BUND Regionalgruppe Chemnitz
Jetzt spenden Mitglied werden

03.07.2026 JuNa-Ferienauftakt mit Eis & Krautschau (AK)

 (M.Fanghänel)

Zum Abschluss des ersten Halbjahres stand auch für den Aufbaukurs ein gemeinsamer Ferienauftakt auf dem Programm. Im Gegensatz zur Grundkursgruppe zeigte sich das Wetter an diesem Nachmittag etwas freundlicher. Es war zwar nicht hochsommerlich warm, doch die Bedingungen waren deutlich angenehmer und eigneten sich gut für einen Ausflug zum Gablenz Center.
Bevor sich die Gruppe aber auf den Weg machte, begann die Stunde zunächst in der Naturschutzstation mit einem kurzen Einblick in das Thema Heuschrecken. Während die letzten Teilnehmer eintrafen, erkundeten einige JuNas gemeinsam mit Ben das Gelände der Station und machten dabei einen spannenden Fund. Es konnten gleich zwei Heuschrecken entdeckt werden, die sich bei genauerem Hinsehen nicht nur als zwei verschiedene Arten, sondern auch als zwei unterschiedliche Entwicklungsstadien herausstellten. Bei den Tieren handelte es sich um ein ausgewachsenes Grünes Heupferd sowie um eine Larve des Zwitscherheupferds. Anhand der beiden Tiere wurden wichtige Unterscheidungsmerkmale der Arten erklärt und außerdem gezeigt, dass die Weibchen anhand ihrer Legebohrer am Hinterleib von Männchen leicht zu unterscheiden sind.

 (M. Fanghänel)

Im Gablenz Center angekommen durfte sich jeder Junge Naturwächter eine Eissorte aussuchen und die Gruppe verbrachte gemeinsam eine entspannte Zeit im Eiscafé.
Während des Eisessens wurde außerdem eine besondere Mitmachaktion vorgestellt: die Krautschau. Dabei geht es darum, Pflanzen zu entdecken und zu bestimmen, die an Straßenrändern, auf Gehwegen, in Pflasterritzen oder auf Schotterflächen wachsen. Die JuNas erfuhren, dass jeder bei dieser Aktion mitmachen kann – unabhängig davon, wo er wohnt. Oft wachsen direkt vor der eigenen Haustür zahlreiche Pflanzenarten, die im Alltag kaum wahrgenommen werden.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Auf dem Rückweg begann die praktische Krautschau am Archebeet. Ausgestattet mit verschiedenen Bestimmungsbüchern machten sich die JuNas daran, die dort wachsenden Blumen und Pflanzen zu bestimmen. Schnell stellte sich heraus, dass dies deutlich schwieriger war als zunächst erwartet. Manche Pflanzen ließen sich nicht sofort finden, obwohl sie den Kindern bekannt vorkamen.

Ein Grund dafür war die Auswahl der Bestimmungsbücher. Viele Bücher behandeln nur bestimmte Pflanzengruppen, beispielsweise Wiesenpflanzen, Waldbewohner oder Gartenpflanzen. Dadurch ist nicht jede Art in jedem Buch enthalten. Die JuNas mussten deshalb lernen, verschiedene Bücher miteinander zu vergleichen und systematisch nach den gesuchten Pflanzen zu suchen.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Gerade diese Herausforderung machte die Aktion besonders lehrreich. Die Kinder konnten in Ruhe den Umgang mit Bestimmungsbüchern üben und verschiedene Methoden kennenlernen. Sie verglichen Blattformen, achteten auf Blütenfarben, ordneten Pflanzenfamilien zu und nutzten das Register, wenn bereits eine Vermutung über die Art bestand. So wurde deutlich, dass Pflanzenbestimmung oft weniger mit Auswendiglernen als mit genauem Beobachten und systematischem Vorgehen zu tun hat.

Nicht immer waren alle Merkmale vorhanden. Besonders die Pflanzen, die zwischen Asphalt oder Schotter wuchsen, bestanden häufig nur aus wenigen Blättern. Blüten fehlten oft vollständig, sodass wichtige Bestimmungsmerkmale nicht genutzt werden konnten. In solchen Fällen griff die Gruppe ergänzend auf Bestimmungs-Apps zurück, die zusätzliche Hinweise lieferten und den Vergleich mit den Büchern erleichterten.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach und nach konnten zahlreiche Pflanzenarten bestimmt werden. Mit Straßenmalkreide schrieben die JuNas die jeweiligen Artnamen direkt neben die Pflanzen auf den Weg. Dadurch wurden die oft übersehenen „Straßenpflanzen“ für Passanten sichtbar und verwandelten den Gehweg zeitweise in eine kleine botanische Ausstellung.

Besonders viel Freude bereitete den Kindern das gemeinsame Suchen, Vergleichen und Diskutieren. Immer wieder wurden Vermutungen geäußert, Merkmale überprüft und neue Arten entdeckt. Die Krautschau zeigte eindrucksvoll, dass selbst unscheinbare Pflanzen am Wegesrand spannende Entdeckungen bereithalten und dass Artenkenntnis vor allem durch eigenes Beobachten und Ausprobieren wächst.

Mit vielen neu bestimmten Pflanzenarten und einem geschärften Blick für die Natur vor der eigenen Haustür endete die letzte Gruppenstunde des Aufbaukurses vor den Sommerferien. So wurden auch die älteren JuNas in die wohlverdiente Ferienpause verabschiedet.

Admiral mit Warnfarben auf den Flügeloberseiten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Roter Weichkäfer (Rhagonycha fulva)  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gemeiner Scheinbockkäfer  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Admiral mit tarnfarbenen Flügelunterseiten  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Junikäfer  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gemeine Wiesenwanze (Lygus pratensis)  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Mistbiene  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Pinselkäfer  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wulstiger Lackporling  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.