verständlich und erlebbar vermittelt werden. Die BUND Regionalgruppe Chemnitz hat einen dieser Artenschutzkoffer nach der Schließung des Umweltzentrums übernommen, um ihn weiterhin für Umweltbildungsangebote bereitzustellen und interessierten Bildungseinrichtungen, Vereinen und Initiativen zugänglich zu machen.
Das ursprüngliche Projekt ist auf den WWF-Seiten nicht mehr aktiv verfügbar. Eine direkte Bestellung oder der Abruf über die dortigen Projektseiten ist daher nicht mehr möglich. Der Koffer kann jedoch weiterhin über die BUND Regionalgruppe Chemnitz angefragt und ausgeliehen werden.
Bitte beachten Sie, dass von unserer Seite kein pädagogisches Personal zur Begleitung der Angebote gestellt werden kann. Der Koffer wird ausschließlich zur Ausleihe bereitgestellt. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte können die Inhalte jedoch eigenständig und flexibel im Unterricht oder im Rahmen von Projekttagen einsetzen.
Der Koffer enthält zahlreiche Asservate, die ursprünglich vom Zoll beschlagnahmt und für Bildungszwecke zur Verfügung gestellt wurden. Er wurde für den Einsatz in der Sekundarstufe I konzipiert, bietet jedoch ebenso vielfältige Einsatzmöglichkeiten für jüngere Schülerinnen und Schüler sowie für Bildungsangebote mit Jugendlichen und Erwachsenen.
Warum ist das wichtig? - Tourismus und seine Auswirkungen auf bedrohte Arten
(Bild von Lisa Larsen auf Pixabay)
Die Verlockung, ein besonderes Urlaubssouvenir mit nach Hause zu bringen, ist groß und gut nachvollziehbar. Dennoch ist es wichtig, genau hinzuschauen, welche Gegenstände mitgenommen werden dürfen und welche nicht. In vielen Reiseländern floriert der Handel mit Produkten aus geschützten Tier- und Pflanzenarten, weil die Nachfrage hoch ist und das schnelle Geschäft mit Touristinnen und Touristen lukrativ erscheint.
Für Reisende ist jedoch häufig nicht erkennbar, ob ein Souvenir aus einer geschützten Art hergestellt wurde oder legal gehandelt werden darf. An Marktständen oder in Souvenirläden fehlen oft eindeutige Kennzeichnungen, und die Herkunft der verwendeten Materialien lässt sich in der Regel nicht nachvollziehen. Ebenso bleibt meist unbekannt, wie die Tiere oder Pflanzen gewonnen wurden, unter welchen Bedingungen sie gefangen oder getötet wurden und ob dies legal geschah.
Dabei geht es nicht nur um offensichtliche Produkte wie Elfenbeinschmuck, Taschen aus Krokodilleder oder Schuhe aus Schlangenhaut. Auch vermeintlich harmlose Mitbringsel wie Muscheln, Korallen, Tropenhölzer oder traditionelle Heilmittel aus tierischen Bestandteilen können problematisch sein. Viele Urlauberinnen und Urlauber kaufen solche Gegenstände in gutem Glauben und sind sich der ökologischen Folgen nicht bewusst.
Doch die Nachfrage bestimmt das Angebot: Jeder Kauf schafft einen wirtschaftlichen Anreiz, weitere Tiere und Pflanzen der Natur zu entnehmen und zu verarbeiten. Dadurch kann der illegale oder nicht nachhaltige Handel gefördert werden und langfristig zum Rückgang bedrohter Arten beitragen. Umgekehrt gilt: Werden solche Souvenirs nicht gekauft, sinkt die Nachfrage – ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt und der Ökosysteme in den Herkunftsländern.
Wer sich vor dem Kauf informiert und bewusst auf problematische Souvenirs verzichtet, leistet einen aktiven Beitrag zum weltweiten Artenschutz und vermeidet gleichzeitig mögliche Schwierigkeiten bei der Rückkehr und der Zollkontrolle.
Um insbesondere junge Menschen für diese Zusammenhänge zu sensibilisieren, stellt der WWF seit 2013 Artenschutzkoffer für Bildungszwecke zur Verfügung. Einer dieser Koffer befindet sich bei der BUND Regionalgruppe Chemnitz.
Inhalte des Artenschutzkoffers
(BUND RG Chemnitz)
Im WWF-Artenschutzkoffer befinden sich ausgewählte Asservate aus dem illegalen Handel, die vom Zoll beschlagnahmt und dem WWF für Bildungszwecke überlassen wurden. Dazu gehören unter anderem:
- Handtaschen und Geldbörsen aus Leder geschützter Tierarten,
- Schuhe und Schmuck aus Elfenbein,
- Produkte aus Reptilienhäuten und Fellen,
- Korallen und weitere typische Urlaubssouvenirs,
- sowie ergänzende Anschauungsobjekte.
Die Exponate verdeutlichen eindrucksvoll, welche Auswirkungen der internationale Handel auf bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben kann und wie alltägliche Kaufentscheidungen den Schutz oder die Gefährdung der Artenvielfalt beeinflussen.
Pädagogische Materialien
Für den Einsatz in der Umweltbildung enthält der Koffer außerdem verschiedene didaktische Materialien, darunter:
- ein Artenschutz-Memory,
- ein Sinnesprotokoll,
- Steckbriefe zu den einzelnen Asservaten,
- sowie weitere Arbeits- und Informationsmaterialien zur anschaulichen Vermittlung von Artenwissen und den Hintergründen des internationalen Artenschutzes.
Ergänzende Materialien zu Wolf und Luchs
Spuren, Schädelreplikate und weitere Anschauungsobjekte zu Wolf und Luchs ergänzen den Artenschutzkoffer und unterstützen die Gestaltung abwechslungsreicher Umweltbildungsveranstaltungen.
(BUND RG Chemnitz)
Neben den Asservaten zum internationalen Artenschutz enthält der Koffer auch Materialien zu den heimischen Großraubtieren Wolf und Luchs. Dazu gehören unter anderem:
- ein Schädelreplikat,
- eine etwa vier Meter lange Abbildung einer Wolfsspur (aufgerollt),
- Fährtenabdrücke von Wolf und Luchs,
- Nachbildungen ihrer Krallen
- sowie Infomaterial.
Diese Materialien eignen sich hervorragend für schulische und außerschulische Bildungsangebote und ermöglichen einen anschaulichen Zugang zu den beiden Tierarten.
Wolf und Luchs gehören seit einigen Jahren wieder zur heimischen Fauna Deutschlands. Insbesondere die Rückkehr des Wolfs wird in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Gründe dafür sind unter anderem Vorurteile, Unsicherheiten im Umgang mit der Art sowie Konflikte durch Nutztierrisse in einigen Regionen. Der Artenschutzkoffer bietet die Möglichkeit, diese Themen sachlich zu behandeln, Mythen von Fakten zu unterscheiden und Wissen über die Lebensweise sowie die ökologische Bedeutung der Tiere zu vermitteln.
Zielgruppe
Der Artenschutzkoffer im Einsatz bei den Jungen Naturwächtern in Chemnitz: Mit echten Anschauungsobjekten wird globaler Artenschutz greifbar und verständlich.
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Das Angebot richtet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, kann jedoch – je nach Ausgestaltung der Veranstaltung – ebenso erfolgreich mit jüngeren Kindern sowie in Bildungsangeboten für Jugendliche und Erwachsene eingesetzt werden. Die vielfältigen Materialien ermöglichen eine zielgruppengerechte Vermittlung und lassen sich flexibel an unterschiedliche Alters- und Wissensstufen anpassen.
Der WWF-Artenschutzkoffer soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Folgen des internationalen Artenhandels zu stärken und aufzuzeigen, dass jeder Mensch durch informierte Entscheidungen im Alltag und auf Reisen einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten kann. Schon der bewusste Verzicht auf problematische Souvenirs kann helfen, bedrohte Arten zu schützen und ihre Lebensräume zu bewahren. Gleichzeitig bieten die ergänzenden Materialien zu Wolf und Luchs die Möglichkeit, aktuelle Naturschutzthemen aus der heimischen Tierwelt aufzugreifen und faktenbasiert zu vermitteln.
Material des WWFs
Der WWF-Artenschutzkoffer kann bei der BUND Regionalgruppe Chemnitz für schulische und außerschulische Bildungsangebote ausgeliehen werden.
(BUND RG Chemnitz)
Was als exotisches Mitbringsel erscheint, kann ernste Folgen haben: Der Handel mit in Alkohol eingelegten Schlangen – wie dieser jungen Kobra – belastet Wildtierbestände und bedroht die Artenvielfalt.
(BUND RG Chemnitz)
Auch Lederwaren aus Wildtieren gehören zu den Produkten, die den internationalen Artenschutz vor große Herausforderungen stellen. Dieses Exemplar aus Krokodilleder ist Teil des WWF-Artenschutzkoffers.
(BUND RG Chemnitz)