kurze Frühlingsexkursion in der Naturschutzstation
Gut getarnt im Garten der Naturschutzstation: Auch in diesem Jahr hat sich eine Stockente hier einen Brutplatz ausgesucht – und zeigte den Jungen Naturwächtern eindrucksvoll, wie perfekt ihr Gefieder sie vor neugierigen Blicken schützt.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch bei den Jungen Naturwächtern im Aufbaukurs stand – passend zur Jahreszeit – das Thema Wildbienen im Mittelpunkt. Doch bevor wir gemeinsam ins Thema einstiegen, nutzten wir das überraschend freundliche Wetter für eine kleine Runde über das Gelände der Naturschutzstation. Pünktlich zur Veranstaltung hatte es aufgeklart und lud zu einer kleinen Frühlingsexkursion ein.
Am Teich hatte ein JuNa bereits Ausschau nach Amphibien gehalten und machte die anderen auf seine Entdeckungen aufmerksam. Neben Berg- und Teichmolch waren nun auch die Grünfrösche aus ihrer Winterruhe erwacht und sonnten sich am Ufer.
Im Garten der Naturschutzstation entdeckten wir zudem eine brütende Stockente. Trotz Fernglas war sie aufgrund ihres hervorragend getarnten Gefieders gar nicht so leicht zu finden. Nun bleibt abzuwarten, ob die Brut in diesem Jahr erfolgreich verlaufen wird – in der Vergangenheit waren die Eier leider mehrfach vom Steinmarder geplündert worden.
Ein besonderes Schauspiel bot sich den JuNas bei einer Taubenrupfung: Mehrere Vögel sammelten die weichen Daunenfedern ein und trugen sie emsig in ihre Nester. Neben Kohlmeisen konnte auch ein Schwanzmeisenpärchen beobachtet werden, das sich überhaupt nicht von der Anwesenheit der Gruppe stören ließ. Die JuNas wissen inzwischen genau, wie wichtig ruhiges und leises Verhalten bei Naturbeobachtungen ist.
So konnten wir alle einen besonderen Moment erleben – und erinnerten uns gemeinsam an eine frühere Beobachtung, bei der ein Schwanzmeisenpaar am alten Apfelbaum am Teich seinen zahlreichen Nachwuchs bei der Jagd nach Insekten und Spinnen begleitete.
Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) beim emsigen Sammeln von Federn für den Nestbau im Garten der Naturschutzstation Chemnitz.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Turtelnte Straßentauben (Columba livia f. domestica) auf dem Dach der Naturschutzstation Chemnitz.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Amselhahn (Turdus merula) mit wachsamen Blick auf die Jungen Naturwächter im Gelände der Naturschutzstation Chemnitz.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wildbienen - die wilden Verwandten der Honigbiene
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gleich die erste Frage hatte es in sich: Wie sehen Wildbienen eigentlich aus und wie leben sie? Nach kurzem Grübeln wurde das bereits erlernte Wissen hervorgekramt – sie haben Flügel und sechs Beine. Soweit so gut. Doch was unterscheidet sie von der Honigbiene, die bekanntlich ein vom Menschen gehaltenes Nutztier ist?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn in Deutschland gibt es rund 560 Wildbienenarten, die sehr unterschiedlich aussehen und oft hoch spezialisiert leben. Zur Veranschaulichung hatte Ben informative Bildungstafeln vom BUND LV Sachsen mitgebracht, die ursprünglich aus dem Projekt „Stadt.Land.Biene – Wir geben Wildbienen ein Zuhause“ stammen und nun bei Veranstaltungen des BUND Chemnitz zum Einsatz kommen.
Darauf waren verschiedene Wildbienen und ihre besonderen Lebensweisen dargestellt. So lernten die JuNas neben bekannten Arten wie Holz- und Mauerbienen auch Blattschneider- und Sandbienen kennen. Ben erklärte außerdem die Entwicklung der Wildbienen und ging auf die Unterschiede zur Honigbiene ein: Während Honigbienen in großen, arbeitsteilig organisierten Völkern mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen leben, sind die meisten Wildbienen Einzelgängerinnen.
Wildbienenweibchen sind für alles selbst verantwortlich: Sie bauen ihre Nester, sammeln Nahrung für den Nachwuchs, legen die Eier und verschließen die Brutkammern. Ganz schön viel Arbeit für so ein kleines Tier – da staunten die JuNas nicht schlecht.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Schnell merkten Ben und Linda, dass die JuNas weniger Interesse an Theorie hatten – sie wollten lieber selbst auf die Suche nach Wildbienen gehen. Also ging es hinaus auf die Wiese vor der Naturschutzstation.
Zum Glück war diese noch nicht gemäht worden. Künftig soll sie nicht mehr von den Hausmeistern der Wohnungsgenossenschaften gepflegt werden, sondern von den Mitarbeitenden der Naturschutzstation. So entsteht nach und nach eine kleine Blühoase, die die Artenvielfalt im urbanen Raum fördert und gleichzeitig zum Nachmachen anregen soll.
Für die JuNas hieß es nun: Augen auf und Insekten entdecken! Da Wildbienen auf Blüten angewiesen sind, wurde natürlich gezielt dort gesucht. Besonders der überall verbreitete Löwenzahn lockte zahlreiche Wildbienen und Hummeln an. Schon bald konnten die JuNas verschiedene Bienen beobachten, die voller Pollen waren und gut gefüllte „Pollenhöschen“ trugen.
Doch war es wirklich eine Wildbiene – oder doch eine Honigbiene? Nach einigen Versuchen wurden die JuNas immer sicherer in ihrer Einschätzung. Für die genaue Bestimmung war dann aber doch Ben gefragt, der sich auf diesem Gebiet bestens auskennt. Besonders häufig konnten Mauerbienen, Hummeln und Sandbienen beobachtet werden.Auch an den Insektenhotels der Naturschutzstation herrschte zu dieser Jahreszeit reger Betrieb. Hier erklärte Ben noch einmal anschaulich den Lebenszyklus der Mauerbienen.
Die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) ist mittlerweile eine der häufigsten und bekanntesten Wildbienenarten und lässt sich daher auch regelmäßig in Insektenhotels beobachten.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch die Schwere Sandbiene (Andrena gravida) konnten die Jungen Naturwächter im Gras entdecken.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Zum Abschluss gab es noch ein kleines Wissensquiz: Die JuNas sollten Wildbienen von anderen Insekten unterscheiden. Dabei wurde schnell deutlich, wie vielfältig Wildbienen sind – und wie viele andere Insekten ihnen auf den ersten Blick erstaunlich ähnlich sehen. Umgekehrt gibt es auch Arten, die eher an Wespen erinnern, wie zum Beispiel die Wespenbienen. Auch die Unterscheidung zwischen Wildbienen und Honigbienen ist nicht so einfach, wie man zunächst denken könnte. Umso hilfreicher war die vorherige Exkursion, bei der die JuNas den direkten Vergleich im Gelände erleben konnten. Auch einige Brutparasiten waren Teil des Quiz. So wurden verschiedene Insekten vorgestellt, die entweder durch ihr Aussehen an Bienen oder Hummeln erinnern oder in enger Abhängigkeit von bestimmten Wildbienenarten leben. Dadurch wurde deutlich, wie stark Arten miteinander vernetzt sind. Der Verlust einer einzigen Art kann somit ein ganzes Beziehungsgefüge im Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.