BUND Regionalgruppe Chemnitz
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13.05.2026 Gefiederte Nachbarn in Gablenz – unterwegs mit den Jungen Naturwächtern (GK)

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Obwohl das lange Wochenende bevorstand, traf sich an diesem Tag ein kleiner JuNa-Trupp zur gemeinsamen Vogelbeobachtung im Stadtteil Gablenz. Unterstützt wurden die Jungen Naturwächter dabei von dem erfahrenen Ornithologen Klaus Müller. Treffpunkt war die Naturschutzstation, von wo aus es zur eigenen kleinen „Stunde der Gartenvögel“ hinausging – auch wenn die offizielle Mitmachaktion bereits am Wochenende zuvor stattgefunden hatte. 
Noch bevor die eigentliche Beobachtung begann, kam ein besorgter Anwohner vorbei und berichtete von einem ungewöhnlich platzierten Vogelnest nahe der Grundschule Gablenz. Das Nest sollte sich der Beschreibung nach direkt über einem Fußweg befinden und nun wollte er wissen, ob ein Eingreifen notwendig sei. Dazu wollten sich die JuNas gemeinsam mit unserem Ornithologen erst einmal selbst ein Bild von der Situation vor Ort machen. Für die Jungen Naturwächter stand damit schnell fest: Dieses Nest musste gefunden werden! Besonders spannend war das natürlich für zwei Teilnehmende, die selbst die nahegelegene Grundschule besuchen und sich nun auf die Suche in ihrem eigenen „Revier“ machten.
Zu Beginn schlichen jedoch erst einmal alle ganz leise in den Garten der Naturschutzstation. Dort wartete bereits ein besonderes Highlight: Die Stockente brütete noch immer im Garten und konnte mit Ferngläsern und sogar durch das Spektiv aus nächster Nähe beobachtet werden. Auch das Blaumeisenpaar am Nistkasten war unermüdlich im Einsatz, um seinen hungrigen Nachwuchs zu versorgen. Dazu flogen zahlreiche Stare, Mauersegler und Stieglitze über die Köpfe der JuNas hinweg. Nur der Turmfalkenkasten am benachbarten Wohnblock scheint in diesem Jahr leider unbesetzt zu bleiben.

Für die Jungen Naturwächter war das Spektiv neben dem Fernglas ein unverzichtbares Hilfsmittel, um die Vögel auch aus größerer Entfernung ganz genau und möglichst störungsfrei beobachten zu können.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

In einem Gebüsch entdeckten die JuNas auffällig viele Rabenkrähen. Bei genauerem Hinsehen stellte Linda fest, dass dort erneut große Mengen Körner ausgestreut worden waren. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, warum das massive Füttern von Wildtieren im Sommer problematisch sein kann. Die JuNas erfuhren dabei, dass sich Krankheiten wie die Vogelgrippe schneller verbreiten können und zudem Tiere wie Ratten oder Waschbären angelockt werden. Auch die natürlichen Verhaltensweisen der Wildtiere können durch solche Eingriffe beeinflusst werden. 
Anschließend führte die Suche nach dem geheimnisvollen Nest zur Grundschule Gablenz. Zunächst blieb diese allerdings erfolglos. Dafür konnten die JuNas an einem nahen Wohnblock die neue Dohlenkolonie an den Nisthilfen beobachten. Dabei wurde erklärt, welche Vogelarten die verschiedenen Nisthilfen eigentlich nutzen sollen. Besonders viele Kästen waren dort für Mauersegler angebracht worden. Umso überraschter waren die JuNas, als sie mit ihren Ferngläsern entdeckten, dass aus einer Nisthilfe stattdessen zwei junge Stare herausschauten. Lautstark bettelten sie nach Futter, doch die Elterntiere hielten sich zurück – offenbar sollten die Jungvögel nun endlich ihren ersten mutigen Schritt hinaus aus dem Nest wagen. 

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die Stockente brütet noch immer im Garten der Naturschutzstation.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Noch zögerten die jungen Stare – der große Sprung aus dem sicheren Nest wollte gut überlegt sein.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Eine spannende Laune der Natur: Diese Hybridkrähe ist eine Kreuzung aus Rabenkrähe und Nebelkrähe (Corvus corone corone × Corvus corone cornix).  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Auf dem Rückweg legten die JuNas noch einen kurzen Stopp auf dem Spielplatz ein, während Klaus, Linda und Ben die Suche nach dem gesuchten Nest fortsetzten. Und tatsächlich: Der erfahrene Ornithologe konnte das Nest schließlich entdecken. Es handelte sich um ein Stieglitznest, das an einem langen Ast eines Ahorns befestigt war und direkt über dem Weg hing. Trotz des starken Schwankens war das Nest stabil gebaut und fest mit dem Ast verbunden. Für die JuNas war es ein ganz besonderer Moment, einen brütenden Stieglitz aus nächster Nähe beobachten zu können. Schnell wurde klar: Die Vögel haben sich diesen Platz selbst ausgesucht und benötigen keine menschliche Hilfe.

Auch auf dem weiteren Rückweg gab es noch Spannendes zu entdecken. Unter anderem konnten die JuNas eine Hybrid-Krähe beobachten. Klaus und Ben erklärten dabei anschaulich, was es mit diesen besonderen Krähen auf sich hat und warum solche Mischformen entstehen können. Wieder einmal staunten die JuNas über die faszinierende Vielfalt der Vogelwelt direkt vor ihrer Haustür.

Zufrieden mit vielen spannenden Beobachtungen und neuen Erkenntnissen kehrten schließlich alle zur Naturschutzstation zurück und verabschiedeten sich in den Feierabend.

Ein wirklich ungewöhnlicher Ort für ein Nest – mitten über einem Fußweg. Doch die Stieglitze haben sich diesen Platz ganz bewusst selbst ausgesucht.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein Stieglitznest aus nächster Nähe beobachten zu können, ist etwas ganz Besonderes – für die Jungen Naturwächter war das eine beeindruckende und seltene Erfahrung.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Zum Abschluss wurden gemeinsam noch einmal alle beobachteten Vogelarten zusammengetragen und die spannendsten Entdeckungen des Nachmittags besprochen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.