BUND Regionalgruppe Chemnitz
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03.06.2026 Mit allen Sinnen auf Entdeckungstour im Saatgutgarten (GK)

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Mitten in Chemnitz, am Fuße des Sonnenbergs, versteckt sich eine kleine grüne Oase: der Saatgutgarten des Nachhall e. V. Hier werden heimische Wildblumen vermehrt und Saatgut gewonnen, mit dem an vielen Stellen in Chemnitz artenreiche Blühflächen entstehen. Sogar einige Kreisverkehre der Stadt wurden bereits mit den dort gewonnenen Samen bunt gestaltet.
Für die JuNas des Grundkurses war der Besuch eine echte Entdeckung. Viele kannten den Garten bisher nicht – und auch die Eltern staunten, welch idyllischer und artenreicher Ort sich mitten in der Stadt verbirgt. Kaum angekommen, machten sich die Kinder neugierig auf den Weg, um das weitläufige Gelände zu erkunden. Durch die große Vielfalt an heimischen Wildblumen haben sich hier auch zahlreiche Insekten angesiedelt. Besonders spannend ist, dass darunter auch einige hoch spezialisierte Arten sind, die auf ganz bestimmte Wildblumen angewiesen sind. Manche Wildbienen sammeln beispielsweise den Pollen nur von wenigen Pflanzenarten, und auch die Larven einiger Insekten können sich ausschließlich von bestimmten Pflanzen oder deren Pollen ernähren. Ohne diese speziellen Wildblumen könnten diese Insekten nicht überleben.
So erfreuen heimische Wildblumen nicht nur durch ihre farbenprächtige Blüte, sondern schaffen gleichzeitig wichtige Lebensräume und Nahrungsquellen für zahlreiche, teils hoch spezialisierte Tierarten und fördern damit die Artenvielfalt in Chemnitz.

JuNas auf gemeinsamer Entdeckungstour im Saatgutgarten

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Besonders der kleine Teich zog sofort alle Blicke auf sich. Zwischen den Wasserpflanzen konnten die JuNas bereits Molchlarven und Kaulquappen entdecken. Anschließend begrüßte uns Nicole Rüsing herzlich und nahm die Gruppe mit auf einen Rundgang durch den Garten. Dabei erklärte sie anschaulich, warum der Saatgutgarten so wichtig ist: Hier werden Samen heimischer Wildblumen gewonnen, aus denen später Blühwiesen entstehen, die zahlreichen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten und gleichzeitig das Stadtbild verschönern.
Ein weiterer Höhepunkt wartete am Kräuterbeet. Hier durfte nicht nur geschaut, sondern auch geschnuppert und probiert werden. Manche Kräuter erinnerten mit ihrem Duft sofort an Pizza oder mediterrane Küche, während das Kolakraut seinem Namen alle Ehre machte und tatsächlich nach Cola roch – eine Überraschung für Groß und Klein.

Nicole erklärte den JuNas, wie das Saatgut überwiegend in sorgfältiger Handarbeit von ehrenamtlich Engagierten gewonnen wird.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Mit großem Interesse inspizierten die JuNas das Insektenhotel. Nicole erläuterte ihnen, wie die verschiedenen Insektenarten ihre Nester anlegen und nutzen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein besonderes Interesse galt natürlich auch dem Teich. Bei der Untersuchung seiner Bewohner konnten die JuNas zahlreiche interessante Entdeckungen machen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Kräuterküche zum Mitmachen - schnuppern, probieren, genießen

Duftend, würzig und lecker – im Saatgutgarten entdeckten die JuNas die Vielfalt der Gartenkräuter.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Alle durften bei der Vorbereitung der Kräuterbuitter helfen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Danach wurde es kulinarisch. Gemeinsam sammelten die JuNas verschiedene Gartenkräuter. Dabei lernten sie viele Kräuter kennen, schnupperten an den unterschiedlichen Düften und probierten sie neugierig aus. Anschließend sollte daraus frische Kräuterbutter hergestellt werden. Gabi hatte dafür Butter und frisches Brot organisiert. Mit viel Begeisterung wurden die Kräuter klein gehackt, unter die Butter gemischt und anschließend gemeinsam verkostet. Das Ergebnis schmeckte so gut, dass am Ende nichts übrig blieb.

Zum Glück hatte Gabi auch veganes Schmalz mitgebracht, denn die Kräuterbutter war im Nu aufgegessen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gemeinsames Kräutersammeln - riechen und probieren strengstens erlaubt.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gut gestärkt hört es sich besser zu.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Zum Abschluss auf Insektensuche

Mit offenen Augen unterwegs: Ein Bläuling im Saatgutgarten – entdeckt und aufmerksam von den JuNas beobachtet und bestaunt.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Da sich das Wetter noch einmal von seiner schönsten Seite zeigte, blieb anschließend genügend Zeit, den Garten weiter zu entdecken. Während einige JuNas ihre überschüssige Energie auf den Wegen des Gartens auslebten, beobachteten andere die zahlreichen Insekten, die nun die Blüten besuchten. Wieder andere nutzten die Gelegenheit, Nicole mit ihren vielen Fragen rund um Pflanzen, Tiere und den Saatgutgarten zu löchern. Geduldig beantwortete sie jede einzelne und erzählte dabei viele spannende Geschichten aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Umweltbildnerin.
Bevor wir uns verabschiedeten, gab es für einige JuNas noch eine besondere Überraschung: Als Anerkennung für ihre regelmäßige Teilnahme am JuNa-Programm erhielten sie ein JuNa-T-Shirt, das sie künftig bei Veranstaltungen, Ausflügen oder auch im Schulalltag als stolze Junge Naturwächterinnen und Junge Naturwächter tragen können.
Natürlich wollten die JuNas anschließend unbedingt noch das auf dem Pavillon gesammelte Regenwasser herunterschütten – eine Aktion, die für große Begeisterung und viel Gelächter sorgte. Zum Abschluss verabschiedete Nicole die Gruppe mit dem traditionellen Abschiedsritual des Saatgutgartens: Gemeinsam wurde eine Abschiedsrakete gestartet, wobei alle laut den Namen einer neu kennengelernten Pflanze in den Himmel riefen.
Am Ende des Nachmittags waren sich alle einig: Der Saatgutgarten ist ein besonderer Ort, an dem Natur, Artenvielfalt und Gemeinschaft auf wunderbare Weise zusammenkommen – und für viele der JuNas ganz sicher nicht der letzte Besuch.

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gemeiner Bläuling (Polyommatus icarus)  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Groß war die Freude über die verdienten JuNa-T-Shirts. Sie tragen das Motto der Jungen Naturwächter „Für die Natur in der Spur“ und machen die Trägerinnen und Träger auch nach außen als engagierte junge Naturwächterinnen und Naturwächter erkennbar.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Zur Verabschiedung folgte die gemeinsame „Saatgutgarten-Abschlussrakete“ – ein fröhlicher Abschluss eines erlebnisreichen Tages.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana)  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Herzlichen Dank an den Nachhall e. V. für den tollen Besuch im Saatgutgarten, an Nicole für die spannende Begleitung sowie an Gabi für die kulinarische Stärkung während dieser erlebnisreichen Veranstaltung.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.