BUND Regionalgruppe Chemnitz
Jetzt spenden Mitglied werden

04.04.2025 Feuersalamander - mit Heidi Enderlein vom BUND LV Sachsen

Neugierig hielten die Jungen Naturwächter im Teich Ausschau nach Molchen und Kröten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Das Frühjahr ist Wanderzeit – zumindest für unsere heimischen Amphibien. Und natürlich ist das auch ein spannendes Thema für die Jungen Naturwächter der AG Chemnitzer NATUREntdecker. Bereits vor einigen Wochen haben wir uns mit den heimischen Amphibienarten beschäftigt. Heute jedoch stand eine ganz besondere Art im Mittelpunkt: der Lurch mit der schwarz-gelben Warnweste – der Feuersalamander. Kaum ein Kind kennt ihn nicht, und dennoch ist er in der Natur gar nicht mehr so leicht zu finden. Um mehr über dieses faszinierende Tier zu erfahren, hatten wir fachkundige Unterstützung eingeladen: Heidi Enderlein vom BUND Landesverband Sachsen. Sie kartiert seit mehreren Jahren im Auftrag des Freistaates Sachsen Feuersalamandervorkommen in verschiedenen Landkreisen und engagiert sich in der Öffentlichkeitsarbeit für diesen selten gewordenen Waldbewohner. Bevor es mit dem Salamander-Thema losging, warfen wir jedoch noch einen Blick in den Teich der Naturschutzstation, um zu schauen, welche Amphibien sich dort bereits eingefunden hatten. Schon am Mittwoch zuvor hatten die JuNas des Grundkurses Männchen vom Teich- und Bergmolch sowie zwei Erdkrötenmännchen entdeckt. Auch heute waren wieder viele Amphibien unterwegs: Neben mehreren Erdkröten konnten vorsichtig mit dem Kescher auch einige Molche gefangen und bestimmt werden. Bei genauerer Betrachtung stellten wir fest: Zwei männliche und ein weiblicher Teichmolch sowie je ein männlicher und ein weiblicher Bergmolch tummelten sich im Teich. Besonders beeindruckend waren die Weibchen – ihre Bäuche waren deutlich prall gefüllt mit Eiern. Nach der Bestimmung wurden natürlich alle Tiere wieder vorsichtig in den Teich zurückgesetzt, damit sie in ihrer Paarungszeit nicht weiter gestört werden. Zur Freude aller waren richtig viele Molche zu beobachten! In den nächsten Wochen lassen wir sie nun in Ruhe ihre Eier ablegen. Später wollen wir erneut „tümpeln“, um zu sehen, wie viele verschiedene Arten sich im kleinen Teich der Naturschutzstation tummeln. Erfreulich ist auch: Unsere JuNas können Erdkröten sowie Teich- und Bergmolche inzwischen richtig gut bestimmen. Vielleicht entdecken wir ja bald auch einen Kammmolch – und mit etwas Glück auf unserer kommenden Exkursion sogar einen Feuersalamander!

 

Ganz schön was los im kleinen Teich der Naturschutzstation Chemnitz.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Schön erkennbar sind die gefleckten Bäuche der Teichmolche und die leuchtend orange gefärbten Bäuche der Bergmolche.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Das vorsichtige Freilassen der Molche durfte natürlich auch ein Junger Naturwächter übernehmen. Ein angehender Naturschützer muss den richtigen Umgang mit den Tieren ja kennen.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach all den spannenden Entdeckungen in der Natur war es nun Zeit für einen weiteren Höhepunkt: Die JuNas konnten endlich ihre selbst gestalteten T-Shirts aus der letzten Veranstaltung in Augenschein nehmen. Alle hatten sich viel Mühe gegeben und mit viel Kreativität und Fantasie gearbeitet – und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen!

Mit großer Neugier suchten alle ihr persönliches T-Shirt heraus und betrachteten stolz das eigene Kunstwerk. Ein echtes Unikat! Schnell wurden die Shirts übergezogen und schon entstand ein reger Austausch: Wer hatte welche Farben verwendet? Welche Motive waren entstanden? Was war die Idee dahinter?

Die Freude war groß – nicht nur über die gelungenen Ergebnisse, sondern auch darüber, nun ein sichtbares Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Natur und den Jungen Naturwächtern zu tragen. Ob in der Schule, in der Freizeit oder bei kommenden Exkursionen – ab jetzt sind die JuNas auch optisch als Naturentdecker erkennbar.

 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nun war es endlich Zeit, sich dem eigentlichen Thema des Tages zu widmen: dem Feuersalamander! Heidi Enderlein vom BUND stellte den JuNas diesen faszinierenden Lurch ausführlich vor. Mit spannenden Geschichten und vielen Informationen erfuhren die Kinder mehr über die Lebensweise und Ernährung des Feuersalamanders, über sein Vorkommen – und vor allem auch über die Ursachen seiner Gefährdung.

Für großes Staunen sorgte die Erklärung zur Herkunft seines Namens: Früher glaubten die Menschen, dass der Feuersalamander Feuer löschen könne – wenn man ihn hineinwirft. Eine kuriose Vorstellung! Viele der JuNas dachten bisher, der Name beziehe sich auf das auffällige gelb-schwarze Fleckenmuster – ein Irrtum, den wohl viele teilen. Einige JuNas hatten sogar schon einmal einen Feuersalamander in freier Wildbahn gesehen – allerdings meist im Urlaub, nicht in Sachsen. Umso spannender war es, direkt von Heidi Enderlein zu erfahren, wo diese besondere Art heute noch in Sachsen vorkommt. Denn Heidi verbringt seit Jahren viele Nächte und Regentage damit, Feuersalamander zu kartieren – eine wichtige Aufgabe, um den aktuellen Gefährdungsgrad der Art einschätzen zu können. Auch die JuNas und ihre Familien können hier mithelfen: Wer einen Feuersalamander entdeckt, kann den Fund melden und so aktiv zur Forschung und zum Schutz der Art beitragen – als sogenannte Bürgerwissenschaftler. Ein tolles Beispiel, wie Naturschutz im Alltag beginnen kann! Ein weiteres wichtiges Thema war die sogenannte Salamanderpest – eine durch einen eingeschleppten Hautpilz verursachte Krankheit, die für viele Amphibien tödlich ist. Der Pilz wurde ursprünglich durch Terrarientiere aus tropischen Regionen nach Europa gebracht und verbreitet sich nun auch in heimischen Lebensräumen. Besonders gefährlich: Er kann durch den Menschen, etwa über kontaminierte Wanderschuhe, weitergetragen werden. Deshalb gilt beim Umgang mit Amphibien besondere Vorsicht: Amphibien sollten nicht unnötig berührt werden – und wenn, dann nur mit latexfreien Handschuhen. Auch das regelmäßige Desinfizieren von Schuhwerk nach Waldspaziergängen kann helfen, die Verbreitung des Erregers zu verhindern. Zum Abschluss gab es noch einen kurzen Film, der das zuvor Gehörte mit beeindruckenden Naturaufnahmen untermalte. Die faszinierenden Bilder vom Feuersalamander in seinem natürlichen Lebensraum machten das Erzählte noch greifbarer – und berührten die JuNas sichtlich. Spätestens jetzt war klar: Die JuNas sind echte Fans dieses besonderen Lurchs geworden!

Heidi Enderlein brachte den Jungen Naturwächtern alles Wissenswerte über den Feuersalamander bei – spannend, kindgerecht und mit viel Engagement.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
An den Salamandermodellen konnten die Jungen Naturwächter die Lage die Giftdrüsen gefahrlos erfühlen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Da staunten die JuNas nicht schlecht: Feuersalamander legen nämlich keine Eier, sondern bringen gleich fertige Larven zur Welt!  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch die JuNas durften natürlich Wissen teilen und nun wissen alle, wo die Giftdrüsen beim Feuersalamander liegen.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die Entwicklung (Metamorphose) des Feuersalamanders wurde in dem gezeigten Film besonders gut dargestellt.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Was gibt es Schöneres, als eine Woche bei Sonnenschein draußen ausklingen zu lassen? Genau das dachten wir uns auch – und so ging es zum Abschluss der Woche bei herrlichem Wetter noch einmal hinaus in den Hof. Dort konnten die JuNas ihr frisch erworbenes Wissen über den Feuersalamander mithilfe eines Lückentextes unter Beweis stellen. Dabei kamen auch endlich die neuen Klemmbretter zum Einsatz, die wir von der LANU erhalten haben. Trotz Freitagnachmittag und einer anstrengenden Schulwoche zeigten sich alle JuNas hochmotiviert und voller Neugier. Fleißig wurden die Texte ausgefüllt und das Gelernte verinnerlicht – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu verantwortungsvollem Naturschutz. Die JuNas sind nun bestens gerüstet, um sich aktiv für den Schutz des Feuersalamanders einzusetzen. So viel Wissbegierde erfreut natürlich auch immer wieder unsere Gastreferent*innen und bestätigt uns darin, dass die wöchentlichen Veranstaltungen den JuNas nicht nur Freude bereiten, sondern sie sich auch schon auf die nächsten Treffen freuen. Zufrieden wurden sie schließlich von ihren Eltern empfangen und konnten voller neuer Eindrücke ins wohlverdiente Wochenende starten.

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.