An diesem Mittwoch waren die Jungen Naturwächter des Grundkurses mal wieder zu Gast am Knappteich im Yorckgebiet in Chemnitz. Gemeinsam mit den Aktiven des Knappteichgartens sollten sie sogenannte EM-Dangos herstellen – kleine Kugeln aus Lehm, Urgesteinsmehl und Effektiven Mikroorganismen, die dabei helfen sollen, die Wasserqualität des Teiches zu verbessern.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Doch bevor es ans „Matschen“ ging, liefen die JuNas zunächst gemeinsam vom Knappteich bis zum Garten. Schon unterwegs gab es jede Menge zu entdecken. Im flachen Wasser des Teiches tummelten sich kleine Kaulquappen, die an den Steinen Algen abweideten. Außerdem beobachteten die Kinder verschiedene Vogelarten wie Stare, Blässhühner, Stockenten, Krähen und Straßentauben. Traurig war dagegen der Fund eines toten Starenkükens, das vermutlich aus seinem Nest gefallen war.
Den JuNas fiel außerdem auf, dass einige Krähen Brotstücke im Schnabel davontrugen. Das deutet darauf hin, dass am Knappteich noch immer Vögel mit Brot gefüttert werden. Was viele gut meinen, schadet den Tieren und der Natur jedoch häufig mehr, als es hilft. Brot enthält zu viele Kohlenhydrate und zu wenig wichtige Nährstoffe für Enten und andere Wildtiere. Nicht gefressene Reste sinken ins Wasser oder bleiben am Ufer liegen und beginnen zu faulen. Durch diesen zusätzlichen Nährstoffeintrag verschlechtert sich die Wasserqualität, das Algenwachstum nimmt zu und das ökologische Gleichgewicht des Gewässers wird gestört. Außerdem locken Essensreste Tiere wie Ratten oder Waschbären an. Diese können heimische Arten verdrängen, Gelege plündern und auch zu Konflikten mit Menschen führen.
Jetzt wird’s matschig: JuNas formen EM-Dangos für den Knappteich
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Im Garten angekommen erklärte Oliver Treydel – den viele JuNas bereits von gemeinsamen Müllsammelaktionen mit der Bürgerplattform Mitte-Ost im Bürgerpark kennen – was es mit den EM-Dangos auf sich hat. „Dango“ bedeutet auf Japanisch so viel wie „Knödel“. Die Kugeln bestehen aus Lehm, Urgesteinsmehl und Effektiven Mikroorganismen (EM). Dabei handelt es sich unter anderem um Photosynthesebakterien, Milchsäurebakterien und Hefen. Diese Mikroorganismen wirken regenerativ und können helfen, das Boden- und Wassermilieu zu verbessern.
Die fertigen Dangos werden später in den Teich geworfen. Dort sollen sie langfristig dazu beitragen, das Algenwachstum zu verringern, die Schlammschicht am Gewässergrund klein zu halten und ein stabiles ökologisches Gleichgewicht zu fördern.
Besonders viel Spaß hatten die JuNas natürlich beim Formen der Kugeln. Mit viel Begeisterung wurde geknetet, gedrückt und gematscht, bis der große Mörtelkübel nach und nach leer und die Trockenkisten voller EM-Dangos waren.
Oliver Treydel erklärt den Jungen Naturwächtern, wie die EM-Dangos im Wasser wirken.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Das Formen der Bälle machte den JuNas besonders Spaß.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Jetzt wird sich erstmal gestärkt: Kräuter und Leckereien aus dem Knappteichgarten
Die verschiedenen Kräuter probierten die JuNas gerne aus.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Zur Stärkung zwischendurch hatte eine Aktive des Gartens verschiedene Kräuter und selbstgemachte Leckereien vorbereitet. Die JuNas konnten frisches Brot mit Bärlauchbutter probieren und Sauerampfer oder Schnittlauch als Topping testen. Dazu gab es selbstgemachte Pfirsichmarmelade und Pfefferminztee. Ganz nebenbei lernten die Kinder dabei noch einiges über heimische Kräuter und ihre Verwendung in der Küche.
Anschließend ging es noch einmal rund um den Knappteich auf Entdeckungstour. Dabei fanden die Jungen Naturwächter unter anderem Hornissen, Wildbienen, Ameisen, verschiedene Käfer und eine Erdkröte im Gebüsch, die sich alle einmal ganz genau in der Becherlupe anschauen konnten. Eine besondere Entdeckung am Knappteich war der Gewöhnliche Ameisendieb (Callilepis nocturna). Diese eher unscheinbare Spinne gehört zur Familie der Plattbauchspinnen und ist vor allem auf dem Boden zwischen Laub, Steinen oder Gras unterwegs. Ihren ungewöhnlichen Namen trägt sie, weil sie sich auf die Jagd nach Ameisen spezialisiert hat. Mit viel Geschick schleicht sie sich an ihre Beute heran und überwältigt sie trotz deren Wehrhaftigkeit. Der Gewöhnliche Ameisendieb ist trotz seines Namens (nocturna - nächtlich) tagaktiv in der frühen Nachmittagszeit. Für die JuNas war der Fund etwas ganz Besonderes und zeigte einmal mehr, wie vielfältig selbst kleine Lebensräume rund um den Knappteich sind.
Der Knappteich als Lebensraum – Artenvielfalt mitten in der Stadt
Mai-Langhornbiene
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Stockenten
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Vierzehnpunkt-Marienkäfer
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Blässhuhn
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Hornisse
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Säbel-Dornschrecke
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gewöhnlicher Ameisendieb
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
junge Erdkröte
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Pusteblumen-Experiment: Überraschende Effekte mit Wasser
Unter Wasser wird die Pusteblume zusammengedrückt und glänzt silbern.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Zum Abschluss wurde noch ein spannendes Experiment mit Pusteblumen ausprobiert. Taucht man eine Pusteblume vorsichtig unter Wasser, wirkt sie plötzlich viel kleiner und silbrig glänzend. Zieht man sie anschließend wieder heraus, sieht sie fast genauso aus wie vorher und bleibt erstaunlich trocken. Der Grund dafür ist eine dünne Luftschicht, die sich zwischen den feinen Härchen der Samen hält. Diese Luftschicht verhindert, dass das Wasser direkt an die Oberfläche gelangt – ein Effekt, der in der Natur häufig vorkommt und sogar Vorbild für wasserabweisende Materialien in der Technik ist.
Zieht man die Blume wieder heraus, so bleibt sie nahezug trocken und die Schirmchen entfalten sich wieder, fast wie Magie!
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Überraschung zum Abschluss: ein Graureiher ganz nah
Der Graureiher war für die JuNas an diesem Mittwochnachmittag ein echtes Highlight zum Schluss!
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auf dem Rückweg zum Garten und damit auch zum Abholort wartete noch ein ganz besonderes Erlebnis auf die Jungen Naturwächter. Direkt neben dem Weg saß ein Graureiher. Vorsichtig und ganz leise näherten sich die JuNas dem Wasservogel, ohne ihn aufzuschrecken. Dadurch konnten sie ihn aus nur wenigen Metern Entfernung beobachten. „Wow, der sieht ja toll aus!“, staunten einige der Kinder begeistert. Einen so großen und eindrucksvollen Vogel hatten viele von ihnen zuvor noch nie aus solcher Nähe gesehen.
Der Graureiher ist am Knappteich ein gern gesehener Gast – solange er die Amphibien in Ruhe lässt und stattdessen dabei hilft, die Goldfischbestände im Gleichgewicht zu halten.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Der Besuch im Knappteichgarten war für alle Jungen Naturwächter wieder ein tolles Erlebnis. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden für die engagierte Zusammenarbeit rund um den Knappteich und die Umweltbildung.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.