BUND Regionalgruppe Chemnitz
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21.05.2025 Zu Besuch am Knappteich und im Bürgergarten – Naturerlebnis für JuNas und ihre Eltern (GK)

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter /BUND Chemnitz)

Die Jungen Naturwächter des Grundkurses und ihre Eltern wurden herzlich zu einem Ausflug in den Knappteichgarten (SDB Chemnitz e. V.) im Stadtteil Yorck eingeladen – ganz in der Nähe der Naturschutzstation. Oliver und Thomas vom Knappteichgarten empfingen uns freundlich und gaben einen spannenden Einblick in die Geschichte und Bedeutung des Knappteichs. Ursprünglich war geplant, den Teich in einen Parkplatz umzuwandeln. Dagegen engagiert sich seit einigen Jahren die Projektgruppe „Knappteichgarten“, die in einem benachbarten Kleingarten nach Prinzipien der Permakultur gärtnert – also im Einklang mit der Natur. Der Knappteich ist ein wichtiger Erholungsort im dicht besiedelten Yorckgebiet und kann per Ruderboot erkundet werden. Bereits bei unserer Ankunft entdeckten die JuNas viele Tiere, darunter Stockenten mit Küken, ein Blässhuhn und verschiedene Tauben. Oliver informierte uns auch über ein wichtiges Thema: das Füttern von Wildtieren. Viele Menschen geben Enten Brot, was ihnen schadet. Die Tiere werden krank, das ökologische Gleichgewicht im Teich wird gestört, Algen breiten sich aus, das Wasser kippt – und die Artenvielfalt nimmt ab. Zudem locken Essensreste Ratten, Waschbären und Straßentauben an, was weitere Probleme verursacht. Deshalb: Keine Wasservögel füttern – der Natur zuliebe!

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter /BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter /BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter /BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter /BUND Chemnitz)

Besonders beeindruckend waren die alten, mächtigen Trauerweiden am Ufer des Knappteichs. Sie bieten zahlreichen Vogel-, Insekten- und Pilzarten Lebensraum und Nahrung und spenden sowohl dem Teich als auch den Anwohnern wohltuenden Schatten. Einen der dort wachsenden Baumpilze hatte Oliver mitgebracht – die JuNas untersuchten ihn neugierig. Das Projektteam informierte außerdem über sicheres Verhalten an Gewässern und die Bedeutung von Naturschutz im städtischen Raum. Mit Ferngläsern suchten die JuNas aufmerksam die Wasseroberfläche und das Ufer nach tierischen Bewohnern ab. Für großes Interesse sorgte der Bericht über Schildkröten, die offenbar vor einiger Zeit von jemandem im Teich ausgesetzt wurden. Das führte zu einem wichtigen Thema: Fremdländische Arten dürfen nicht in die Natur entlassen werden! Sie können heimische Arten verdrängen, sich unkontrolliert ausbreiten – wie etwa der Waschbär – und das ökologische Gleichgewicht stören. Auch scheinbar harmlose Tiere wie Goldfische fressen Laich und Insektenlarven und gefährden so die Artenvielfalt. An einem Uferbereich bestimmten wir gemeinsam verschiedene Baumarten und Pflanzen. Dabei entdeckten wir eine schillernde Libelle, die sich als Männchen der Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) entpuppte. Immer wieder sprangen Fische aus dem Wasser – auf der Jagd nach Insekten. Nun wollten alle den Knappteichgarten kennenlernen und freuten sich auf eine Bootstour, um den Teich aus einer neuen Perspektive zu erkunden.

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein Männchen der Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) konnten die Jungen Naturwächter am Knappteich in Chemnitz entdecken.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Einige JuNas nutzten den Besuch am Knappteich auch dazu, ihre Federsammlung zu erweitern.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch für die Jungen Naturwächter war der Knappteichgarten eine wahre Wohlfühloase.  (L. Heinrich / L. Heinrich)

Nach der kleinen Einführung zum Knappteich waren nun alle gespannt auf den Bürgergarten. Dieser kann zu bestimmten Zeiten besucht werden und informiert über das Konzept der Permakultur – eine Gartenphilosophie, bei der das Leben und Gärtnern im Einklang mit der Natur stehen. Es dauerte nicht lange, und die JuNas sowie ihre Eltern fühlten sich in dieser kleinen grünen Oase pudelwohl. Während die JuNas die gemütlichen Hollywoodschaukeln in Beschlag nahmen, nutzten die Erwachsenen die Gelegenheit, sich über die vielen Pflanzen und das Permakulturkonzept des Bürgergartens zu informieren. Natürlich wollten wir auch den Garten und den Knappteich weiter erkunden. Dafür stand an diesem Tag sogar ein Ruderboot bereit, mit dem der Teich auch vom Wasser aus entdeckt werden konnte. Besonders gespannt waren die Kinder auf die beiden ausgesetzten Schildkröten, von denen Olli zuvor berichtet hatte. Also durfte die erste Fünfergruppe losrudern, während die übrigen JuNas das Ufer weiter untersuchten. Dabei gab es einiges zu entdecken: Unter anderem stießen wir auf einen männlichen Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) – mit seinem typischen Horn auf der Nase sorgte er für große Augen bei Kindern und Eltern. An einem toten Vogel konnten außerdem verschiedene Aaskäfer beobachtet werden. Auch wenn manche deren Lebensweise etwas „eklig“ fanden, wurde schnell klar, wie wichtig sie für den natürlichen Kreislauf sind. Nach und nach durfte jeder JuNa eine Runde mit dem Boot drehen. Auch wenn weder Schildkröten noch Kaulquappen entdeckt wurden, blieb das Abenteuer spannend. In einem angrenzenden Kleingarten war sogar der Ruf einer Feldgrille (Gryllus campestris) zu hören – ein seltenes Erlebnis im Stadtgebiet von Chemnitz. Wieder einmal ging eine spannende JuNa-Veranstaltung zu Ende. Glücklich und zufrieden verabschiedeten sich alle nach und nach – und auch die Enten waren vermutlich froh, wieder ihre Ruhe zu haben. Für alle Beteiligten war es ein sehr schöner Nachmittag, und die JuNas möchten im nächsten Jahr bestimmt wieder am Knappteich vorbeischauen.

Vielen Dank an das Team vom Knappteich in Chemnitz für den tollen Besuch. Die JuNas haben viel über diesen innerstädtischen Lebensraum gelernt und wissen nun, welche Mühe hinter eurem Engagement für den Garten und den Teich steht.

Auch das Team vom Knappteichgarten hat sich über unseren Besuch sehr gefreut und berichtet darüber auf seiner Homepage. Wer neugierig ist, kann dort weitere Eindrücke und Bilder entdecken: Klick

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.