BUND Regionalgruppe Chemnitz
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12.11.2025 Was versteckt sichalles in einem Vogelnest? (GK)

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

In dieser Veranstaltung bekamen die JuNas wieder Besuch von Matthias Rodig, einem Naturschutzhelfer, der gemeinsam mit den Kindern Vogelnester genauer unter die Lupe nehmen wollte. Dabei ging es um spannende Fragen: Wie sind Nester aufgebaut? Welche Materialien verwenden die Vögel? Und welche anderen Tiere leben manchmal als „Untermieter“ in solchen Nestern?
Passend dazu brachte eine ehemalige JuNa-Familie ein Vogelnest mit, das sie am Wochenende zuvor beim Reinigen ihres Nistkastens gefunden hatte. Darin lag noch ein toter Jungvogel, obwohl die übrigen Jungvögel ihr Nest offenbar erfolgreich verlassen hatten. Die JuNas waren sofort neugierig und wollten herausfinden, was passiert sein könnte. Bevor das Nest jedoch untersucht werden konnte, musste es aus Sicherheitsgründen erst mit Wasserdampf desinfiziert werden – schließlich möchte niemand Flöhe oder Krankheitserreger abbekommen.
Während das Nest gedämpft wurde, erkundeten die JuNas die vielen Schaunistkästen im Außenbereich der Naturschutzstation. Dort lernten sie, welche Nisthilfe für welche Tierart geeignet ist und entdeckten in einigen Kästen auch Unerwartetes und Spannendes. Außerdem konnten die JuNas einen riesigen Schwarm Rabenvögel über der Naturschutzstation beobachten. Ein tolles Erlebnis.

Alter Nistkasten, neues Dach – JuNas helfen bei der Reparatur!

JuNas als Naturforscher/innen und Kriminalisten/innen

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach einem erfrischenden Ausflug in er Naturschutzstation widmeten sich die JuNas einer spannenden Frage: Wer wohnt eigentlich in Nistkästen – und wie erkennt man die Bewohner bei einer Kontrolle? Matthias, der die Gruppe begleitete, hatte einige Kästen dabei, die spannende Einblicke boten:
In einem Kasten entdeckten sie ein flauschiges Meisennest mit intakten Eiern, das die Eltern vermutlich wegen Störungen aufgegeben hatten. Wäre die Brut erfolgreich gewesen, hätte das Nest später plattgedrückt ausgesehen – ein typisches Zeichen für heranwachsende Jungvögel. Ein anderer Kasten war mit Eicheln gefüllt, dem Wintervorrat einer Gelbhalsmaus. Plötzlich fielen zwei weißliche Maden heraus: Larven des Eichelbohrers, wie Ben, Linda und Matthias erklärten.
Matthias zeigte verschiedene Nestertypen und berichtete von seinen Erfahrungen bei Nistkastenkontrollen – besonders die Anekdote über die Vogelflöhe sorgte für Lacher. Zum Abschluss durften die JuNas ein frisch desinfiziertes Meisennest genauer unter die Lupe nehmen. Doch eine traurige Entdeckung machte sie nachdenklich: Die Meisen hatten beim Nestbau viel Plastik verwendet, und der tote Vogel hatte sich in einem Plastikfaden verheddert. Dies war vermutlich der Grund, warum er das Nest nicht verlassen konnte.
Ein dringender Appell an alle Gartenbesitzer: Sammelt Plastik im Garten auf und verzichtet auf Plastikfolien, Säcke oder Vliese. Besonders die im Baumarkt erhältlichen Gewebeplanen sind problematisch: Sie zerfallen schnell, und die Fäden werden zur Gefahr für Tiere. Vögel nutzen sie als Nestmaterial – mit oft tödlichen Folgen für die Küken. Zudem entsteht Mikroplastik, das Böden, Gewässer und schließlich die Nahrungskette belastet. Weitere Informationen dazu findet ihr im: Plastikatlas des BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung (2019)
Doch es gab auch positive Entdeckungen: Die JuNas fanden Käfer, Florfliegen und Vogelflöhe und untersuchten ihre Funde unter dem Binokular. So entdeckten sie Details, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
Wir hoffen, dass der Tag allen JuNas viel Freude bereitet hat, und bedanken uns wiedermal ganz herzlich bei Matthias für die tolle Unterstützung und an Lindas Mama für das leckere Apfelmus! Vielen Dank auch an Familie Decker für die Bereitstellung des Vogelnests.

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Dieses noch mit Eiern gefüllte Nest wurde vermutlich aufgrund von Störungen aufgegeben. Damit es im nächsten Jahr wieder als Brutplatz dienen kann, sollte der Nistkasten nun gereinigt werden.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die kleine Meise hatte sich in einem Plastikfaden verfangen und starb vermutlich daran.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die JuNas wollten herausfinden, wie viel Plastik sich in diesem Nest tatsächlich befindet.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter an der kommunalen Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstraße 192) finden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.