BUND Regionalgruppe Chemnitz
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In der letzten Woche vor den wohlverdienten Sommerferien wollten auch wir keine thematisch anspruchsvolle Veranstaltung mehr anbieten – stattdessen hatten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen: Gemeinsam mit den JuNas aus Grund- und Aufbaukurs ließen wir das Schuljahr gemütlich bei einem Spaziergang mit anschließendem Eisessen ausklingen. Natürlich wurde unterwegs trotzdem genau hingeschaut – denn auch auf dem Weg zur Eisdiele gab es einiges in der Natur zu entdecken.

 

Diesen Kleinen Schillerfalter (Apatura ilia) konnten die JuNas des Grundkurses am Gablenzbach in entdecken.  (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Der Grundkurs hatte an diesem Tag besonderes Glück: Am Gablenzbach entdeckten die Kinder einen Kleinen Schillerfalter – einen meist unscheinbaren, aber faszinierenden Schmetterling. Zuerst flatterte er glitzernd durch die Luft, setzte sich dann auf eine Pflanze – und plötzlich schillerte er in einem tiefen Blau-Violett. Die JuNas waren beeindruckt von diesem Farbenspiel. Doch als sich der Falter nur leicht drehte, änderte sich sein Aussehen: Plötzlich war nichts mehr von dem leuchtenden Blau zu sehen – stattdessen wirkte er schwarz und orange. Wie war das möglich? Die Antwort liegt in der besonderen Struktur seiner Flügelschuppen: Diese brechen das Licht auf unterschiedliche Weise, je nachdem, aus welchem Winkel es auftrifft. Bei direktem Lichteinfall reflektieren sie das Licht violett-blau – fällt das Licht schräger, verschwindet der Effekt und die eigentliche Färbung tritt zutage. Eine kleine optische Täuschung der Natur – und ein perfektes Beispiel dafür, wie spannend und überraschend selbst scheinbar kleine Entdeckungen im Alltag sein können.

C-Falter (Polygonia c-album)  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Grünader-Weißling (Pieris napi)  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein Männchen der Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo).  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Spannende Beobachtungen gab es für die Jungen Naturwächter am Gablenzbach.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Auch beim Aufbaukurs zeigte sich die Natur von ihrer schönsten Seite: Über dem Bach tanzten mehrere Blauflügel-Prachtlibellen durch die warme Sommerluft. Ihr eleganter Flug, das leuchtende Blau der Männchen und das ständige Schillern ihrer Flügel zogen sofort die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Besonders auffällig war der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während die Weibchen eher zart und bräunlich wirken, glänzen die Männchen metallisch blau und tragen dunkelblaue Flügel, die beim Fliegen beinahe wie Samt schimmern. Einige JuNas beobachteten sogar kurze Revierkämpfe oder kleine Balzflüge – ein faszinierendes Verhalten, das deutlich machte, wie wichtig Gewässer wie der Gablenzbach für den Erhalt dieser besonderen Art sind. Eine Weile lang verfolgten die Kinder gespannt jede Bewegung der Libellen – ein Naturerlebnis, das sicher in Erinnerung bleibt.

Leckere Kirschen in der Naturschutzstation.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Erkundung des faszinierenden Gablenzbachs.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Hier haben die Jungen Naturwächter einen Faulbaumbläuling entdeckt.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Den Geheimnissen des Schillerfalters auf der Spur.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Beobachtungspause am Gablenzbach.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Vier Blätter fürs Glück – und jede Menge Spaß beim Suchen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

„Wann sind wir denn endlich beim Eis? Ich verhungere ja hier noch!“, beschwerte sich schließlich einer der jüngsten JuNas, der schon bei früheren Veranstaltungen durch seine Begeisterung fürs Essen aufgefallen war. Für ihn war der Ausflug zur Eisdiele natürlich das absolute Highlight. Dort angekommen, freuten sich alle über ihr wohlverdientes Softeis. Der Besitzer erkannte unsere Gruppe sogar wieder – im letzten Jahr hatte er uns in seinem Garten ein Waldameisennest gezeigt. Damals fanden wir dort auch einen schönen Käfer in einer Vogeltränke. Offenbar haben wir einen bleibenden Eindruck hinterlassen – und kommen auch im nächsten Jahr gern wieder vorbei.

Auf dem Rückweg wurden noch einmal Pflanzen und Tiere entlang des Weges bestaunt – bevor sich alle in die Sommerferien verabschiedeten.

Zum Ferienbeginn gönnten sich die Jungen Naturwächter des Grundkurses ein wohlverdientes Eis.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch die Jungen Naturwächter der AG Chemnitzer NATUREntdecker (Aufbaukurs) ließen sich den Ferienstart mit einem Eis versüßen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.