BUND Regionalgruppe Chemnitz
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20.06.2026 Tag der Jungen Naturwächter im Wildgatter Oberrabenstein (AK+GK)

JuNa-Tag 2026 im Wildgatter Oberrabenstein – Gemeinsam Natur entdecken in Sachsen

 (Erwin Martin / Junge Naturwächter Chemnitz)

Der JuNa-Tag 2026 der Jungen Naturwächter Chemnitz führte Kinder und Jugendliche aus dem NAJU Naturschutzzentrum Chemnitz sowie der Naturschutzstation Chemnitz-Gablenz (Stadt Chemnitz & BUND Chemnitz) in diesem Jahr ins Wildgatter Oberrabenstein. Der Tag stand ganz im Zeichen des Entdeckens, Beobachtens und Verstehens heimischer Wildtiere – mitten in einer naturnahen Umgebung, die ideale Bedingungen für intensive Tierbeobachtungen bot. 
Sachsenweit trafen sich an diesem Tag die verschiedenen JuNa-Gruppen zum jährlichen Aktionstag der Jungen Naturwächter. Er bringt die regionalen Gruppen aus den Landkreisen zusammen, um gemeinsam die Natur zu erforschen und Gleichgesinnte zu treffen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das gemeinsame Naturerlebnis, sondern auch der Austausch zwischen den JuNas aus verschiedenen Einrichtungen und Regionen.
Der JuNa-Tag bietet die Möglichkeit, das im Laufe des Jahres erworbene Wissen praktisch anzuwenden, neue Einblicke in Naturschutzthemen zu gewinnen und zu erleben, wie vielfältig und lebendig Umweltbildung in Sachsen gestaltet wird. Gleichzeitig stärkt er das Gemeinschaftsgefühl und zeigt, dass Naturschutz am besten gemeinsam gelingt.

 (Erwin Martin / Junge Naturwächter Chemnitz)

Nach einer feierlichen Begrüßung aller Teilnehmenden und Helfenden startete der JuNa-Tag mit einem kleinen Kennenlernspiel. Dabei hatten die Gruppen bereits Gelegenheit, sich gegenseitig „zu beschnuppern“ und erste Kontakte zu knüpfen. Anschließend wurden die Jungen Naturwächter in drei Kleingruppen eingeteilt: die Frischlinge, die Waldameisen und die Kolkraben. Ausgestattet mit einem Laufzettelquiz machten sich die Teams mit ihren Gruppenbegleitenden auf den Weg zu ihren Stationen. Zunächst galt es jedoch, ein Rätsel zu lösen, das den Hinweis auf die jeweils erste Station lieferte. Mit der Auflösung und einer Karte des Wildgatters begann schließlich die spannende Entdeckungstour. An den einzelnen Stationen wurden die JuNas von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie älteren JuNas empfangen. Dort erfuhren sie viel Wissenswertes über die Tiere des Wildgatters, konnten eigene Beobachtungen einbringen und ihre zahlreichen Fragen stellen.

Auf leisen Pfoten unterwegs – Dem Geheimnis der Wildkatze auf der Spur

 (B. Franke / Junge Naturwächter Chemnitz)

An der Station zur Wildkatze ging es um eines der scheuesten Tiere unserer Wälder. Viele JuNas staunten darüber, wie leicht Wildkatzen mit Hauskatzen verwechselt werden können – und doch leben sie ein völlig anderes Leben im Verborgenen. Besonders der buschige, geringelte Schwanz und die schwarze Spitze gelten als wichtige Unterscheidungsmerkmale. Zudem ist ihre Fellzeichnung eher verwaschen im Gegensatz zu vielen Hauskatzen, die ein deutliches Muster aufweisen. An dieser Station wurde deutlich, wie stark die Wildkatze auf ungestörte, naturnahe Wälder angewiesen ist und welche Gefahren es nach wie vor für sie gibt. Vom BUND Wildkatzenteam in Leipzig durften wir uns einiges Infomaterial ausleihen und den Jungen Naturwächtern so noch anschaulicher das Thema erklären. Am Wildkatzengehege konnten die JuNas ihre Augen offen halten und leise beobachten, ob sich das ein oder andere scheue Tier doch mal zeigt. Und tatsächlich hatte eine Gruppe das Glück, gleich mehrere Kätzchen beobachten zu können. Allen fiel dabei auf, dass die Tiere unglaublich gut getarnt sind und mit Bäumen und dem Untergrund nahezu verschmelzen.

Auf den Fährten des Wildtiers des Jahres 2026

 (B. Franke / Junge Naturwächter Chemnitz)

Auch der Rothirsch, das Wildtier des Jahres 2026, stand im Mittelpunkt einer Station. Hier konnten die JuNas von einer erfahrenen Försterstochter viel Spannendes über das Leben und Verhalten der größten heimischen Hirschart erfahren. Die imposanten Geweihe, die jedes Jahr neu gebildet und wieder abgeworfen werden, beeindruckten ebenso wie das historische Jagdhorn, das den Bezug zwischen Kulturgeschichte und Wildtierwelt hörbar machte. Wer sich traute, durfte sogar selbst versuchen, dem Horn einen Ton zu entlocken. Gleichzeitig wurde vermittelt, wie wichtig ruhige Rückzugsräume und strukturreiche Wälder für den Rothirsch sind. Besonders anschaulich wurde dies, als die JuNas eine imposante Geweihstange selbst in die Hand nehmen durften. Dabei stellten viele überrascht fest, dass schon ein einzelnes Geweih erstaunlich schwer ist – und dass es gar nicht so einfach sein kann, gleich zwei dieser beeindruckenden „Kopfbedeckungen“ über mehrere Monate hinweg zu tragen.

Rückkehr der großen Beutegreifer – Die verschiedenen Lebensweisen von Luchs und Wolf

 (B. Franke / Junge Naturwächter Chemnitz)

An der Station Luchs und Wolf ging es um zwei der faszinierendsten Großraubtiere Mitteleuropas. An dieser Station warteten drei Junge Naturwächterinnen auf die einzelnen Gruppen. Die Dienstältesten waren schon bei einigen JuNa-Tagen dabei und kennen sich bereits gut mit vielen Tierarten aus. Besonders der Luchs sorgte für Begeisterung: Mit etwas Glück konnten die JuNas die Tiere hoch oben in den Bäumen beobachten, wo sie sich erstaunlich geschickt und fast lautlos bewegten.
Beim Wolf lag der Fokus auf seinem Leben im Rudel und seiner wichtigen Rolle als Beutegreifer. Wölfe kommunizieren über ein komplexes System aus Lauten, Körpersprache und Duftmarken. Ein Wolfsrudel funktioniert im Grunde wie eine gut organisierte Familie. Ein besonderer Moment war die Begegnung mit den Luchsen und Wölfen. Während sich der Wolf vor allem als heimlicher Bewohner der Wälder den JuNas eher ungern zeigte, sorgten die Luchse für große Begeisterung: Hoch oben in den Fichten waren sie mitunter nur schwer zu entdecken – und gerade deshalb umso faszinierender. Ihre ruhige, fast lautlose Art der Fortbewegung machte deutlich, warum sie als echte „Phantomkatzen“ der Wälder gelten.

Engagement sichtbar gemacht – Urkunden für aktive JuNas

 (B. Franke / Junge Naturwächter Chemnitz)

Eigentlich war nach dem Stationenlauf noch eine gemeinsame praktische Naturschutzaktion mit dem Wildgatter geplant. Gemeinsam wollten die JuNas Äste schneiden, bündeln und als Winterfuttervorrat für die Hirsche vorbereiten. Aufgrund der Wettervorhersage mit hohen Temperaturen und einem möglichen Gewitterrisiko zur Mittagszeit entschieden wir uns jedoch gemeinsam mit dem Wildgatter, diesen Programmpunkt vorsorglich abzusagen.
Nachdem alle Gruppen ihre Stationen erfolgreich absolviert hatten, ging es daher zurück zum Eingangsbereich des Wildgatters. Dort wartete bereits das von einem ehrenamtlichen Koch des BUND vorbereitete Mittagessen auf die hungrigen JuNas und Helfenden. Die gemeinsame Mittagspause bot Gelegenheit, sich zu stärken, die Erlebnisse des Vormittags auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Schnell wurden erste Freundschaften geschlossen und überall wurde angeregt über die beobachteten Tiere, gelösten Rätsel und spannendsten Momente des Tages berichtet.
Den feierlichen Abschluss bildete die Übergabe der Urkunden und Zertifikate. Die JuNas, die bereits den Grund- oder Aufbaukurs erfolgreich absolviert hatten, erhielten ihre von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) ausgestellten Zertifikate. Zusätzlich bekamen sie Bestimmungstafeln, wie sie auch während der JuNa-Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Alle Teilnehmenden erhielten darüber hinaus eine Erinnerungsurkunde für ihre erfolgreiche Teilnahme am JuNa-Tag 2026 sowie die Möglichkeit, sich noch ein kleines Geschenk auszusuchen. Viele Eltern waren zu diesem Zeitpunkt bereits eingetroffen und konnten die Urkundenvergabe miterleben. Entsprechend groß war der Stolz der JuNas, ihre Auszeichnungen entgegenzunehmen. Nach dem offiziellen Abschluss ließen zahlreiche Familien den Tag noch gemeinsam im Wildgatter ausklingen, erkundeten die Anlage auf eigene Faust oder nutzten den Spielplatz. Dabei wurden die Erlebnisse des Tages noch einmal ausführlich besprochen und die vielen schönen Eindrücke gemeinsam Revue passieren gelassen.

Unser herzlicher Dank gilt dem Wildgatter Oberrabenstein, dem Wildkatzenteam des BUND Sachsen, allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den älteren JuNas, die die Stationen betreuten und Gruppen begleiteten, dem ehrenamtlichen Koch sowie allen weiteren Unterstützenden und Familien. Nur durch das Engagement aller Beteiligten konnte der JuNa-Tag 2026 zu einem so gelungenen und unvergesslichen Erlebnis werden.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.