Alle Jahre wieder! Auch in diesem Frühjahr haben die Jungen Naturwächter des Aufbaukurses den Gartenteich an der Naturschutzstation Chemnitz genauer unter die Lupe genommen.
Da viele JuNas bereits Erfahrung im sogenannten „Tümpeln“ gesammelt haben, konnten sie sich in diesem Jahr besonders intensiv mit den verschiedenen Wasserlebewesen beschäftigen. Neben dem Sammeln und Bestimmen stand vor allem das genaue Beobachten und Staunen im Mittelpunkt – denn auch in einem kleinen Teich verbirgt sich eine faszinierende Vielfalt. So hatten die JuNas an diesem Tag das Glück, den Schupf einer Vierflecklibelle (Libellula quadrimaculata) zu beobachten.
Eine frisch geschlüpfter Vierfleck (Libellula quadrimaculata) konnte an diesem Tag von den Jungen Naturwächtern am Teich der Naturschutzstation beobachtete werden. Die alte Larvenhaut (Exuvie) bleibt dabei an den Uferpflanzen zurück.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Kescher in die Hand und los!
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Bevor es an den Teich ging, wurden wie immer die wichtigsten Sicherheitshinweise wiederholt. Dann durfte endlich gekeschert werden! Immer zwei Kinder durften gleichzeitig zum Tümpel gehen und vorsichtig ihr Glück versuchen.
Nachdem die Sicherheitshinweise wiederholt wurden, konnten die ersten zwei JuNas auch schon am Teich ihr Glück versuchen. Ein genaues Ziel gab es dabei nicht. Von den vergangenen Jahren wussten die JuNas auch noch, dass beim Umgang mit dem Kescher im Teich immer Vorsicht geboten ist. Schließlich sind immer verschiedene Entwicklungsstadien von verschiedenen Tieren vorhanden, die wir nicht stören wollen. Nach kurzer Zeit waren die ersten Posthornschnecken, Molche und Libellenlarven in den Netzen. Doch auch zunächst nicht mit dem Auge sichtbare kleine Teichbewohner landeten in den Eimern und konnten dann in der Station beobachtet und bestimmt werden.
Kleinstlebewesen ganz groß
Dieser Gemeine Wasserfloh (Daphnia pulex) wurde von den Jungen Naturwächtern im Teich der Naturschutzstation gefangen und ausgiebig betrachtet.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Während draußen fleißig gekeschert wurde, wartete drinnen ein Highlight auf die Gruppe: mit einem neuen digitalen Mikroskop konnte das Teichwasser auf seine kleinsten Bewohner untersucht werden. Schon ein einziger Milliliter Wasser genügte, um bei den JuNas große Begeisterung auszulösen. Denn plötzlich war das unscheinbare Wasser voller Leben und zeigte unter anderem Wasserflöhe und andere Mikroorganismen. Das war faszinierend für die Jungen Naturwächter, die sonst als Teichbewohner nur Molche und Co. kannten. Schnell war der Entdeckergeist bei allen geweckt und auch mit den anderen Binokularen wurden verschiedene Wassertiere untersucht. "Schau mal, die Larve vibriert!" - Hier entdeckten die JuNas, wie Eintagsfliegen atmen. Sie besitzen äußere fächer- oder federartige Kiemen, die sogenannten Tracheenkiemen. Diese können am Körper oder am Körperende sitzen. Das Vibrieren sorgt dafür, dass ein Wasseraustausch stattfindet und so der Sauerstoff herausgefiltert wird. Die adulten Fliegen atmen dann über Tracheen, wie andere Insekten auch, und die äußeren Lappen werden zurückgebildet.
Welche Merkmale sind für die Bestimmung wichtig?
Unter dem Binokular konnten die Jungen Naturwächter die gefundenen Larven genau betrachten.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wer schon einmal versucht hat, eine Libellenlarve ohne Vorwissen zu bestimmen, weiß, wie herausfordernd das sein kann. Kleinlibellen und Großlibellen lassen sich noch recht gut voneinander unterscheiden – aber bei der genauen Artbestimmung wird es knifflig. Die Jungen Naturwächter betrachteten deshalb mehrere Larven, verglichen Größe, Form und Farbe und machten sich mit den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen vertraut. Anschließend wurde in den Bestimmungsbüchern nachgeschlagen, um herauszufinden, um welche Arten es sich handeln könnte. Das war gar nicht so einfach, denn die gezeichneten Abbildungen in den Büchern sahen oft ganz anders aus als die Larven in den Becherlupen. Doch auch wenn nicht immer eine genaue Bestimmung möglich war, konnten einige Arten ausgeschlossen und begründete Vermutungen angestellt werden. Für angehende Artenkenner ist es schließlich entscheidend, sich zunächst intensiv mit den Tieren zu beschäftigen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen, den Umgang mit Bestimmungshilfen zu üben und dabei vor allem Neugier und Geduld zu entwickeln. Unterstützt wurden die JuNas dabei wieder von unserem ehrenamtlichen Naturfreund Matthias. Mit zahlreichen spannenden Anekdoten aus seiner langjährigen Erfahrung – besonders mit Schulklassen – bereicherte er die Veranstaltung und sorgte wie immer für viele interessante Einblicke.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Neben Klein- und Großlibellenlarven, Eintagsfliegenlarven, Molchen und Schnecken wurde auch eine winzige Molchlarve entdeckt. Sie war vermutlich erst kurz zuvor geschlüpft – so klein, dass sie selbst mit der Becherlupe zunächst kaum zu erkennen war. Außerdem entdeckte eine junge Naturwächterin ein Gelege, das sie neugierig unter dem Binokular untersuchte. Vermutlich stammte es von einer Wasserschnecke. Wie so oft verging die Zeit viel zu schnell. Die JuNas hätten den Teich gerne noch weiter nach spannenden Lebewesen erforscht. Doch irgendwann müssen auch die gefangenen Tiere wieder in ihren Lebensraum zurück – und die JuNas ins wohlverdiente Wochenende. Zahlreiche Fotos wurden gemacht, damit auch die Familien zu Hause an den spannenden Entdeckungen im Teich teilhaben können. Gleichzeitig dienen sie als Erinnerung und Vergleichsmöglichkeit für kommende Veranstaltungen – so lässt sich leichter erkennen, ob bereits bekannte oder neue Arten entdeckt wurden. Die Vorfreude auf die nächste Veranstaltung zum Thema „Teich“ war bereits deutlich spürbar. Besonders erfreulich: Die neuen Binokulare haben sich bestens bewährt. Dank ihnen konnten viele faszinierende Beobachtungen gemacht werden, die mit bloßem Auge nicht möglich gewesen wären.
Vielen Dank an unsere freiwilligen Helfer Gabi, Nathanael und Matthias! Ohne ehrenamtliche Unterstützung wären einige unserer Veranstaltungen nicht möglich.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.