BUND Regionalgruppe Chemnitz
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 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Sommerzeit ist Entdeckerzeit – natürlich auch für die Jungen Naturwächter in Chemnitz! Gemeinsam machten wir uns auf die Suche nach den verschiedensten Tierarten auf dem Gelände der Naturschutzstation. Schon beim Austeilen der Becher- und Handlupen war die Neugierde groß: Was würden wir wohl alles entdecken? Gleich im Hof der erste Fund – eine Weinbergschnecke! Die kannten natürlich alle. An den Blüten des Natternkopfs summte es geschäftig: Die ersten Wildbienen wurden gesichtet. Nach und nach füllten sich die Becherlupen mit kleinen Krabbeltieren – darunter Ameisen, Spinnen und Asseln. Am Totholzstapel wurde es besonders spannend: Ben entdeckte einen interessanten Besucher – einen Trauerschweber. Diese besondere Fliegenart legt ihre Eier in die Nester von Wildbienen, damit sich ihre Larven dort entwickeln können. Klar, dass wir daraufhin auch das Wildbienenhotel genauer unter die Lupe nahmen. Und tatsächlich: Dort herrschte ein reges Treiben! Die JuNas konnten zahlreiche Wildbienen sowie Grab-, Keulen- und Feldwespen beobachten.

Der Gewöhnlicher Trauerschweber (Anthrax anthrax) ist ein Brutparasit bei verschiedenen Wildbienen und dadurch häufig an Wildbienennestern und Nisthilfen zu beobachten.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein Männchen der Glänzenden Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca) sonnt sich auf dem Dach einer Insektennisthilfe.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Einige Goldwespen sind ebenfalls Brutparasiten bei Wildbienen und daher ebenso an Nisthilfen anzutreffen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wo versteckt sich denn der Frosch?  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Am Teich der Naturschutzstation erwartete die Jungen Naturwächter eine beeindruckende Vielfalt an Tieren. Über der Wasseroberfläche schwirrten zahlreiche Libellen – darunter die Vierfleck-Libelle und die leuchtend blaue Hufeisen-Azurjungfer. Auch der Wasserlinsenzünsler war unterwegs. Bienen und Wespen sammelten fleißig Wasser für ihre Brut, während Wasserläufer scheinbar mühelos über das Wasser glitten. Ein besonderes Highlight war der Fund eines schmalen, schnellen Insekts auf der Wasseroberfläche. Dank Bens Fachwissen konnte es als Teichläufer bestimmt werden. Mit großem Interesse betrachteten die JuNas ihre Entdeckungen durch die Becherlupen. Für Staunen sorgte auch ein gut getarnter Teichfrosch am Uferrand. Mit etwas Geduld – und einem kleinen Hinweis – konnten ihn schließlich alle entdecken. Außerdem beobachteten die Kinder Molche, Wasserschnecken und Libellenlarven – lebendige Beweise für die erstaunliche Artenvielfalt in dem kleinen Tümpel der Station. Besonders gefreut haben wir uns über einen kleinen, gefiederten Beobachter: Ein neugieriges Sommergoldhähnchen schaute bei unserer Entdeckertour vorbei. Mit einem kleinen Trick konnten wir es sogar anlocken – so hatten die JuNas die seltene Gelegenheit, Deutschlands kleinsten Vogel einmal ganz genau zu betrachten.

Auch ein Gemeiner Teichläufer (Hydrometra stagnorum) landete in einer Becherlupe der Jungen Naturwächter.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Mehrere Vierfleck-Libellen (Libellula quadrimaculata) waren am Teich der Naturschutzstation zu beobachten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla) bekamen die Jungen Naturwächter auch zu sehen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Zum Abschluss führte die Entdeckertour die Jungen Naturwächter in den Garten der Naturschutzstation – und auch dort gab es noch viel zu entdecken! An den Blüten wimmelte es nur so von Insekten: Besonders auffällig waren die zahlreichen grün schillernden Rosenkäfer und die leuchtend roten Rüssel-Rotdeckenkäfer (Lygistopterus sanguineus), die mit ihrem Brummen und Herumfliegen großes Staunen bei den JuNas auslösten. Mit viel Aufmerksamkeit und Begeisterung durchstreiften die Kinder den Garten weiter. Sie fanden Rollasseln und Ameisen unter Steinen, beobachteten flinke Wolfsspinnen im Gras, entdeckten Blattläuse an den Pflanzen und sogar junge Heupferdlarven zwischen den Halmen. Am liebsten hätten sie noch stundenlang weitergesucht – doch das Ende der Veranstaltung war leider schon erreicht. Mit vielen spannenden Beobachtungen im Gepäck ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.