BUND Regionalgruppe Chemnitz
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20.05.2026 Bodenlebewesen entdecken: Die verborgenen Helfer im Naturkreislauf (GK)

Gemeinsam mit unserem ehrenamtlichen Helfer entnahmen die Jungen Naturwächter gespannt eine Bodenprobe aus dem Kompost der Naturschutzstation – in der Hoffnung auf viele spannende Entdeckungen zwischen Erde, Laub und kleinen Krabbeltieren.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Bei diesem JuNa-Treffen in der Naturschutzstation drehte sich alles um die faszinierende Welt der Bodenlebewesen. Gemeinsam gingen die Jungen Naturwächter der Frage nach, warum Regenwürmer, Asseln, Schnecken und viele weitere kleine Tiere für unser Ökosystem so wichtig sind. Dabei lernten die JuNas, dass Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenreste zersetzen, den Boden lockern, Nährstoffe verfügbar machen und somit eine wichtige Grundlage für gesunde Pflanzen und funktionierende Lebensräume schaffen. Unterstützung bekamen die JuNas an diesem Tag von Matthias Rodig, unserem ehrenamtlichen Helfer, welchen die JuNas schon von anderen Veranstaltungen kannten. Gleich zu Beginn durfte ein Eimer voller Kompost aus dem Garten der Naturschutzstation geholt werden, der sofort von den JuNas auf erste spannende Bodenbewohner untersucht wurde. Doch bevor es richtig losgehen sollte, schauten wir auch noch einmal beim Stockentennest im Garten vorbei, welches leider erneut von Steinmardern geplündert worden war.

Auf Entdeckungstour im Kompost: Mit viel Geduld und Forschergeist untersuchten die Jungen Naturwächter die Komposterde aus dem Garten der Naturschutzstation und förderten dabei zahlreiche spannende Bodenbewohner zutage.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Danach ging es richtig los: Mit Schaufeln, Pinseln und viel Neugier wurde die Erde nach kleinen Tieren durchsucht. Die entdeckten Bodenlebewesen wurden vorsichtig in Becherlupen gesetzt, damit alle sie aus nächster Nähe beobachten konnten. Schnell zeigte sich, wie vielfältig das Leben im Boden ist – von Tieren mit gar keinen bis hin zu solchen mit unzähligen Beinen war alles dabei. Besonders eifrig wurden auch die Bestimmungshilfen studiert und die eigenen Funde mit den Abbildungen verglichen. 
Zusätzlich hatten Matthias und Ben noch Laubstreu aus dem Mühlenbusch und dem Küchwald mitgebracht, die ebenfalls untersucht werden konnte. Darunter befand sich sogar ein kleiner Kokon an einem Blatt. Als dieser vorsichtig geöffnet wurde, kamen zur großen Überraschung der JuNas viele winzige Spinnen zum Vorschein. Auch die zahlreichen Schnecken – mit und ohne Häuschen – sorgten für Begeisterung. Schnell wurden die Lupen zu kleinen „Schneckenbeobachtungsstraßen“, auf denen die Tiere aufmerksam verfolgt wurden.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Schnecken wie diese Hainschnirkelschnecke (Cepaea nemoralis) faszinieren die Jungen Naturwächter immer wieder.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die Weinbergschnecke (Helix pomatia) ist die größte heimische Landschnecke und steht unter besonderem Schutz. Als wichtiger Zersetzer hilft sie dabei, abgestorbenes Pflanzenmaterial abzubauen und Nährstoffe in den Kreislauf zurückzuführen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Der Gemeine Steinkriecher (Geophilus flavus) gehört zu den Hundertfüßern und ist ein wichtiger Bewohner des Bodens. Auf der Suche nach kleinen Beutetieren durchstreift er die dunklen Hohlräume im Erdreich und trägt so zum natürlichen Gleichgewicht im Boden bei.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
In einer Bodenprobe fanden die Jungen Naturwächter die Larve eines Kurzflügelleuchtkäfers (Phosphaenus hemipterus) – ein spannender Fund, der die verborgene Vielfalt des Lebens im Boden eindrucksvoll zeigt.
Die Gewöhnliche Kugelassel (Armadillidium vulgare) ist ein häufiger und bedeutender Bodenlebewesen, der durch seine Fähigkeit zur Kugelbildung besonders bekannt ist und eine wichtige Rolle beim Zersetzen organischen Materials spielt.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Winzig und doch beeindruckend: Mit ihren Lupen nahmen die Jungen Naturwächter das Ei des Aurorafalters (Anthocharis cardamines) ganz genau unter die Lupe und staunten über die filigranen Strukturen dieses kleinen Naturwunders.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nachdem zahlreiche Asseln, Erdläufer, Hundertfüßer und Schnecken entdeckt und die Bestimmungshilfen ausgiebig studiert worden waren, ließ die Aufmerksamkeit langsam nach. Zum Abschluss halfen die JuNas noch fleißig beim Aufräumen. Als kleine Belohnung wartete jedoch noch ein besonderes Naturhighlight auf die Nachwuchsforscher: An einer Knoblauchsrauke konnten sie das Ei des Aurorafalters bestaunen. Die JuNas staunten nicht schlecht über dieses winzige orangefarbene Wunderwerk der Natur und konnten kaum glauben, dass daraus einmal ein Schmetterling schlüpfen wird. Mit vielen neuen Eindrücken aus der faszinierenden Welt der Bodenlebewesen verabschiedeten sich schließlich alle von Matthias und berichteten auf dem Heimweg begeistert von ihren spannenden Entdeckungen des Tages. 
Ein herzliches Dankeschön gilt unserem ehrenamtlichen Helfer und Naturfreund Matthias Rodig, der die JuNas mit seinem Wissen und seiner Begeisterung für die Natur unterstützt hat. Durch seine mitgebrachten Bodenproben und die vielen spannenden Informationen wurde dieser Forschernachmittag zu einem besonderen Erlebnis.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.