BUND Regionalgruppe Chemnitz
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Für die Jungen Naturwächter der AG Chemnitzer NATUREntdecker begann der Tag mit einem besonderen Highlight – noch vor dem offiziellen Start. Kaum in der Naturschutzstation angekommen, entdeckten die ersten JuNas eine Haubenmeise am Vogelhaus. Sofort griffen sie zu Ferngläsern und Kameras: Eine seltene Chance, denn diese scheue Meisenart ist nicht alltäglich zu beobachten!

Ben nutzte die Begegnung spontan, um den JuNas Wissenswertes über die Haubenmeise näherzubringen. Bei der gemeinsamen Recherche stellten sie fest, dass es sich um einen Höhlenbrüter handelt – ein idealer Aufhänger für das heutige Thema: „Was verbirgt sich in Nistkästen?“ Ziel war es, die Nester zu erkunden, ihre Bewohner zu bestimmen und herauszufinden, welche Überraschungen sie sonst noch bergen.

Unterstützung erhielten die JuNas dabei von unserem erfahrenen Naturschutzhelfer Matthias Rodig. Er brachte nicht nur Nistkästen und Nester mit, sondern zeigte auch Fotos seiner Naturbeobachtungen und erklärte, wie man Nester sicher untersucht. Dazu wird das Nest zunächst mit Wasserdampf behandelt, um Krankheitskeime und Parasiten abzutöten. Allerdings bedeutet dies auch, dass dabei alle anderen Bewohner wie Käfer, Florfliegen oder Insektenlarven sterben. Deshalb kommt diese Methode nur bei gezielten Untersuchungen oder zur Aufbewahrung von Nestern zum Einsatz.

Neben zahlreichen Kohlmeisen entdeckten die JuNas zu ihrer Freude auch eine Haubenmeise (Lophophanes cristatus) am Futterhaus der Naturschutzstation.  (Junge Naturwächter /BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Wer nutzt eigentlich alles Nistkästen und wen kann man dabei beobachten?

 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Matthias brachte erneut eine Auswahl an Nistkästen in die Naturschutzstation mit, die den JuNas als Anschauungsmaterial dienten. Besonders auffällig waren der typische Lehmverschluss des Kleibers und sein Nest aus Kiefernrindenspiegeln – beides wurde von den JuNas sofort erkannt. Auch der Wintervorrat der Gelbhalsmäuse war ihnen bereits von früheren Nistkastenkontrollen vertraut. Eine der eingelagerten Eicheln zog jedoch besondere Aufmerksamkeit auf sich: Neben den vertrauten Fraßlöchern der Eichelbohrerlarven spross an der Spitze ein kleiner Keimling. Offenbar hatten die Larven die Eichel diesmal nicht vollständig ausgefressen, sodass daraus möglicherweise ein neuer Baum entstehen könnte. 
Nistkästen sind nicht nur Brutstätten, sondern auch Winterquartiere für zahlreiche Nachmieter wie Insekten oder Kleinsäuger. Deshalb sollten nicht alle Nester im Herbst gereinigt werden. Im Frühjahr ist jedoch eine rechtzeitige Säuberung vor der neuen Brutsaison wichtig. Dabei wird vollständig auf chemische Mittel verzichtet. Alte Nester und Wespennester können vorsichtig mit einer Bürste oder einem Holzstab entfernt werden, um Parasiten und Krankheitserreger zu reduzieren. Es ist wichtig, alte Nester zu entfernen, da sonst die neuen Nester zu hoch im Kasten gebaut werden und Räuber wie Waschbären oder Marder leichtes Spiel haben.
Nester, die viel Plastik enthalten, sollten nicht auf dem Kompost entsorgt werden, sondern im Hausmüll. Andernfalls könnten Vogeleltern diese Materialien erneut für ihr Nest verwenden, was gefährlich für die Jungvögel sein kann. Dies wurde bei der Veranstaltung im JuNa-Grundkurs am Mittwoch zuvor deutlich: Eine junge Meise hatte sich in einem Plastikfaden verfangen und war daran verendet. Zudem gehört Plastik nicht in den Kompost, da es sonst als Mikroplastik in die Umwelt gelangt und über die Nahrungskette auch für uns Menschen gesundheitsschädlich werden kann.

 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Eine von den Larven des Eichelbohrers (Curculio) befallene Eichel wollte dennoch keimen.  (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Junge Naturwächter werden zu Forschern

 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nun konnten die JuNas endlich wieder zu richtigen Forschern werden. Zur Untersuchung standen verschiedene Vogelnester oder ein Hornissennest zur Auswahl – besonders das Hornissennest faszinierte sie. Mit Pinzette und Lupe erkundeten sie das Nest sorgfältig. Interessante Funde wie Käfer, tote Hornissen und Insektenlarven sammelten sie in Schalen, um diese später unter dem Binokular genauer zu untersuchen.
Die Plätze an den beiden Binokularen waren schnell besetzt, und die JuNas beobachteten eifrig. Mit ihren Smartphonekameras hielten sie die spannenden Entdeckungen fest, um sie später in der Schule oder zu Hause zu präsentieren. Die Neugier und der Forschergeist der JuNas waren deutlich spürbar – besonders das Arbeiten mit den Binokularen bereitete ihnen großen Spaß.
Da die JuNas so begeistert waren, wird es bald eine eigene Veranstaltung geben, in der sie sich eine ganze Veranstaltung lang intensiv mit den kleinen Wundern der Natur beschäftigen dürfen.

 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
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 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Vielen Dank an Matthias Rodig für die Unterstützung bei dieser Veranstaltung und die Bereitstellung der Nester.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter an der kommunalen Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstraße 192) finden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.