(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Diese Woche stand ganz im Zeichen der Fledermäuse. Nachdem Fledermausexperte Reimund Francke die Jungen Naturwächter bereits in der Woche zuvor in der Naturschutzstation besucht und die nächtlichen Jäger mit spannenden Vorträgen und beeindruckenden Fotos vorgestellt hatte, stand nun unsere zweite Fledermausexkursion in die Felsendome Rabenstein an.
Wie schon im vergangenen Jahr erklärte sich auch diesmal Fledermausschützer Holger Tippmann bereit, gemeinsam mit den JuNas und ihren Eltern eine Exkursion zu den Winterquartieren im ehemaligen Kalkwerk durchzuführen. Die Felsendome sind mittlerweile ein beliebtes Besucherbergwerk, und wir durften auch in diesem Jahr wieder kostenlos die Höhlensysteme nach Fledermäusen absuchen. Dafür möchten wir uns nochmals ganz herzlich beim Betreiber der Felsendome Rabenstein bedanken. Bereits eine Woche zuvor hatten die Fledermausschützer die Fledermäuse in den Felsendomen kartiert. Umso gespannter war Holger, ob die Tiere noch an denselben Stellen hängen würden oder sich neue Plätze gesucht hatten. Zudem freute er sich sehr, zahlreiche bekannte Gesichter aus dem letzten Jahr wiederzusehen. Das zeigt ihm, dass es auch unter den Chemnitzer JuNas echte Fledermausfreunde gibt, die keine Gelegenheit auslassen, um mehr über diese leider stark gefährdete Tiergruppe zu erfahren. Das Teilnehmerkontingent wurde voll ausgeschöpft: Es nahmen 10 JuNas, ein Gastkind, 10 Erwachsene, drei Betreuer sowie unser Fledermausexperte an der Fledermaussuche teil.
(M. Fanghänel
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B. Franke)
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gut gelaunt hieß Fledermausexperte Holger Tippmann die Jungen Naturwächter Chemnitz in den Felsendomen Rabenstein willkommen. Bevor es in die dunklen Gänge des Bergwerks ging, wiederholten die JuNas gemeinsam die sechs Fledermausarten, die hier zu finden sind, und übten noch einmal, woran man sie unterscheiden kann. Natürlich durften auch ein paar Sicherheitsregeln nicht fehlen – schließlich soll am Ende jeder gesund und munter aus dem Bergwerk zurückkommen. Ein besonders wichtiges Ausrüstungsstück war dabei der Helm. Wie in jedem Bergwerk bestand Helmpflicht, und sofort sahen wir alle ein bisschen aus wie kleine Legomännchen – was für einige Lacher sorgte, bevor das Abenteuer richtig begann. Nun machte uns aber die Kälte von minus 8 °C zu schaffen, und alle wollten nun voller Vorfreude schnell in die Höhlen auf Fledermaussuche gehen.
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ausgestattet mit Helm und Warnweste hieß es nun endlich "Glück Auf" für die Jungen Naturwächter.
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Schon zu Beginn der Exkursion war die Aufregung groß. Für viele JuNas war es der erste Besuch in den Felsendomen, während andere noch gut die Exkursion aus dem vergangenen Jahr in Erinnerung hatten und gespannt darauf waren, ob diesmal vielleicht mehr oder andere Fledermausarten zu entdecken sein würden. Diese Vorfreude sollte nicht enttäuscht werden: Bereits auf den ersten Metern im Eingangsbereich konnten zahlreiche Mopsfledermäuse (Barbastella barbastellus) beobachtet werden. Viele von ihnen hingen geschützt in speziell angebrachten Fledermauskästen oder versteckten sich in den zahlreichen Bohrlöchern. Einige Tiere jedoch hingen frei an den Felswänden, was die Augen der Teilnehmenden zum Leuchten brachte und spannende Beobachtungen aus nächster Nähe erlaubte. Die Mopsfledermaus ist etwas kältetoleranter und hält sich daher nicht so tief im Bergwerk auf, während andere Arten lieber in geschützteren Bereichen überwintern. Besonders interessant: Einige der Fledermäuse trugen Ringe an den Flügeln. Anhand dieser Markierungen konnten die Fledermausschützer nachvollziehen, woher die Tiere stammen, wie alt sie ungefähr sind und sogar, wie weit sie bereits gereist sind. Für die JuNas war es faszinierend zu sehen, dass man mit solchen kleinen Markierungen so viel über das Leben dieser geheimnisvollen Tiere erfahren kann – ein echter Einblick in die Arbeit der Fledermausschützer und in das Leben der Wintergäste im Bergwerk.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Im weiteren Verlauf der Exkursion ging es tiefer in die weitläufigen Höhlenbereiche. Dort stellte Holger Tippmann die Fledermausarten vor, die die Felsendome als Winterquartier nutzen. Insgesamt konnten alle sechs zuvor besprochenen Arten entdeckt werden: Mopsfledermaus, Fransenfledermaus, Breitflügelfledermaus, Braunes Langohr, Wasserfledermaus und das Große Mausohr. Für die Jungen Naturwächter war es besonders beeindruckend, die Tiere aus nächster Nähe zu sehen und mehr über die unterschiedlichen Ansprüche der einzelnen Arten an ihre Winterquartiere zu erfahren. Dabei hatte der Schutz der Fledermäuse stets Vorrang: Fotografieren war nicht erlaubt und die Tiere durften nur kurz angeleuchtet werden.
Unser Experte zeigte sich fasziniert, dass viele Fledermäuse an anderen Stellen hingen als noch bei der Kartierung eine Woche zuvor. Dies deutet darauf hin, dass sie ihren Schlafplatz gewechselt haben, möglicherweise gestört wurden oder zwischenzeitlich auf Nahrungssuche waren.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Neben den Fledermäusen gab es in den Höhlen noch viel mehr zu entdecken. Holger Tippmann erzählte der Gruppe auch Spannendes über die Geschichte des ehemaligen Kalkbergwerks und über geologische Besonderheiten wie Calzit. Die Jungen Naturwächter entdeckten außerdem Höhlenspinnen, Pilze und Moosbewuchs, der durch die künstliche Beleuchtung unter Tage entstanden ist. Tief im Bergwerk fanden sie sogar ein besonderes Insekt, das später als Höhlenstelzmücke (Limonia nubeculosa) bestimmt wurde – das Höhlentier des Jahres 2019. Dieses Tier war durch einen Pilz abgestorben und hing deshalb noch im Winter in der Höhle. Immer wieder nahm sich Holger Zeit für Fragen und erklärte, wie wichtig solche Höhlensysteme für den Fledermausschutz sind – auch wenn sie touristisch genutzt werden. Besonders im Winter benötigen Fledermäuse ungestörte Ruhe, da jedes Aufwecken viel Energie kostet. Besucher des Bergwerks sollten deshalb stets rücksichtsvoll sein und lieber einmal auf den perfekten Schnappschuss verzichten. Das Fotografierverbot soll Menschen nicht vom Interesse oder Beobachten abhalten, sondern dient allein dem Schutz der Tiere, damit Tourismus und Naturschutz miteinander funktionieren.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Nach über einer Stunde erreichte die JuNa-Expedition wieder das Tageslicht und wurde mit einer Felswand voller faszinierender Eiszapfen belohnt, die natürlich erst einmal genau untersucht werden mussten. Für alle Beteiligten war die Exkursion ein eindrucksvolles Erlebnis und ein gelungener Abschluss der Veranstaltungsreihe rund um das Thema Fledermäuse. Die Jungen Naturwächter konnten ihr zuvor erworbenes Wissen direkt in der Praxis anwenden und werden den Besuch in den Felsendomen sicher noch lange in Erinnerung behalten. Besonders schön ist es, dass es in Chemnitz so engagierte Experten und Fledermausschützer gibt, die sich trotz vieler Aufgaben Zeit für den Naturschutznachwuchs nehmen. Ein herzlicher Dank gilt Holger Tippmann für die tolle Exkursion und Reimund Francke für die beiden Vorträge über die Lebensweise der Fledermäuse. Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Veranstaltungen zum Fledermausschutz – und vielleicht möchte ja sogar der eine oder andere JuNa zukünftig selbst aktiv zum Schutz der Fledermäuse beitragen und die beiden Fledermausschützer dabei unterstützen. Ein großes Dankeschön gilt außerdem dem Betreiberteam der Felsendome Rabenstein für die erneute Ermöglichung einer kostenfreien Fledermausexkursion im Besucherbergwerk.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.