BUND Regionalgruppe Chemnitz
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Gemeisam wurde der Boden aufgelockert und Wildblumensaat auf der Wiese vor der Naturschutzstation ausgebracht.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Gemeinsam mit Linda und Gabi starteten die Jungen Naturwächter des Grundkurses in einen spannenden Nachmittag rund um das Thema Aussaat und Pflanzen. Zu Beginn ging es hinaus auf die Wiese vor der Naturschutzstation. Dort soll in Zukunft eine artenreiche Wildblühwiese entstehen – ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Insekten wie Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer. Solche Blühflächen leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, da sie über einen langen Zeitraum hinweg Nahrung in Form von Nektar und Pollen bieten und gleichzeitig Rückzugsorte schaffen. Mit Harken lockerten die JuNas zunächst den Boden auf, um optimale Bedingungen für die Aussaat zu schaffen. Anschließend brachten sie sorgfältig Saatgut aus, das von den Mitarbeitenden der Naturschutzstation bereits im vergangenen Jahr auf bestehenden Blühflächen gesammelt worden war. Auf diese Weise wird regional angepasstes Saatgut verwendet, das besonders gut an die Standortbedingungen angepasst ist. Nun sind alle gespannt, welche Pflanzen sich im Laufe des Sommers entwickeln werden – eine ideale Grundlage, um die Fläche regelmäßig zu beobachten und später gemeinsam auf Insektenentdeckung zu gehen.

Wie wird aus dem Samenkorn ein Radieschen?  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Anschließend wurde drinnen weitergearbeitet. Im Mittelpunkt standen Samen und die Entwicklung von Pflanzen. Gabi hatte bereits im Vorfeld Radieschen ausgesät, die schon gekeimt waren. So konnten die JuNas anschaulich die verschiedenen Entwicklungsstadien – vom Samen über den Keimling bis hin zur fertigen Pflanze – miteinander vergleichen. Im praktischen Teil durfte jede*r eine eigene Aussaatschale gestalten. Dafür wurden in die Erde Kressesamen, Radieschen und Sonnenblumen ausgesät. Passend dazu konnten individuelle Pflanzenschilder gebastelt und beschriftet werden. Verwendet wurden dabei ausschließlich Recyclingmaterialien wie Eierkartons, Klopapierrollen und Zeitungspapier. Das hat einen besonderen Vorteil: Die Schalen können später einfach mit eingepflanzt werden und verrotten im Boden.

Samen, Keimlinge und fertige Pflanzen. Nun ging es zum praktischen Teil!  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Vorsichtig wurden Keimlinge und Samen in die Erde gesteckt und leicht befeuchtet.  (L.Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Hier konnten individuelle Pflanzschilder gebastelt werden.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Beim Mikroskopieren kamen spannende Strukturen zum Vorschein.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Während ein Teil der Gruppe säte, konnten die Anderen die Samen unter dem Mikroskop genauer untersuchen. Dabei zeigten sich erstaunliche Unterschiede: Manche Samen erinnerten an kleine Würmer, andere an haarige Kugeln oder wiesen spannende Muster auf ihrer Oberfläche auf – und auch in ihrer Größe unterschieden sie sich deutlich. Besonders faszinierend war der Blick auf den Radieschenkeim mit seinen feinen Haarwurzeln und den kleinen Härchen am Stängel.
Als kleine “Mutprobe” konnte jede*r mal einen Radieschenkeim probieren. Denn einige sind echt scharf und schmecken schon richtig nach Radieschen. Schon interessant, wie eine so kleine Pflanze schon so viel Geschmack haben kann! Und vitamin- und nährstoffreich sind sie zudem auch noch, sodass zum Schluss alle Keimlinge verputzt waren.

Zum Abschluss blieb noch Zeit für Spiele und kreative Angebote wie ein Tier- und Pflanzenmemory oder Malen an unserem Whiteboard. Da wurden vor allem die Radieschenkeimlinge noch einmal genau gezeichnet mit all ihren Teilen. Bevor sich alle in die Osterferien verabschiedeten, wurden noch einmal die wichtigsten Hinweise zur Pflege der Aussaatschalen besprochen: regelmäßiges Gießen und das Aufstellen auf einem Untersetzer auf der Fensterbank an der Sonne sind entscheidend für ein gutes Wachstum. Wir freuen uns auf eure Updates zu den Pflanzen!

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.