BUND Regionalgruppe Chemnitz
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27.08.2025 Stachelnasen zu Besuch - Unser heimischer Igel ist gefährdet

 (B. Franke / Jungen Naturwächter / BUND Chemnitz)

In dieser Veranstaltung drehte sich alles um unseren heimischen Igel (Erinaceus europaeus), der auch Westeuropäischer oder Braunbrustigel genannt wird. Trotz seiner nächtlichen und eher verborgenen Lebensweise gehört er zu den bekanntesten und beliebtesten Gartenbewohnern. Doch die Art, die bereits seit Millionen von Jahren existiert, ist heute stark gefährdet.

Woran das liegt und wie man Igeln helfen kann, erfuhren die Jungen Naturwächter des Grundkurses von Yvette. Sie engagiert sich beim Verein Stachelnasen Zwickauer Land e.V. und pflegt dort gemeinsam mit vielen Freiwilligen verletzte oder geschwächte Tiere. Yvette berichtete anschaulich, wie und wo Igel leben, was sie fressen und welche natürlichen Feinde sie haben.

Die JuNas wussten schon, dass es weltweit verschiedene Igelarten gibt – sogar der Ameisenigel, der als eierlegendes Säugetier eigentlich gar kein „richtiger“ Igel ist, war ihnen bekannt. Auch die Gefahr durch den Straßenverkehr konnten sie nachvollziehen: Das angeborene Verhalten, sich bei Gefahr zusammenzurollen, schützt zwar vor Fressfeinden, nicht jedoch vor Autos.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Darüber hinaus sind die Bedrohungen für Igel vielfältiger geworden – und meist vom Menschen verursacht. Viele Gärten bieten kaum noch geeigneten Lebensraum, da durch zu viel Ordnungsliebe natürliche Strukturen verschwinden. Als nächtlicher Räuber findet der Igel deshalb immer weniger Nahrung, die hauptsächlich aus Insekten und anderen Gliederfüßern besteht. Schnecken und Regenwürmer frisst er eher in Notzeiten, da diese Parasiten übertragen und die Tiere krank machen können. Wer Igel unterstützen möchte, sollte das richtige Futter bereitstellen: Wasser in warmen, trockenen Sommern, aber niemals Milch oder Obst, da Igel beides nicht vertragen. Sie sind reine Fleischfresser und nehmen auch gerne geeignetes Katzen- oder Hundefutter ohne Gemüse und Getreide an. Wichtig ist: Gut informieren, bevor man hilft – denn viele Mythen über den Igel halten sich hartnäckig und führen schnell zu Fehlern. Außerdem lockt das Zufüttern auch andere Mitesser an, die nicht immer erwünscht sind. Die JuNas wissen nun, wie sie erkennen können, ob ein Igel Hilfe braucht oder nicht. Auch über die Gestaltung eines igelfreundlichen Gartens wurde gesprochen. Dabei gilt: Je naturnäher, desto besser. Mit vielen heimischen Pflanzen lässt sich auch geeignete Nahrung im Garten ansiedeln, worüber sich die Ige sicherlich freune würden. Totholzstapel beispielsweise bieten nicht nur Igeln, sondern auch zahlreichen anderen Tieren sichere Verstecke – wie die JuNas bei einem Rundgang durch die Naturschutzstation selbst sehen konnten.

Gemeinsam schauten die Jungen Naturwächter, ob die Naturschutzstation Igeln einen geeigneten Lebensraum bietet. Der große Totholzstapel und die Wiese sind dafür sicherlich gut geeignet.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Diesen C-Falter (Polygonia c-album) in der Naturschutzstation Chemnitz würde ein Igel sicherlich nicht verschmähen.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wie spitz die Stacheln eines Igels tatsächlich sind, konnten die Jungen Naturwächter auch mit echten Igelstacheln testen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Zum Abschluss ging es noch einmal hinaus auf den Hof der Naturschutzstation – schließlich machte sich am Mittwochnachmittag auch der Bewegungsdrang bemerkbar. Yvette wollte nun herausfinden, wie gut die JuNas zugehört hatten. Beim allen bekannten Spiel „Eins, zwei oder drei“ stellten sie ihr Igelwissen unter Beweis. Dabei zeigten die Kinder, dass sie ihren Titel als Junge Naturwächter wirklich verdienen – und beeindruckten unsere Besucherin sehr, denn sie konnten alle Fragen richtig beantworten. Währenddessen trafen nach und nach die Eltern zur Abholung ein. Die restliche Zeit nutzten wir, um uns von unserer Gastreferentin von den Stachelnasen Zwickauer Land e.V. zu verabschieden und ihr nochmals herzlich für den spannenden Nachmittag zu danken. Insgesamt war es eine rundum gelungene Veranstaltung, denn sie zeigt, wie wichtig Engagement, Aufklärungs- und Netzwerkarbeit im Naturschutz ist.

Wer sich mehr für das Thema Igelschutz informieren möchte, einen Igelnotfall hat oder sogar unterstützen möchte, kann sich gerne hier auf der Website der  STACHELNASEN Zwickauer Land e.V. informieren.

Vielen Dank an Yvette für ihren tollen Vortrag über den Igelschutz und das tolle Engagement der zahlreichen freiwilligen Igelhelfer von den Stachelnasen Zwickauer Land e. V..

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter an der kommunalen Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstraße 192) finden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.