BUND Regionalgruppe Chemnitz
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24.06.2026 Auf der Suche nach Bienen, Käfern und Schmetterlingen in der Naturschutzstation (GK)

Insektensafari auf der neuen Blühwiese

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

An diesem Mittwoch stand für den JuNa-Grundkurs die faszinierende Welt der Insekten auf dem Programm. Ausgerüstet mit Insektenkeschern, Becherlupen und Bestimmungstafeln ging es auf Entdeckungstour rund um die Naturschutzstation. Trotz der enormen Hitze wollten es sich die JuNas nicht nehmen lassen, draußen auf Insektensafari zu gehen. Als Alternative hätte Ben ihnen im kühleren Innenbereich der Naturschutzstation zahlreiche interessante Arten vorgestellt. Doch die Entscheidung fiel eindeutig zugunsten der Insektensuche im Freien. 
Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, wie vielfältig das Leben auf einer blühenden Wiese sein kann. Überall summte, flatterte und krabbelte es. Viele Insekten ließen sich beobachten, doch nicht alle wollten sich aus der Nähe betrachten oder in einer Becherlupe untersuchen lassen. Für die genaue Bestimmung scheuer Fluginsekten benötigt man deshalb neben Becherlupen und Bestimmungshilfen auch einen Insektenkescher – ein wichtiges Werkzeug für alle kleinen Insektenforscherinnen und Insektenforscher.

Erst üben, dann auf Insektensuche

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Bevor die JuNas auf Insektenfang gehen konnten, stand zunächst der richtige Umgang mit dem Insektenkescher auf dem Programm. Ben erklärte, wie die Kescher verwendet werden und worauf beim Fangen der Tiere besonders geachtet werden muss. Wichtig ist es, sich den Insekten vorsichtig zu nähern, den Kescher gezielt einzusetzen und das Netz am Ende des Fangvorgangs schnell zuzudrehen, damit das Tier nicht sofort wieder entweichen kann. Diese Bewegungsabläufe erfordern etwas Übung. Neben der Hand-Auge-Koordination müssen die JuNas gleichzeitig auf ihre Umgebung achten: Äste, unebenes Gelände und andere Teilnehmende dürfen nicht aus dem Blick geraten, damit niemand versehentlich vom Kescher getroffen wird oder stolpert.
Besonders wichtig war jedoch der respektvolle Umgang mit den Tieren. Das feine Netz der Insektenkescher ist so gefertigt, dass sich die Insekten darin möglichst nicht verletzen. Gleichzeitig ist es dadurch sehr empfindlich und kann leicht beschädigt werden, wenn man an Sträuchern oder Ästen hängen bleibt. Deshalb galt von Anfang an: aufmerksam bewegen, vorsichtig keschern und stets darauf achten, dass weder die Tiere noch die JuNas oder die Ausrüstung zu Schaden kommen.
 

Die neue Blühwiese als Forschungsgebiet

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Anschließend ging es auf die neu angelegte Blühwiese vor der Naturschutzstation. Dieses Gelände wird seit diesem Jahr von den Mitarbeitenden der Naturschutzstation betreut und soll sich durch extensive Pflege und Staffelmahd in den kommenden Jahren zu einer artenreichen Wiese entwickeln. Ziel ist es, hier ein Naturschutzmodellobjekt entstehen zu lassen, das zahlreichen Insekten einen wertvollen Lebensraum bietet. Für die JuNas war die Wiese ein ideales Forschungsgebiet. Zwischen den blühenden Pflanzen summte und flatterte es überall, und schon nach kurzer Zeit landeten die ersten Schmetterlinge vorsichtig in den Keschern.
Teamarbeit beim Insektenfang: Während der Kescherträger die Insekten vorsichtig einfängt, übernimmt der Becherlupenträger das Tier für die anschließende Beobachtung und Bestimmung. Gemeinsam suchen die JuNas nach geeigneten Arten und arbeiten dabei eng als Forschungsteam zusammen. Die Übergabe vom Kescher in die Becherlupe ist gar nicht so einfach, und so manches Insekt konnte wieder entkommen. Das gehört jedoch zum Lernprozess dazu – genau wie der richtige Umgang mit dem Kescher. Bei einigen JuNas klappte das Zusammenspiel bereits richtig gut, während andere noch etwas Übung brauchten. Insgesamt war es aber für alle eine erfolgreiche und spannende Insektensafari.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Bestimmen statt nur bestaunen

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Jeder Fund wurde genau betrachtet und bestimmt. Mithilfe bebilderter Bestimmungstafeln verglichen die JuNas Flügelmuster, Körperformen und Farben der verschiedenen Insekten, insbesondere der Schmetterlinge. So lernten sie, woran sich die einzelnen Arten unterscheiden lassen und welche Schmetterlinge auf der Blühwiese unterwegs sind. 
Das Bestimmen machte den JuNas sichtlich Spaß, und die ersten Lerneffekte stellten sich schnell ein. Schon nach kurzer Zeit erkannten viele von ihnen bekannte Arten wieder und konnten beispielsweise Schachbrettfalter, Großes Ochsenauge oder Schornsteinfeger direkt an ihren Flügelmustern erkennen, ohne sie erneut bestimmen zu müssen. Dadurch wurde deutlich, wie schnell sich Artenkenntnis entwickelt, wenn man die Tiere selbst beobachtet und miteinander vergleicht.
Besonders spannend war zu beobachten, wie viele verschiedene Insekten die neu angelegte Blühwiese bereits als Lebensraum nutzen. Die JuNas konnten selbst erleben, warum blütenreiche Wiesen, ungestörte Bereiche und eine naturnahe Pflege so wichtig für die Artenvielfalt sind.

Schachbrettfalter (Melanargia galathea): Mit seinem markanten schwarz-weißen Flügelmuster zählt er zu den typischen Bewohnern artenreicher Wiesen und war auch auf der Blühwiese an der Naturschutzstation zu entdecken.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Großes Ochsenauge (Maniola jurtina): Der braun gefärbte Wiesenfalter mit seinen charakteristischen Augenflecken war ebenfalls auf der Blühwiese an der Naturschutzstation zu entdecken.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Schornsteinfeger oder Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus): Die Bezeichnung Schornsteinfeger verdankt dieser Schmetterling seiner dunkelbraunen bis fast schwarzen Flügelfärbung, die an einen rußverschmierten Schornsteinfeger erinnert. Der Name Brauner Waldvogel weist dagegen auf seine typische Färbung und seinen ursprünglichen Lebensraum an Waldrändern, Lichtungen und lichten Wäldern hin. Charakteristisch sind die kleinen Augenflecken auf den Flügeln.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Raupen als Erinnerung an den Schmetterlingssommer

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Zurück in der Naturschutzstation wartete bereits das nächste Highlight: die Raupen der Tagpfauenaugen. Gemeinsam wurden die Tiere noch einmal genau betrachtet und über ihre Entwicklung vom Ei über die Raupe bis zum Schmetterling gesprochen.

Zum Abschluss wiederholten die JuNas ihre wichtigsten Insektenfunde und tauschten sich darüber aus, welche Arten sie entdeckt hatten. Die Insektensafari zeigte eindrucksvoll, dass selbst auf einer noch jungen Blühwiese bereits erstaunlich viel Leben zu finden ist – und dass genaues Hinschauen oft die spannendsten Entdeckungen bereithält.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.