BUND Regionalgruppe Chemnitz
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 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Der Sommer gehört den Insekten! Denn jetzt summt, brummt, flattert und krabbelt es überall. Insekten sind nicht nur spannend zu beobachten, sondern auch sehr wichtig für die Natur. Die Jungen Naturwächter der AG Chemnitzer NATUREntdecker haben sich in den letzten Jahren schon oft mit dieser faszinierenden Tiergruppe beschäftigt – und endlich konnten wir wieder mit Schmetterlingskescher und Klopfschirm auf Entdeckungstour gehen! Bevor es losging, schauten wir uns die Blühfläche an der Naturschutzstation an. Dort fiel uns sofort eine Pflanze auf, die viele Insekten magisch anzog – vor allem Hummeln und Wildbienen. Sie heißt Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare) und hat leuchtend blaue Blüten. Ben wusste dazu etwas ganz Besonderes: Manche Wildbienenarten brauchen genau diese Pflanze zum Überleben! Die Larven der Natternkopf-Mauerbienen (Hoplitis) fressen nämlich nur den Pollen dieser Pflanze. Ohne Natternkopf? Keine Natternkopf-Mauerbienen! So eng hängen manche Pflanzen und Tiere zusammen. Das zeigt uns: Jede Pflanze zählt! Denn viele Wildpflanzen sind Heimat und Futter für ganz bestimmte Tiere. Deshalb sagt man auch: „Wer Insekten will, muss Pflanzen pflanzen!“ Je mehr verschiedene, heimische Wildpflanzen in einem Garten oder auf einer Wiese wachsen, desto mehr unterschiedliche Insekten finden dort ein Zuhause. Sogar die sogenannten „Unkräuter“ sind oft echte Lebensretter – für Insekten, die es ohne sie nicht gäbe.

 

Die Glänzende Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca) fliegt voll auf den Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare) ab.  (B. Franke)
Glänzende Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca)  (B. Franke)
 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Unser erster Weg führte uns auf die Wiese direkt vor der Naturschutzstation. Doch dort war die Enttäuschung groß: Die Fläche war kurz zuvor komplett gemäht worden. Ein Problem, das viele Grünflächen in Chemnitz – und anderswo – betrifft. Ohne Nahrung und Deckung fühlen sich Insekten dort nicht wohl, und so war an dieser Stelle keine erfolgreiche Suche möglich. Kurzerhand zogen wir weiter zu einer nahegelegenen Wiese, die extensiv bewirtschaftet wird und den JuNas bereits aus früheren Aktionen bekannt war. Auch dort hatte kürzlich ein Schnitt stattgefunden – hier wird Heu für die Viehzucht gewonnen. Trotzdem konnten wir an den ungemähten Wiesenrändern, wo noch Blühpflanzen standen, zahlreiche Schmetterlinge beobachten und auch einige fangen. Das zeigte uns deutlich: Es lohnt sich, Wiesen nicht vollständig zu mähen. Ungemähte Bereiche bieten Insekten weiterhin Nahrung, Schutz und Lebensraum – und sind damit ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Für uns hatte es allerdings einen ganz praktischen Vorteil: Ohne hohes Gras blieb unser Ausflug weitgehend zeckenfrei. 

 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Mit Kescher, Klopfschirm und Becherlupe kannten sich die JuNas schon bestens aus – und so starteten sie voller Tatendrang ihre Insektensuche! Schon nach kurzer Zeit füllten sich die Becherlupen mit spannenden Entdeckungen. Einige fingen sogar Nachtfalter, die aber lieber am Tag unterwegs sind – und deshalb auch Tageulen genannt werden. Neben ihnen flatterten buntglänzende Käfer und farbenfrohe Tagfalter in die Keschernetze. Das Große Ochsenauge war vielen JuNas bereits bekannt, ebenso der Kohlweißling, der oft in Gärten unterwegs ist. Doch auch viele unbekanntere Tiere sorgten für Staunen – und Ben hatte alle Hände voll zu tun, sie zu bestimmen! Mit dem Klopfschirm entdeckten wir Tiere, die wir vorher gar nicht gesehen hatten: Blattläuse, Marienkäfer, Käferlarven und sogar Larven der Eichenschrecke purzelten plötzlich auf das weiße Tuch. Durch die Trockenheit hatten sich viele Schnecken in die Büsche zurückgezogen, wo sie es kühler und feuchter fanden. Natürlich wurden alle Tiere nach der Beobachtung vorsichtig wieder freigelassen – denn wir wollten sie nur anschauen, nicht stören. Zum Schluss zeigte uns Ben noch etwas ganz Besonderes: An zwei jungen Eichen entdeckten wir seltsame Knubbel – es waren Pflanzengallen! Zwei verschiedene Arten konnte Ben uns zeigen. Er erklärte uns, wie winzige Insekten oder Milben diese Gallen entstehen lassen, um darin ihre Eier abzulegen. Die Pflanze bildet daraufhin diesen kleinen „Wohnraum“ – ein richtiges Naturwunder!

Der Ockergelbe Blattspanner (Camptogramma bilineata) ist ein tagaktiver Nachfalter.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Was wohl diesmal im Schmetterlingskescher gelandet ist?  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Bei großer Trockenheit und Wärme verziehen sich Schnecken in die oberen Stockwerke der Gebüsche.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Das Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) kannten die Jungen Naturwächter schon von anderen Veranstaltungen.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
An den älteren Gallen der Eichenschwamm-Gallwespe (Biorhiza pallida) sind die Ausschlupflöcher schon zu sehen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Im Klopfschirm landeten nicht nur Insekten, sondern auch Spinnen und Schnecken.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Den Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) kennt eigentlich jeder.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Noch unbekannte Pflanzengallen an einem Eichenblatt.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Zum Abschluss dieser Veranstaltung gab es noch lecker Kirschen und die Jungen Naturwächter machten noch ein Kirschkernweitspucken.   (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.