BUND Regionalgruppe Chemnitz
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 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Da die Veranstaltung in der Woche zuvor aufgrund der schlechten Wettervorhersage abgesagt werden musste, wurde diesmal passend zum Thema Wintervögel die Fernglasübung nachgeholt, die wir schon bei den Jungen Naturwächtern des Grundkurses ausprobiert hatten. Auch wenn es zu Beginn noch einige Verständnisfragen zur Aufgabenstellung gab, hatten alle JuNas schnell viel Freude daran, die Vögel auf den kleinen Fotos am anderen Ende des Raumes mithilfe der Ferngläser zu suchen und zu bestimmen. 
Dabei waren bewusst kleine „Fallen“ eingebaut: So war der zu bestimmende Haubentaucher im Schlichtkleid abgebildet, und von einigen Vogelarten waren sowohl Männchen als auch Weibchen zu sehen. Bei manchen Vogelarten sind Männchen und Weibchen unterschiedlich gefärbt, was die Bestimmung zusätzlich erschwert. Auf diese Weise wurde deutlich, dass Vögel – genau wie in der Natur – nicht immer so aussehen wie in Bestimmungsbüchern. Oft muss man genauer hinschauen, um eine Art sicher zu erkennen.
Dies konnten die JuNas gut am Beispiel des allen bekannten Buntspechts und des weniger bekannten Mittelspechts feststellen. Hier sind genaue Kenntnisse der Unterschiede notwendig, um beide Arten eindeutig voneinander zu unterscheiden. Besonders anschaulich zeigte sich dies auch am Beispiel des Mäusebussards, bei dem es große Unterschiede im Aussehen und in der Färbung geben kann.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach dieser spannenden Übung, bei der die JuNas den Umgang mit dem Fernglas und den Bestimmungsbüchern vertiefen konnten, ging es an den praktischen Teil der Veranstaltung. Dafür hatten Ben und die Mitarbeitenden der Naturschutzstation – wie schon in den vergangenen Jahren – Holzstangen vorbereitet, zugesägt und mit größeren Bohrlöchern versehen, in die später die Futtermischung gefüllt werden konnte. Dies sollte den JuNas nachhaltige Alternativen zu Meisenknödeln in Plastiknetzen oder anderen weniger geeigneten Upcycling-Varianten aufzeigen. Denn wenn die Vögel das Futter aufgefressen haben, bleiben diese Materialien häufig als Müll in der Natur zurück, können Tiere gefährden und belasten die Umwelt.
Viele der Teilnehmenden kannten diesen Programmpunkt bereits aus früheren Veranstaltungen und waren mit den einzelnen Arbeitsschritten vertraut. So wurden sogar einige Futterstangen aus den letzten Jahren zur Wiederbefüllung mitgebracht – ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens. Die ein oder andere verwitterte Futterstange kann nun auf dem Totholzstapel noch als Nahrung für Pilze und Käfer dienen und so dem Naturkreislauf wieder zugeführt werden.
Bevor es losging, durfte natürlich die Schürze nicht fehlen, denn bei der Herstellung des Vogelfutters wurde wieder mit reichlich Fett gearbeitet. Gemeinsam wurde besprochen, welche Zutaten in eine geeignete Futtermischung gehören. Als Bindemittel kam tierisches Fett zum Einsatz, das Vögeln im Winter wichtige Energie liefert; alternativ eignet sich auch Kokosfett, das jedoch schneller schmilzt. Ergänzt wurde die Mischung durch verschiedene Kerne und Körner wie Weizen, Hafer, Hanf sowie geschälte und ungeschälte Sonnenblumenkerne. Auch Erdnüsse durften nicht fehlen. Mit etwas Mehl als zusätzlichem Bindemittel entstand daraus eine gut formbare Masse.
Anschließend wurde die Mischung sorgfältig in die vorbereiteten Holzstangen gedrückt, sodass die Futterstangen später draußen gut halten und den Vögeln als energiereiche Nahrungsquelle dienen können. Die JuNas gingen nach der Veranstaltung glücklich mit ihren neu befüllten Futterstangen ins Wochenende, denn sie wussten, wie spannend es ist, die Vögel beim Besuch dieser Futterstellen zu beobachten.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.