BUND Regionalgruppe Chemnitz
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28.11.2025 Strategen der Natur - wie Evolution funktioniert (AK)

An diesem Tag wurde es wieder spannend für die Jungen Naturwächter der AG Chemnitzer NATUREntdecker. Diesmal drehte sich alles um das Thema Anpassung im Tierreich. Dabei stellte Linda vor, welche Arten von Anpassung es gibt, bevor die JuNas einmal selbst kreativ werden konnten.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Was brauchen Tiere, um in bestimmten Regionen der Erde zurecht zu kommen? Was könnte schwierig für sie werden? Diese Fragen wurden direkt zu Beginn geklärt. In einer Eiswüste braucht man als Tier natürlich eine dicke Fett- und Fellschicht, um nicht zu frieren und zudem muss man an Nahrung kommen. Dadurch gibt es fast nur Fleischfresser in solchen Gebieten. Im Regenwald hingegen braucht man vor allem Unterschlupf, um der Witterung zu trotzen. Und als Pflanzenfresser muss man sich gut verstecken können. Die JuNas kamen auch schnell darauf, dass Tiere, die in der Wüste leben, irgendwie an Wasser kommen und sich vor Hitze schützen müssen. Es gibt also viele Anhaltspunkte daran, an was sich ein Tier so anpassen muss, um zu überleben und sich durch die Evolution weiterentwickeln zu können.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Im Anschluss daran wurden ein paar Bilder von Tieren gezeigt und ihre jeweilige Strategie offengelegt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema Tarnung und Täuschung, denn schließlich können überall Beutegreifer lauern. Ein kleiner Schmetterling kann komplett unsichtbar werden, wenn seine Flügelunterseiten der Farbe des Untergrundes entsprechen. Und schon die Raupen von Schmetterlingen sind Meister von Tarnung oder Täuschung.

Einige Tiere haben sich durch ihre Ernährungsweise und die Verwendung von “Werkzeugen” gut an ihre Umgebung anpassen können. Ein spannendes Beispiel dazu ist der Specht, der mit seinem spitzen, kräftigen Schnabel durch die Baumrinde dringen kann und so leckere Insekten mit seiner langen Zunge hervorholen kann. Wie der Specht davon keine Kopfschmerzen bekommt, kann in einem anschaulichen Terra X Beitrag gesehen werden. Der Specht besitzt ein langes Zungenbein, das um die gesamte Hirnmasse herum geht, welche noch einmal von schützendem weichen Gewebe umgeben ist. Durch einen zusätzlich leicht verformbaren Schnabel und starke Nackenmuskulatur spürt der Specht fast keine Schmerzen am Kopf durch das Trommeln.

Andere Tiere wiederum haben ihre Sinne besonders geschärft, um beispielsweise Nahrung zu finden. Eulenvögel haben äußerst gute Augen und ein Supergehör, was auch durch ihre unterschiedlich hoch sitzenden Ohren verbessert wird. Auch Fledermäuse sind speziell angepasst und können durch Echoortung und ihre großen Ohren Beute im Flug direkt fangen. Tiere hingegen, die öfter erbeutet werden, müssen sich teilweise auch gut verteidigen können. Auch damit passen sich Tiere an die Umweltbedingungen an und können so das Überleben ihrer Art sichern. Ein Paradebeispiel ist der Igel, der mit seinen spitzen dicken Stacheln schon so manchen Räuber in die Flucht geschlagen hat. Andere Tiere, wie Kröten, Unken und Feuersalamander besitzen ein Sekret, das zu Hautreizungen führt bei Berührung. Einige der JuNas erinnerten sich dabei an den Vortrag von Heidi Enderlein über den Feuersalamander, in dem sie eindrucksvoll beschrieben hat, dass die kleinen Lurche bei Stress ein schäumendes Sekret aus speziellen Drüsen absondern können. 

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach dem spannenden Input konnten die Jungen Naturwächter selbst kreativ werden: Sie sollten sich eigene Fantasietiere ausdenken, die an bestimmte Umweltbedingungen angepasst sein müssen. Zu den Herausforderungen gehörten Aufgaben wie „Dein Lebensraum ist permanent dunkel“ oder „Der Untergrund ist so matschig, dass man einsinkt“. Anschließend hatten die JuNas Zeit, sich ein Tier auszudenken, einen passenden Namen zu finden und seine Merkmale sowie Lebensweise zeichnerisch und schriftlich festzuhalten. Zum Schluss durfte jeder sein selbst entworfenes Tier der Gruppe präsentieren.

Dabei entstanden viele originelle Ideen: Unter anderem die Bigfoot-Maus, die mit ihren riesigen Pfoten nicht im Matsch versinkt und dank ihres langen, beweglichen Schwanzes perfekt das Gleichgewicht halten kann. Eine andere Junge Naturwächterin, die das Problemfeld „dauerhafte Dunkelheit“ gewählt hatte, entwickelte einen Vogel, dessen Schnabel leuchten kann – ähnlich wie bei einem Glühwürmchen. Passend dazu erhielt ihr Tier den Namen Leuchtschnabel. Auch weitere fantasievolle Geschöpfe wie ein Eisdrache oder der Giftkiller bereicherten die Sammlung. Die Vielfalt der Ideen zeigte, wie gut die Kinder das Thema Anpassung verstanden und mit welcher Kreativität sie an die Aufgabe herangingen.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Zum Abschluss der Veranstaltung hatte Linda noch eine besondere Überraschung für die JuNas vorbereitet. Passend zum Thema Anpassung und Tarnung brachte sie ihre Stabschrecken mit – ein echter Hingucker! Jeder durfte einmal eines der Tiere vorsichtig auf die Hand nehmen und sie aus nächster Nähe betrachten. Besonders spannend war ihr typisches Tarnverhalten: Fühlen sich Stabschrecken bedroht, strecken sie die Vorderbeine kerzengerade nach vorn und wiegen ihren Körper leicht von links nach rechts, um perfekt ein dünnes Zweiglein im Wind zu imitieren.

Die Kinder waren sichtlich fasziniert von den ungewöhnlichen Insekten und ihre Begeisterung steckte sogar die Familien an, die zum Abholen bereits in der Tür standen. So wurde aus dem geplanten Abschluss ein lebhafter Austausch über Tarnung, spannende Beobachtungen und kleine Mutproben, bei denen schließlich auch einige Eltern die Stabschrecken einmal auf die Hand nehmen wollten.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.