BUND Regionalgruppe Chemnitz
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 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Für die Jungen Naturwächter des Grundkurses war es das erste Mal, dass sie gemeinsam mit Matthias Rodig die Nistkästen in Adelsberg anschauten und reinigten. Matthias ist ehrenamtlicher Naturschützer und ein echtes Adelsberger Urgestein. Er unterstützt die Jungen Naturwächter immer gern bei Veranstaltungen rund um die Natur – besonders in seinem Revier. Die Nistkästen in diesem Gebiet betreut er schon seit vielen Jahren, und seit 2022 auch gemeinsam mit den Jungen Naturwächtern. Nun sollten auch die JuNas des Grundkurses das Gebiet rund um den “Mühlenbusch” und das Flächennaturdenkmal „Drei Eichen“ kennenlernen. Unterstützung bekamen wir an diesem Tag auch von Matthias’ Sohn, der sich als Jäger natürlich ebenfalls bestens in der Natur auskennt. Vom alten Bauerngut aus starteten wir in Richtung FND – denn dort hatte er bereits zuvor etwas Spannendes entdeckt. Schon auf dem schlammigen Weg erwartete die JuNas der erste Programmpunkt: Tierspuren entdecken und bestimmen. Wie immer war Matthias gut vorbereitet – er hatte Gips, Wasser und einen Plastikring zum Abdrucknehmen dabei. So konnten sich die JuNas einmal wie richtige Kriminalbeamte fühlen, die auf ähnliche Weise Schuhabdrücke bei Einbrüchen sichern. Während die JuNas ihren Weg zum nahegelegenen FND fortsetzten, konnte der Gips aushärten. Alle waren schon gespannt, wie der Abdruck am Ende der Veranstaltung aussehen würde – und natürlich wollten sie das Ergebnis unbedingt sehen. 

Voller Neugierde und mit vielen Fragen zogen die Jungen Naturwächter gemeinsam mit dem erfahrenen Naturschützer in Richtung FND "Drei Eichen".  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Natürlich durften die Jungen Naturwächter Matthias beim Anrühren des Gips unterstützen und so wertvolle Erfahrungen sammeln.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Das Trittsiegel im schlammigen Boden kannten die Jungen Naturwächter bereits und konnten es sofort einem Reh zuordnen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch das Ausgießen des Trittsiegels übernahmen die Jungen Naturwächter und zeigten dabei ihre gute Teamfähigkeit, während alle anderen aufmerksam beobachteten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gespannt beobachteten und lauschten die Jungen Naturwächter zu, wie man einen Gipsabdruck einer solchen Fährte machen kann.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Matthias war sehr zufrieden mit der Teamarbeit und dem handwerklichen Geschickt der Jungen Naturwächter.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nachdem diese tolle Aufgabe gemeistert war, setzten die JuNas ihre Nachmittagsexkursion bei schönem Wetter fort. Dabei suchten sie nach weiteren Spuren im Schlamm, hielten Ausschau nach Tieren und Pflanzen und beobachteten sogar einen kreisenden Mäusebussard mit den Ferngläsern – gut, dass wir diese mitgenommen hatten! Man weiß ja nie, was einem bei einer so schönen Wanderung begegnet. Die JuNas entdeckten zahlreiche Trittsiegel, die jedoch vermutlich von den vielen Hunden stammten, deren Besitzer die Strecke gern als Gassirunde nutzen. Aber auch einige Insekten konnten beobachtet werden: An den am Boden liegenden Pflaumen tummelten sich zahlreiche Hornissen, Wespen und Fliegen. An einer Wildrose fanden sich auffällige Gebilde, die sich als Gallen der Rosengallwespe (Diplolepis rosae) herausstellten. Diese dienen den Larven als Lebensraum, in dem sie sich über den Winter in Ruhe entwickeln können. In einer Pfütze schwamm sogar die Larve eines Weichkäfers. Im kleinen Wäldchen entdeckten wir außerdem den Horst eines Mäusebussards, und zwei Eichelhäher ließen sich mit Eicheln im Schnabel blicken. Nebenbei erklärte Matthias noch viele andere spannende Dinge zur Natur und zur Geschichte von Adelsberg. So erkundeten die JuNas dieses kleine aber versteckte Kleinod unweit des Südrings, welches den Teilnehmenden noch unbekannt war. Wie angekündigt, wurden auch einige Nistkästen kontrolliert. Dabei stellten die JuNas fest, dass ein Kasten ein neues Dach benötigt – genau für solche Erkenntnisse sind die jährlichen Kontrollen gedacht. In einem anderen Kasten fanden sie ein Meisennest, das kunstvoll aus Tierhaaren und Moosen napfförmig gebaut war. Es wurde vorsichtig in eine Tüte gepackt, damit wir es uns in der Naturschutzstation genauer anschauen können. Zuvor wird Matthias das Nest mit Wasserdampf desinfizieren, damit es gefahrlos untersucht werden kann. Beim Umgang mit Nestern ist schließlich Vorsicht geboten – Flöhe oder Krankheitserreger möchte sich niemand einfangen. In diesem Jahr ist zudem die Vogelgrippe schon deutlich früher ein Thema als in den vergangenen Jahren.

Um den Mäusebussardhort zu entdecken, mussten die JuNas schon genau hinschauen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Das gut erhaltene Meisennest packten die JuNas ein, um es später genauer anzusschauen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch die Entstehungsgeschichte des FND "Drei Eichen" konnte uns Matthias genau berichten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein Hornissennest in einer Baumhöhle am Wegesrand.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein herrlicher Blick auf Chemnitz bot sich den JuNas und jeder überlegte, wo er denn wohnt.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wo versteckt sich denn nur der Mäusebussardhorst?  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Über den Nistkasten konnte Matthias den JuNas auch einiges berichten.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
An einer Wildrose zeigte Matthias den JuNas die kurios aussehenden Gallen der Rosengallwespe (Diplolepis rosae).  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Mit großer Neugier betrachteten sie das Ergebnis des Gipsabdrucks – er war gut gelungen und zeigte deutlich die Form der Rehspur.  (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter an der kommunalen Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstraße 192) finden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.