Zunächst müssen die Äpfel geschnitten und vom Kernhaus befreit werden.
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wer in den Herbstferien nicht verreist war und sich an den vielen Äpfeln dieses Jahres noch nicht sattgegessen hatte, durfte sich über eine besondere Ferienaktion freuen – diesmal nicht auf dem Gelände der Naturschutzstation, sondern im Ideengarten auf der Reinhardtstraße. Dort trafen sich einige JuNas mit Linda, Nicole und Maren, um selbst Apfelsaft zu pressen. Auch wenn die Gruppe an diesem Tag etwas kleiner war, tat das der guten Stimmung keinen Abbruch – im Gegenteil: Es wurde fleißig geschnippelt, gepresst, probiert und natürlich viel gelacht. Nicole und Maren kennen viele der JuNas bereits aus dem Saatgutgarten des Nachhall e. V., wo wir am 3. Mai 2024 schon den tollen innerstädtischen Garten und das Saatgutprojekt kennenlernen durften. Damals drehte sich alles um heimische Kräuter – an die leckere Kräuterbutter und den frisch gebrühten Kräutertee erinnern sich bestimmt noch viele. Diesmal stand der Apfel als heimisches Genussmittel im Mittelpunkt, aus dem sich viele köstliche Produkte herstellen lassen. Neben dem gemeinsamen Pressen erfuhren die JuNas auch Spannendes rund um Sortenvielfalt, Ernte und Verarbeitung der beliebten Frucht.
Eine Qualitätskontrolle darf auch nicht fehlen, bevor die Apfelstücke in die Mühle kommen.
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die schon zuvor gesammelten Äpfel wurden gemeinsam gewaschen und aufgeschnitten, um die Kerne zu entfernen. Dies war wichtig, da diese bitter sind, wenn sie mit in den Saft gelangen. Einige Früchte hatten Druckstellen vom Herunterfallen, doch dies war nicht so schlimm. "Dafür kann ja der Apfel nichts, das ist nicht so schlimm. Ist eben Natur!" kommentierte ein Junger Naturwächter. Im Anschluss kamen die Stücke in eine Obstmühle, durch die die Äpfel nochmal weiter zerkleinert wurden. So können sie danach besser entsaftet werden. Zwei gefüllte Töpfe kamen nach und nach in den Korb der Saftpresse, sodass sich dieser füllte. Danach hieß es Muskeln anspannen: Die Presse wurde verschlossen und dann musste gedreht werden. Dabei wurde sich abgewechselt, da man hier schnell einen Drehwurm bekam oder das Drehen doch zu anstrengend wurde. Der entstandene Saft wurde in einem weiteren Topf aufgefangen. Hier durfte natürlich auch eine Verkostung nicht fehlen - der Saft war besonders süß und aromatisch, ganz anders als es die Kids vom Supermarktsaft kannten.
Durch das Häckseln können die Äpfel leichter gepresst werden.
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ganz schön schwer..so viele Äpfel
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Jeder durfte sich an der Presse versuchen, nach einiger Zeit ganz schön anstrengend...
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Nach der ganzen Arbeit durfte der Gemeinschaftsgarten erst einmal in Ruhe erkundet werden. Ein JuNa kannte sich dort bereits bestens aus – er war schon einmal mit seiner Schulklasse zu Besuch, denn auch das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (SMAC) betreut im Ideengarten verschiedene Projekte. Stolz übernahm er die Rolle des kleinen Gartenführers und teilte sein Wissen mit den anderen. So erfuhren wir, dass es hier nicht nur zahlreiche Hochbeete mit saisonalem Gemüse gibt, sondern auch einen richtigen Lehmofen, in dem gelegentlich gemeinsam gebacken wird. Die Beete werden von den SMAC-Projektgruppen gepflegt, und Kinder können dort selbst erleben, wie Gemüse angebaut, geerntet und verarbeitet wird – ein spannender Ort, an dem Natur, Geschichte und gemeinsames Lernen zusammenkommen. Aber auch die Gruppen vom Nachhall e.V. behandeln dort alle Themen rund um den Garten.
Dann richtete sich die Aufmerksamkeit wieder auf den Apfelsaft, aus dem nun Schritt für Schritt ein leckerer Punsch entstehen sollte. Schließlich werden die Tage kürzer und kühler – da kommt ein warmes Getränk gerade recht. Damit der Punsch auch wirklich nach Winter und Gemütlichkeit schmeckt, dürfen die richtigen Gewürze natürlich nicht fehlen. Um diese besser kennenzulernen, hatte Nicole ein kleines Gewürz-Ratespiel vorbereitet. Dabei konnten die Kinder ihren Geruchssinn – und auch ihr Wissen – auf die Probe stellen. Trotz der durchsichtigen Gläschen war es gar nicht so leicht, die Düfte zuzuordnen. Schnell stellten alle fest: Irgendwie roch alles ein bisschen nach Weihnachten! Nelken, Zimt und Kümmel waren bekannt, doch bei Piment, Kardamom oder Fenchel wurde schon kräftig gerätselt. Einige trauten sich sogar, die Gewürze zu probieren – mit gemischtem Erfolg. Besonders die Gewürznelke sorgte für verzogene Gesichter, denn so gut sie riecht, so scharf schmeckt sie auch.
Nachdem alle Gewürze erraten und ausgewählt waren, wanderten einige davon direkt in den Topf. Über dem Lagerfeuer, um welches alle bereits saßen, begann der Punsch bald zu dampfen, und schon nach kurzer Zeit durften die JuNas den selbstgemachten Apfelpunsch probieren – ein wohlig-warmes Highlight an diesem herbstlichen Tag. Einige hätten sicher gern mehr davon getrunken, doch so viel Apfelsaft ist ja bekanntlich auch nicht gut, sodass es bei zwei kleinen Bechern bei allen blieb.
Welches Gewürz sich wohl gut im Punsch machen würde?
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Vorsichtig kommt der Topf über das knackende Lagerfeuer.
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Geschmackstest - mit Bestnote bestanden!
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ganz lieben Dank an Nicole und Maren für die Zusammenarbeit bei dieser Veranstaltung! Nach diesem gemütlichen Herbstferientag werden die Kids sicherlich den Punsch auch mal selbst nachmachen wollen.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter an der kommunalen Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstraße 192) finden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.