14.06.2025 Tag der Jungen Naturwächter im Botanischen Garten Chemnitz

 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter Chemnitz & Mittelsachsen)

Am 14. Juni stand in ganz Sachsen der „Tag der Jungen Naturwächter“ auf dem Programm – ein besonderer Tag für naturbegeisterte Kinder und Jugendliche. In Chemnitz gab es dieses Jahr eine Premiere: JuNas aus Chemnitz und Mittelsachsen trafen sich erstmals zu einem gemeinsamen Aktionstag. Veranstaltungsort war der Botanische Garten Chemnitz – ein idealer Ort mit großer Artenvielfalt und guter Erreichbarkeit. Insgesamt 39 wissbegierige JuNas nahmen teil, darunter Gruppen der städtischen Naturschutzstation Chemnitz (BUND RG Chemnitz), des NABU Chemnitz, der Naturschutzstation Herrenhaide (NABU Burgstädt), der Naturschutzstation Weiditz, des LPV Mulde/Flöha aus Eppendorf sowie des NABU Freiberg. Organisiert wurde der Tag von den JuNa-Koordinatoren aus Chemnitz und Mittelsachsen – mit großartiger Unterstützung zahlreicher freiwilliger Helfer. Ohne ihr Engagement wäre dieser besondere Tag nicht möglich gewesen.

Wenn so viele JuNas zusammen kommen, ist eine ordentliche Anmeldung wichtig, damit man den Überblick nicht verliert.  (F. Fanghänel / Jungen Naturwächter Chemnitz & Mittelsachsen)

Um den Überblick über die zahlreichen Teilnehmenden zu behalten, empfingen Linda und Kathrin alle Gäste am Eingang des Botanischen Gartens. Dort wurden sie registriert und erhielten ihre Namensschilder.
Bevor das Programm starten konnte, versammelten sich alle zunächst auf dem Spielplatz. Hier bestand die Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen oder überschüssige Energie loszuwerden.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Ben wurden die Gruppeneinteilung sowie ein kurzer Ausblick auf den Tagesablauf vorgestellt.
Jede Gruppe wurde von einem freiwilligen Betreuer – meist engagierten Eltern – begleitet.
Für die JuNas standen fünf abwechslungsreiche Stationen im Botanischen Garten bereit, die von ehrenamtlichen Naturschutzhelfer:innen, Freiwilligen sowie JuNa-Akteur:innen der beteiligten Naturschutzstationen betreut wurden.
Voller Vorfreude konnte es dann fast pünktlich losgehen: Im halbstündigen Wechsel besuchten die JuNas die verschiedenen Stationen.

Kathrin und Linda waren an diesem Tag das Empfangsteam für alle JuNas.  (B. Franke / Junge Naturwächter)
Streicheln erlaubt, füttern verboten. Das wissen die JuNas natürlich.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter)
Vorfreude. Was die JuNas wohl an diesem Tag erwartet?  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter)

Station 1: Ornithologie / Vogelberingung

Unter fachkundiger Anleitung eines erfahrenen Ornithologen tauchten die JuNas in die faszinierende Welt der Vögel und der Vogelberingung ein.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter)

An dieser Station erwartete Klaus Müller, erfahrener Ornithologe und langjähriger Chefberinger auf Helgoland, die Jungen Naturwächter. Anschaulich und mit viel Fachwissen informierte er die JuNas über das Thema Vogelberingung:
Wie werden Vögel eingefangen? Wie läuft das Beringen genau ab? Und welchen Zweck erfüllt der kleine Kennring überhaupt? Auch die Artenkenntnisse der JuNas waren gefragt: Zur Veranschaulichung standen verschiedene Vogelpräparate aus der Sammlung des Botanischen Gartens sowie Fotos seltener Arten aus früheren Beringungsaktionen bereit. Besonders spannend waren die Berichte von Klaus über Wiederfunde beringter Vögel. Sie machten deutlich, wie wichtig die Vogelberingung für die Wissenschaft ist – denn ohne sie wüsste man heute deutlich weniger über Veränderungen im Zugverhalten und in den Brutgebieten zahlreicher Vogelarten. Vor allem die Nachwuchsornithologen unter den JuNas waren begeistert: Sie konnten nicht nur ihr Wissen unter Beweis stellen, sondern auch viele ihrer Fragen direkt an einen Experten richten.

Station 2: Waldboden

 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Am Eingang zum Crimmitschauer Wald erwartete die JuNas eine spannende Station: „Waldboden“. Dort wurden sie bereits vom langjährigen JuNa-Unterstützer Matthias, seinem Sohn Peter und der Waldpädagogin Josi begrüßt. Gemeinsam begaben sich die Kinder auf eine Entdeckungsreise rund um die Themen Bodenschichten und Waldrandökologie. Trotz der heißen Tage, die viele Bodenlebewesen in tiefere Schichten zurückgedrängt hatten, konnten dennoch Asseln, Käfer, Schnecken und Würmer bestimmt und beobachtet werden. Ein besonderes Highlight war ein mitgebrachtes Stück Baumrinde, unter dem auffällige Fraßgänge zu sehen waren. Schnell vermuteten die Kinder, dass es sich um Spuren des Borkenkäfers handelte – eines Schädlings, der Bäume so stark schädigen kann, dass sie schließlich absterben. Bei genauem Hinsehen entdeckten die JuNas sogar Käfer- und Larvenreste unter der Rinde. Für zusätzliche Begeisterung sorgte Hund "Schorsch", der als tierischer Begleiter zur guten Stimmung auf seine ganz eigene Weise beitrug.

Station 3: Insekten-Pflanzen-Beziehungen

 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nur wenige Schritte von der Waldstation entfernt wartete bereits Betty vom NABU Burgstädt auf die nächsten neugierigen Gruppen. Als aktuelle Leiterin der Naturschutzstation Herrenhaide bringt sie nicht nur viel Wissen, sondern auch Erfahrung im Umgang mit JuNas und Schulklassen mit. An ihrer Station drehte sich alles um die faszinierende Welt der Insekten, genauer gesagt um deren Mundwerkzeuge und Rüssel. Mit anschaulichen Modellen und spielerischen Übungen vermittelte Betty, wie unterschiedlich Insekten an ihre jeweilige Nahrung angepasst sind. Ob spitz, lang oder kräftig gebaut – je nachdem, was ein Insekt frisst, sieht auch sein „Werkzeug“ dafür ganz anders aus und passt somit zu den Blütenformen. Mit Strohhalmen und Klammern konnten die JuNas selbst ausprobieren, wie schwierig oder leicht es ist, kleine Perlen aus Gefäßen zu „sammeln“ – ganz wie echte Insekten. So wurde theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung verbunden – und das mit viel Spaß und Neugier.

Station 4: Schmetterlingshaus

Ein Junger Naturwächter vom NABU Chemnitz führte die Teilnehmenden durch die NABU-Schmetterlingsausstellung im Tropenhaus des Botanischen Gartens.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Das Tropenhaus im Botanischen Garten ist schon für sich ein echtes Highlight: Auf kleinem Raum wachsen hier beeindruckende tropische Pflanzen mit außergewöhnlichen Blättern, Farben und Formen. Umso größer war die Freude, dass der JuNa-Tag auf den letzten Tag der diesjährigen Schmetterlingsschau fiel – und diese direkt mit eingebunden werden konnte. In den vergangenen Jahren begeisterte die Schau regelmäßig mit farbenprächtigen tropischen Schmetterlingen, Raupen und Puppen. Während der Corona-Zeit musste sie pausieren, doch dank erfolgreichem Fundraising konnte sie in diesem Jahr wieder stattfinden. Vor Ort erklärten Mitarbeitende des Tropenhauses, eine FÖJlerin und sogar ein Junger Naturwächter des NABU Chemnitz anschaulich den faszinierenden Metamorphose-Zyklus – vom Ei bis zum fertigen Schmetterling. Auch spannende Fragen wie „Wie kommen die Tiere eigentlich ins Tropenhaus?“ wurden beantwortet. Natürlich standen die Expert*innen den neugierigen JuNas auch für alle weiteren Fragen bereit. Neben den Schmetterlingen gab es mit etwas Glück noch weitere exotische Bewohner für die JuNas zu entdecken: eine Wasseragame, kleine Wachteln oder gut getarnte Stabschrecken sorgten für zusätzliche Aha-Momente.

Station 5: Vivarium

Bei tropischen Temperaturen entdeckten die Jungen Naturwächter die Bewohner des Vivariums.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Neben Tropenhaus und Kakteenhaus beeindruckt der Botanische Garten auch mit seinem Vivarium – einem spannenden Ausstellungsbereich, in dem Aquarien und Terrarien faszinierende Einblicke in die Tierwelt ferner Lebensräume geben. Hier konnten die JuNas in tropisch-feuchter Atmosphäre Tiere aus aller Welt entdecken und sich auf eine regelrechte kleine Weltreise begeben. Gemeinsam mit Marion von der Naturschutzstation Weiditz erkundeten die Kinder die bunte Vielfalt der Tierarten, die im Vivarium zu Hause sind. In den Aquarien schwammen farbenprächtige Fische durch das Wasser, während sich in den Terrarien flinke Reptilien, Amphibien und andere spannende Tiere versteckten – mal auffällig, mal perfekt getarnt. Marion erklärte dabei nicht nur, woher die einzelnen Arten stammen, sondern auch, wie sie in ihrem natürlichen Lebensraum leben, wovon sie sich ernähren, wie sie sich fortbewegen und an ihre Umgebung angepasst sind. Besonders faszinierend war für viele JuNas, wie unterschiedlich Tiere auf verschiedenen Kontinenten leben – und welche wichtige Rolle sie jeweils in ihrem Ökosystem spielen. So wurde das Vivarium zu einem Ort des Staunens und Verstehens, der weit über reines Beobachten hinausging. Trotz der tropischen Wärme im Innenraum waren die JuNas mit voller Aufmerksamkeit und viel Neugier bei der Sache. Sie stellten viele Fragen, hörten interessiert zu und tauschten sich untereinander über ihre Entdeckungen aus. Die Station Vivarium war für viele ein echtes Highlight mit vielen spannenden Erkenntnissen.

Zeit für eine Pause: Mittagessen!

Nah so vielen spanenden Stationen brauchten die Jungen Naturwächter und Helfer eine leckere Stärkung.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach einem spannenden und abwechslungsreichen Vormittag, an dem die JuNas an verschiedenen Stationen forschten, entdeckten und viele neue Eindrücke sammelten, machte sich allmählich die sommerliche Hitze bemerkbar. Die Sonne stand hoch am Himmel, und nicht nur die Kinder, sondern auch die Helferinnen und Helfer spürten, wie die Kräfte schwanden. Zeit für eine wohlverdiente Pause. Während die JuNas im Botanischen Garten unterwegs waren, bereiteten Gabi und Rüdiger mit viel Engagement das Mittagessen vor. Bald zog der Duft von frischer Kartoffelsuppe über das Gelände und weckte den Appetit. Die herzhafte Suppe war genau das Richtige nach dem aktiven Vormittag. Für eine erfrischende Zwischenmahlzeit sorgten knackige Gurkenscheiben und saftige Wassermelone – eine willkommene Abkühlung an diesem warmen Tag. Die Pause bot Raum zum Durchatmen, Trinken und Plaudern – ein schöner Moment der Erholung und Gemeinschaft. Frisch gestärkt und gut gelaunt machten sich die JuNas schließlich bereit für den letzten Programmpunkt – und nutzten die Zeit, um noch etwas gemeinsam durch den Botanischen Garten zu streifen, bevor es am Nachmittag wieder nach Hause ging.

 (B. Franke / Junge Naturwächter)
 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter)
 (B. Franke / Junge Naturwächter)
 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter)
 (B. Franke / Junge Naturwächter)
 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter)

Urkundenvergabe, JuNa-Zertifikate und Abschluss

 (Betty Neumann / Junge Naturwächter)

Nachdem sowohl die Jungen Naturwächter als auch alle Helfenden satt und zufrieden waren, versammelten sich alle Teilnehmenden ein letztes Mal im Hauptgebäude des Botanischen Gartens. Zum Abschluss des Tages wartete ein feierlicher Moment auf die JuNas: Für ihre Teilnahme am Tag der Jungen Naturwächter erhielten alle eine Urkunde – als Erinnerung an einen spannenden Tag voller Naturerlebnisse. Zusätzlich konnten sich die Kinder kleine Giveaways und JuNa-Artikel wie Postkarten, Stifte oder Buttons aussuchen und mitnehmen. Besonders stolz waren einige JuNas, die an diesem Tag auch ihr Zertifikat für den erfolgreich abgeschlossenen Grund- oder Aufbaukurs überreicht bekamen. Auch neue JuNa-T-Shirts fanden so ihren Weg in die Gruppen – ein sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur JuNa-Familie. Nicht zuletzt wurden auch die zahlreichen Helferinnen und Helfer gewürdigt: Sie erhielten eine Unterstützer-Urkunde als Dankeschön für ihr Engagement. Denn ohne den Einsatz so vieler Freiwilliger wäre ein Tag wie dieser kaum umsetzbar gewesen. Mit vielen schönen Eindrücken und neuem Wissen machten sich alle schließlich auf den Heimweg – und waren sich einig: Das war ein ganz besonderer JuNa-Tag.

Ein herzliches Dankeschön

Ein großes Dankeschön geht an alle Teilnehmenden, die den JuNa-Tag mit ihrer Neugier, Begeisterung und Entdeckungsfreude zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.
Ein besonderer Dank gilt außerdem allen freiwilligen Helferinnen und Helfern – ob in der Küche, an den Stationen, in den Gruppen oder im Hintergrund.
Ohne euren engagierten Einsatz, eure Zeit und eure Unterstützung wäre dieser Tag nicht so erfolgreich, erlebnisreich und reibungslos verlaufen.
Ihr habt maßgeblich dazu beigetragen, dass die JuNas einen unvergesslichen Tag voller spannender Eindrücke und schöner Begegnungen erleben konnten.

Danke, dass ihr dabei wart!

JuNa-Tag 2025 in ganz Sachsen:
Auch in anderen Landkreisen gab’s wieder spannende Aktionen rund um Natur und Umwelt. Mehr Infos gibt’s hier: Klick

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.