BUND Regionalgruppe Chemnitz
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17.04.2026 Frühlingsexkursion im Crimmitschauer Wald (AK)

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Bei frühlingshaftem Wetter trafen sich die Jungen Naturwächter des Aufbaukurses – wie schon im vergangenen Jahr – zu einer spannenden Frühlingsexkursion im Botanischen Garten Chemnitz. Gemeinsam mit Ben, Linda und unserem ehrenamtlichen Helfer Matthias Rodig ging es von dort aus in den Crimmitschauer Wald. 
Trotz erschwerter Bedingungen durch Berufsverkehr und Streiks im Nahverkehr ließen sich einige motivierte JuNas die Exkursion nicht entgehen – und die Vorfreude war bei allen umso größer. Ausgestattet mit Ferngläsern, Becherlupen und Bestimmungshilfen konnte die Entdeckungstour schließlich beginnen.
Der erste Stopp führte zum Uhu-Gehege im Botanischen Garten. Kurz zuvor hatte Ben dort erfreuliche Neuigkeiten entdeckt: Es gab tatsächlich Nachwuchs! Auch wenn sich das Uhu-Küken an diesem Tag leider nicht noch einmal zeigte, hinterließen die imposanten Eulen dennoch einen bleibenden Eindruck bei den JuNas.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Der zweite Stopp führte die JuNas zum Insektenhotel am NAJU-Naturschutzzentrum. Dort konnten sie bereits die Gehörnten Mauerbienen (Osmia cornuta) beobachten, die emsig umherflogen. Mauerbienen gehören zu den Wildbienen und sind wichtige Bestäuber. Sie lassen sich gut an ihrem dunklen Körper mit dem rötlich gefärbten Hinterleib erkennen. Als Nistplätze nutzen sie Hohlräume verschiedenster Art, etwa Mauerritzen, Totholz oder Schilfröhrchen, in denen sie ihre Brutzellen anlegen und diese mit einem Vorrat aus Pollen und Nektar für ihre Larven versorgen.
Im Anschluss machten sich die JuNas im Steingarten auf die Suche nach Waldeidechsen, die sich dort gerne auf den warmen, dunklen Steinen sonnen. Mit etwas Geduld konnten tatsächlich mehrere Tiere entdeckt werden. Für zusätzliche Begeisterung sorgte zudem der überraschende Fund einer Ringelnatter im Gebüsch – ein unerwartetes Highlight gleich zu Beginn der Exkursion.
Auf der Dünenanlage zeigten sich anschließend flinke Sandlaufkäfer sowie zahlreiche Wildbienen. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich bei vielen von ihnen um Blutbienen handelte. Diese werden auch Kuckucksbienen genannt, da sie ihre Eier in die Nester anderer Bienenarten legen. Die Larven ernähren sich dort von der Brut sowie den eingelagerten Nahrungsreserven der Wirtsbienen – ein faszinierendes Beispiel für Brutparasitismus in der Natur.
Die Beobachtung der schnellen Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) gestaltete sich dagegen deutlich schwieriger. Einerseits sind sie extrem flink zu Fuß, andererseits ausgezeichnete Flieger, sodass sie sich nur kurz und schwer fassbar zeigten. Ben nutzte die Gelegenheit, um den Teilnehmenden verschiedene Nest- und Bodenöffnungen zu erklären. Darunter waren die Eingänge von Ameisennestern, Wildbienennestern, die wie kleine Minivulkane wirken, sowie die Röhren der Larven des Dünen-Sandlaufkäfers (Cicindela hybrida), die dort als Lauerjäger auf vorbeilaufende Beute warten.

Spannende Entdeckungen im Botanischen Garten Chemnitz

Des Gärtners Liebling, ein Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata).  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Nachwuchs bei den Uhus im Botanischen Garten Chemnitz.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Eine Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius) beim Nisten in einer sandigen, vegetationsfreien Bodenstelle – eine typische Wildbienenart des Frühjahrs, die ihre Brutröhren in lockeren Sandboden anlegt.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch einige Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) ließen sich an diesem Tag blicken.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Eine der zahlreichen Waldeidechsen (Zootoca vivipara) zeigte sich den Jungen Naturwächtern natürlich auch.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Große Blutbiene (Sphecodes albilabris) – die JuNas konnten diese Kuckucksbiene bei ihrer Suche nach geeigneten Wirtsnestern beobachten. Sie baut keine eigenen Nester, sondern legt ihre Eier in die Brutzellen anderer Wildbienen, unter anderem der Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius).  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein Tagpfauenauge (Aglais io) zeigte den JuNas seine volle Pracht.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein Stockentenweibchen (Anas platyrhynchos) ließ sich nicht stören.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die zahlreichen Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) auf der Dünenanlage waren nicht einfach zu beobachten für die Jungen Naturwächter.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Frühlingstour durch den Crimmitschauer Wald

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Im Wald angekommen, gab es weiterhin viel zu entdecken: Beim Überqueren kleiner Brücken beobachteten die JuNas zahlreiche Pflanzen, die sich dem Sonnenlicht entgegenstreckten – darunter Buschwindröschen, Sumpfdotterblumen und junge Farne, deren Wedel sich langsam aus ihren eingerollten Formen entfalteten.
Auch an den Gewässern gab es interessante Beobachtungen: In zwei Teichen fanden die JuNas jeweils einen Laichballen von Fröschen. Ein weiterer Laichfund aus dem Grundkurs einige Tage zuvor war nicht mehr zu sehen – vermutlich waren die Kaulquappen bereits geschlüpft, abgesunken oder Fressfeinden zum Opfer gefallen. Zudem konnten zwei Erdkrötenmännchen beobachtet werden, die lautstark nach Weibchen riefen und sich gegenseitig aus dem Teich zu verdrängen versuchten.

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

JuNas auf Amphibiensuche im Crimmitschauer Wald.

Hier haben die JuNas ein paar wenige Erdkrötenmännchen entdeckt.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Laichballen eines Grasfroschs.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Sind das schon Kaulquappen oder alles nur Mückenlarven?  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach einer kleinen Trink- und Snackpause wurden die JuNas mit einem besonderen Naturerlebnis überrascht: Mehrere Rehe bewegten sich sichtlich aufgeregt durch den Wald rund um die Gruppe und konnten mit den Ferngläsern gut beobachtet werden. In diesem Zusammenhang wurde noch einmal besprochen, wie man sich im Wald und gegenüber Wildtieren richtig verhält. Deutlich wurde, dass die Tiere durch die Anwesenheit zahlreicher Waldbesuchender – darunter Hundehaltende, Spaziergehende mit Kindern, Joggende und Radfahrende – stark beunruhigt waren. Auch der richtige Umgang mit aufgefundenen Wildtieren wurde thematisiert: Jungtiere sollten grundsätzlich nicht berührt werden, es sei denn, sie befinden sich in akuter Gefahr. Bei verletzten oder hilfsbedürftigen Tieren sollte immer professionelle Hilfe, etwa durch die Tierrettung, zuständige Jagdpächter oder die Feuerwehr, hinzugezogen werden. Eine Mitnahme von Wildtieren darf nur nach vorheriger Absprache mit den zuständigen Jagdpächter*innen erfolgen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass man bei vermeintlich ausgesetzten Jungtieren vorsichtig sein sollte – insbesondere bei braun-grau getigerten Kätzchen im Wald, bei denen es sich auch um Wildkatzen handeln könnte. 
Auf dem Weg zur letzten Station, der „Rutsche“ im Wald, lag ein intensiver Duft in der Luft: Ein großes Bärlauchfeld erstreckte sich entlang des Weges. Matthias erklärte den JuNas, dass die Pflanzen an dieser Stelle nicht gepflückt werden dürfen, damit sich der Bestand ungestört entwickeln kann. Zwar darf Bärlauch grundsätzlich in kleinen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden, hier gilt jedoch ein ausdrückliches Pflückverbot – an das sich leider nicht immer alle halten.
Auch an dieser Station gab es wieder viel zu entdecken: Die JuNas fanden unter anderem die Raupe eines Eulenfalters, verschiedene Spinnen, Weberknechte und Käfer. Zudem konnten zahlreiche Vögel bei ihrem geschäftigen Treiben beobachtet und ihrem Gesang gelauscht werden.
Eine rundum gelungene Exkursion an einem herrlichen Frühlingstag – mit vielen spannenden Entdeckungen und unvergesslichen Naturerlebnissen.

 (L. Heinrich & B. Franke (KI unterstützt) / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Auf dem Rückweg zum Abholort wurde noch schnell ein Foto unseres kleinen Exkursionsteams gemacht, bevor sich alle zufrieden und erfüllt von diesem gelungenen Ausflug ins Wochenende verabschiedeten. Zurück am Treffpunkt berichtete ein JuNa seiner Mutter begeistert von den vielen Eindrücken und Entdeckungen des Tages. Spontan entschieden sich beide, das schöne Wetter zu nutzen und noch einmal gemeinsam eine kleine Runde durch den Wald zu drehen, um alles in Ruhe weiter zu erkunden.

Ein besonderer Dank gilt Matthias Rodig, der uns erneut begleitet und den JuNas mit seinem Wissen spannende Einblicke in den Wald und seine Bewohner vermittelt hat.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.