(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
An diesem Wochenende war es wieder so weit: Die jährliche „Stunde der Wintervögel“ stand an. Bei diesem vom NABU und dem LBV initiierten Citizen-Science-Projekt geht es darum, einen bundesweiten Überblick über die Bestände unserer heimischen Vogelarten zu gewinnen. Dafür sind Menschen aufgerufen, an einem festen Termin eine Stunde lang alle Vögel zu zählen, die sie an einem selbst gewählten Beobachtungsplatz sehen oder hören.
Auch wir luden die Jungen Naturwächter und ihre Familien wie jedes Jahr zu einer gemeinsamen Zählung rund um die Naturschutzstation ein. Aufgrund des winterlichen Wetters – bei etwa –8 °C um 9:30 Uhr – fiel die Beteiligung diesmal leider etwas geringer aus. Dennoch machten wir uns, warm angezogen, gemeinsam mit dem erfahrenen Ornithologen Klaus Müller und einer JuNa-Familie auf den Weg durch die winterliche Umgebung der Naturschutzstation.
Bevor es jedoch richtig mit dem Vögelzählen losging, gab es bereits ein kleines Happy End: Lindas verloren geglaubte Mütze tauchte wieder auf. Ein aufmerksamer Anwohner hatte sie gefunden und an einen Baum unweit der Naturschutzstation gehängt. Zwar war sie etwas eingeschneit, doch nach einer kurzen Wäsche war sie sicherlich wieder einsatzbereit.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Von der Naturschutzstation aus führte die Zählroute zunächst in Richtung der Wiese entlang des Bachlaufs. In diesem Bereich konnten vor allem zahlreiche kleinere Vogelarten festgestellt werden, darunter verschiedene Meisenarten sowie zwei Wintergoldhähnchen in den Fichten. Diese sollten ursprünglich im Dezember 2024 gefällt werden, doch nach Protesten von Anwohnenden und der BUND-Regionalgruppe Chemnitz wurde die Fällung ausgesetzt.
Die Gruppe verweilte hier eine Weile und setzte den Weg anschließend entlang der angrenzenden Häuserblocks fort. Dabei fiel auf, dass viele Anwohnende Futterstellen eingerichtet hatten. Tauben scheinen dabei jedoch nicht besonders beliebt zu sein, denn einige Futterhäuschen waren mit sogenannten „Taubenabwehrstacheln“ versehen, um sie daran zu hindern, den anderen Vögeln das Futter "wegzufressen". Hier gäbe es sicherlich bessere und deutlich tierfreundlichere Methoden.
Zudem konnten mehrere Spechtlöcher in den Hausfassaden entdeckt werden, die offenbar bereits seit mehreren Jahren bestehen. Klaus erklärte uns, dass die Dämmung ein guter Resonanzkörper für Spechte ist: Mit dem sogenannten „Trommeln“ verständigen sich Spechte untereinander und markieren zugleich ihr Revier. Für die Hausdämmung ist dies zwar problematisch, dennoch dienen die entstandenen Löcher zahlreichen Höhlenbrütern zur Aufzucht ihrer Jungen, und auch Fledermäuse nutzen diese Nischen gelegentlich als Quartier.
Anschließend ging es noch einmal über die Wiese weiter zur Ausgleichsfläche der CVAG am Straßenbahndepot. Auch dort zeigte sich eine hohe Artenvielfalt, unter anderem mit Wacholderdrosseln, Kernbeißern und Elstern. Sogar der Ruf einer Haubenmeise war zu hören. Gut, dass wir einen erfahrenen Ornithologen dabeihatten – sonst hätten wir diesen Ruf wohl kaum so schnell und ohne App-Unterstützung einer Art zuordnen können. Es zeigte sich einmal mehr, dass zur Vogelbeobachtung nicht nur der Blick, sondern auch ein gutes Gehör notwendig ist.
Übrigens kommt die bekannte Vogelstimmen-App „BirdNET“ direkt aus Chemnitz: Sie wurde an der TU Chemnitz an der Professur Medieninformatik entwickelt: Klick
Welch ein schöner Zufall am Rande unserer Vogelexkursion: Linda konnte ihre verloren geglaubte Mütze wiederfinden.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Das Schneestapfen strengt ganz schön an. Gut, dass Papa den Schlitten mitgenommen hat.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Manch vermeintlicher Vogelfreund mag scheinbar keine Tauben und bedient sich fragwürdiger Methoden, um sie fern von der Futterstelle zu halten.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Überbleibsel von Slivester liegen leider sehr häufig über Jahre in der Natur und vergiften so unsere Böden und das Grundwasser.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Dann kommen die Tauben zum Fressen einfach in die Naturschutzstation. Hier dürfen auch sie sich den Bauch vollschlagen.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Im Laufe der Beobachtungsrunde wurde es immer kälter und wir traten so langsam den Rückweg an.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Dieses hungrige Eichhörnchen hatte wohl einige seiner Futterverstecke aufgesucht. Daher hatte es noch ein ganz weißes Schneeschnäuzchen.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Unweit der Naturschutzstation konnten die Teilnehmenden ein besonderes Schauspiel beobachten: Eine Möwe lieferte sich einen kurzen Streit mit einer Krähe. Möwen in Chemnitz? Ja, die gibt es tatsächlich – vor allem in der Nähe von Gewässern. Mit den Ferngläsern konnten wir die Möwe sogar als Lachmöwe bestimmen.
Im weiteren Verlauf der Runde ließen sich noch weitere typische Gewässervögel entdecken. An der Ausgleichsfläche überflog ein Schwarm von 11 Kormoranen den Beobachtungstrupp, und ein Graureiher flog sogar ziemlich knapp über die Köpfe der Gruppe hinweg, um anschließend im Bach vergeblich nach einer eisfreien Stelle zu suchen – vermutlich hatte er schon großen Hunger. Aber auch ein Eichhörnchen ließ sich bei diesen eisigen Temperaturen blicken.
Zum Abschluss kehrte die Gruppe zur Naturschutzstation zurück, wo die Beobachtungen gemeinsam kurz ausgewertet wurden. Dabei zeigte sich eine große Überraschung: Wie viele – teils auch ungewöhnliche – Vogelarten sich in so kurzer Zeit entdecken ließen! Ein besonderer Dank gilt unserem Unterstützer und Ornithologen Klaus Müller, der die Zählung mit seiner fachlichen Expertise begleitete, aber auch der JuNa-Familie, die sich trotz eisiger Kälte nicht davon abhalten ließ, mit uns gemeinsam die Vogelarten zu erfassen.
Überraschung zum Abschluss:
Beim Verlassen der Naturschutzstation erlebte Ben noch eine besondere Überraschung: Am Horizont war ein verdächtiges Trompeten zu hören, und schnell erschien eine typische V-Formation größerer Vögel, die über die Naturschutzstation hinweg Richtung Südwesten zog. Es war ein Trupp von etwa 80 Kranichen, die sich wohl aufgrund des extrem kalten und schneereichen Wetters auf den Weg in mildere Gegenden gemacht hatten. Ein einmaliges Erlebnis zum Abschluss dieser Veranstaltung – schade nur, dass keine weiteren JuNas dabei waren
Eine junge Saatkrähe, zu erkennen an ihrem noch dunkleren Schnabel, hat gerade etwas Fressbares entdeckt und begutachtet. Der Schnabel fungiert als Multifunktionswerkzeug und eignet sich hervorragend, um auch unter Schnee nach Nahrung zu suchen.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Hier hatte wohl ein Rabenvogel nach Nahrung gesucht und so typische Spuren im Schnee hinterlassen.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein seltenes Schauspiel über Chemnitz. Typische Formation von Kranichen auf dem Weg nach Südwesten.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Was für ein Erlebnis die Vögel des Glücks über Chemnitz beobachten zu können und dann auch noch passend zur "Stunde der Wintervögel".
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Vogelbeobachtungsliste der Jungen Naturwächter Chemnitz bei der "Stunde der Wintervögel 2026"
Beobachtungen Umgebung der Naturschutzstation und Ausgleichsfläche am Straßenbahndepot:
- Straßentaube (Columba livia f. domestica) 15
- Ringeltaube (Columba palumbus) 3
- Graureiher (Ardea cinerea) 1
- Kormoran (Phalacrocorax carbo) 11
- Lachmöwe (Larus ridibundus) 2
- Mäusebussard (Buteo buteo) 1
- Grünspecht (Picus viridis) 1
- Buntspecht (Dendrocopos major) 5
- Elster (Pica pica) 2
- Rabenkrähe (Corvus corone) 5
- Saatkrähe (Corvus frugilegus) 3
- Dohle (Corvus monedula) 5
- Haubenmeise (Lophophanes cristatus) 1
- Blaumeise (Cyanistes caeruleus) 20
- Kohlmeise (Parus major) 30
- Kleiber (Sitta europaea) 2
- Amsel (Turdus merula) 10
- Wacholderdrossel (Turdus pilaris) 50
- Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) 2
- Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) 15
- Grünfink (Chloris chloris) 6
+ Europäisches Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) 1
Beobachtungen in der Naturschutzstation:
- Straßentaube (Columba livia f. domestica) 4
- Kranich (Grus grus) 80
- Eichelhäher (Garrulus glandarius) 1
- Blaumeise (Cyanistes caeruleus) 2
- Kohlmeise (Parus major) 5
- Stieglitz (Carduelis carduelis) 5
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.