BUND Regionalgruppe Chemnitz
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 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Am Mittwoch, den 20. August, stand bei den Jungen Naturwächtern des Grundkurses alles im Zeichen der Spinnen. Zum Auftakt hieß die Gruppe ein neues Mitglied willkommen – und in einer kleinen Vorstellungsrunde erzählten die Kinder, was sie von Spinnen halten und welche Art ihnen besonders gefällt. Manche der genannten Tiere sollten wir später sogar in der Natur wiederfinden, darunter die auffällige Wespenspinne (Argiope bruennichi). Bevor es nach draußen ging, setzten wir uns kreativ mit dem Thema auseinander. Jedes Kind gestaltete ein eigenes Spinnenbild, ganz nach der eigenen Vorstellung. Anschließend schauten wir gemeinsam genauer hin: Welche Körperteile hat eine Spinne wirklich, und wie unterscheidet sie sich von Insekten? Überraschend war für viele, dass die Beine am Vorderkörper sitzen – nicht am Hinterleib. Mit einer Bastelvorlage konnten die JuNas das neue Wissen gleich anwenden und eine kleine Papierspinne zusammenbauen. So ließen sich Malen, Basteln und Lernen auf spielerische Weise verbinden.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch der Klopfschirm kam bei den Jungen Naturwächter zum Einsatz, um auch in den Gebüschen nach Spinnen zu suchen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Dann ging es endlich nach draußen auf Spinnensuche. Natürlich hatten wir Becherlupen, einen Kescher und einen Klopfschirm mit dabei. Zunächst machten wir Halt am Teich und im Außengelände der Naturschutzstation, wo sich zahlreiche Wolfsspinnen beobachten ließen. Auch im hohen Gras und an Blüten fanden die JuNas immer wieder Spinnen, die vorsichtig in Becherlupen gesetzt und aus der Nähe betrachtet wurden. Vorab wurde besprochen, wie man die Tiere behutsam einfängt: Becherlupe überstülpen und dann vorsichtig eine Karte unterschieben, damit die empfindlichen Beinchen nicht verletzt werden. Gar nicht so einfach, vor allem auf unebenem Untergrund wie einer Wiese, aber mit ein wenig Übung klappte es schon richtig gut. In den Gebüschen kam auch der Klopfschirm zum Einsatz, sodass neben Spinnen auch verschiedene andere Tierchen vorsichtig von den Ästen und Blättern geloppft wurden. Darunter waren einige Minispinnen und sogar eine Orientzikade (Orientus ishidae), welche, wie ihr Name schon verrät, hier eigentlich gar nicht heimisch ist.

Sehr vorsichtig fingen die Jungen Naturwächter einige Spinnen ein, um sie genauer betrachten zu können.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Aber nicht jede Spinne musste eingefangen werden. Einige konnten auch so gut beobachtet werden.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Da staunten die Jungen Naturwächter nicht schlecht, bei so vielen Wespenspinnen an einer Stelle.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Das große Highlight wartete diesmal auf der Wiese bei der Naturschutzstation. Dort hatten die JuNas schon in der Vorwoche Wespenspinnen (Argiope bruennichi) entdeckt – und natürlich wollten sie sehen, ob sie die Tiere wiederfinden. Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die erste Spinne im Netz saß. Und dann ging alles ganz schnell: An einer Stelle fanden die Kinder gleich mehrere und konnten am Ende sieben Wespenspinnen zählen! Besonders stolz war ein JuNa, der bereits eine Woche zuvor eine entdeckt hatte und nun sein Wissen mit den anderen teilen konnte. Für viele war es das erste Mal, eine Wespenspinne in freier Natur zu sehen – ein Erlebnis, das so schnell niemand vergessen wird.

Aber auch abseits der Spinnennetze gab es viel zu entdecken. Mit Klopfschirm und Kescher fingen die Kinder verschiedene Insekten wie Wanzen, Marienkäfer und Fliegen, beobachteten sie neugierig und ließen sie anschließend wieder frei.

Die Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Eine von zahlreichen Wespenspinnen (Argiope bruennichi), welche die Jungen Naturwächter an diesem Tag entdecken konnten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die Jungen Naturwächter konnten diese tollen Spinnen in Ruhe von allen Seiten betrachten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Aus dieser Perspektive war sogar die Spinndrüse gut sichtbar für die Jungen Naturwächter.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Weitere spannende Funde der Jungen Naturwächter an diesem Tag:

Diese Orientzikade (Orientus ishidae) konnten die Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation entdecken.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Diese leicht zu bestimmende Streifenwanze (Graphosoma italicum) findet man überall auf verschiedenen Doldenblütlern.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Eine Vierfleck-Zartspinne (Spinne des Jahres 2015) - gefunden von den Jungen Naturwächtern in der Naturschutzstation Chemnitz.
Gemeinsames Entdecken und Wissensaustausch bei den Jungen Naturwächtern.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Zwar keine Spinne, aber dennoch interessant war diese Baumsichelwanze (Himacerus apterus).  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch einen Kurzschwänzigen Bläuling (Cupido argiades) konnten die Jungen Naturwächter beim Blütenbesuch beobachten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Zum Abschluss ging es zurück zur Naturschutzstation, wo sich alle in den Nachmittag verabschiedeten. Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck und einer großen Portion Respekt vor den kleinen Achtbeinern freuen sich die JuNas schon auf die nächste Exkursion. Auch die ein oder andere Angst konnte bei dieser Veranstaltung vergessen werden, da es doch echt faszinierend war, die flinken Tiere auch bei ihrem Netzbau zu beobachten.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter an der kommunalen Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstraße 192) finden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.