BUND Regionalgruppe Chemnitz
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 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Am Brückentag nach Himmelfahrt stand bei den Jungen Naturwächtern der Naturschutzstation Chemnitz eine besondere Familienexkursion auf dem Programm. Nachdem wir im vergangenen Jahr das wunderschöne Sternmühlental erkundet hatten, führte uns die diesjährige Tour in das Limbacher Teichgebiet im Landkreis Zwickau – also direkt vor den Toren von Chemnitz.

Das Gebiet ist vor allem für zahlreiche Vogelarten als Brut- und Rastplatz von großer Bedeutung, darunter auch viele bedrohte Arten. Kein Wunder, dass es regelmäßig Ornithologen aus Nah und Fern zu Beobachtungstouren anzieht.

Ein besonderes Highlight vor Ort ist der neu angelegte Naturlehrpfad, den wir gemeinsam erkunden wollten. Treffpunkt für alle Teilnehmenden war der Parkplatz am Saunabad direkt am „Großen Teich“ in Limbach-Oberfrohna.

Hier gibt es einen Info-Flyer zum Lehrpfad Limbacher Teiche

An diesem Tag führte uns Peter Hofmann als ehrenamtlicher Exkursionsleiter durch das Gebiet und erzählte anschaulich und fachkundig von den Limbacher Teichen und ihren gefiederten Bewohnern.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Einige der jungen Naturwächter waren bestens ausgestattet – schließlich sollte ihnen auf dieser spannenden Exkursion nichts entgehen.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wir waren uns zwar nicht sicher, ob wir das Spektiv wirklich brauchen würden, aber sicher ist sicher – also kam es mit.  (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (D. Hollstein / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Gut gelaunt und voller Vorfreude machten sich die JuNas und ihre Familien – mit Ferngläsern ausgestattet – auf den Weg entlang des Lehrpfads am Großen Teich. Schon auf den ersten Metern konnten zahlreiche Vogelarten beobachtet werden: Neben Lachmöwen, verschiedenen Entenarten, Nilgänsen, Blässhühnern sowie Hauben- und Zwergtauchern zeigten sich auch Kormorane, die gerade ihr Gefieder trockneten. Neugierig suchten alle mit ihren Ferngläsern die Wasseroberfläche ab. Aus dem Schilf war ein lautes, aufgeregtes Rufen zu hören – eindeutig ein Drosselrohrsänger, ein typischer Bewohner dieses Lebensraums. Doch nicht nur Vögel ließen sich entdecken: Auch zahlreiche Insektenarten profitieren vom Schutz und der Pflege des Teichgebiets – wovon sich die Teilnehmenden direkt überzeugen konnten. Alle Beobachtungen wurden gewissenhaft von einer Jungen Naturwächterin in eine Exkursionsliste eingetragen. Dank der Aufmerksamkeit aller Beteiligten füllte sich die Liste rasch mit allerlei Getier. Pflanzen, Moose und Pilze blieben dieses Mal außen vor – aus Zeitgründen, denn zu entdecken gab es auch so mehr als genug.

 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (M. Fanghänel / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (D. Hollstein / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

An den nächsten Teichen waren bereits die ersten Wasserfrösche zu hören – es mussten Hunderte sein. Kein Wunder, dass auch ein Graureiher vorbeikam, in der Hoffnung auf einen kräftigen Happen. An den Infotafeln des Lehrpfads konnten sich die JuNas über die verschiedenen Lebensräume und ihre Bewohner informieren. Auch für jüngere Besucher bot der Pfad spannende Themen zum Entdecken und Mitmachen – was natürlich sofort die Neugier der JuNas weckte. Doch nicht nur die Vielfalt an Vogelarten sorgte für Staunen: Eine riesige Raupe des Weidenbohrers (Cossus cossus) kroch quer über den Weg, ein junger Grasfrosch (Rana temporaria) wagte gerade seinen ersten Landgang, an den Bäumen knabberten zahlreiche Pappel-Blattkäfer (Chrysomela populi) und in den Wiesen fanden die JuNas unzählige Blutzikaden (Cercopis vulnerata), Grashüpfer und Wanzen. Auf jedem der Teiche waren auch Höckerschwäne zu sehen – und zum Staunen aller überflogen sogar zwei von ihnen in eleganten Bögen die Gruppe. Ein imposanter Anblick, bei dem nicht nur das Sehen, sondern auch das charakteristische Fluggeräusch der Tiere beeindruckte. Die Fundliste wuchs weiter, und alle hatten großen Spaß beim Entdecken, Staunen und Beobachten.

 (D. Hollstein / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Bei all den spannenden Entdeckungen verging die Zeit wie im Flug, und so mussten wir langsam den Rückweg antreten – einige JuNa-Familien hatten an diesem sonnigen Brückentag noch weitere Pläne. Wer mochte, begleitete uns mit Peter zur Aussichtsplattform am „Großen Teich“. Von dort aus konnten wir geschützt über das glitzernde Wasser blicken und verschiedene Wasservögel sowie zahlreiche Libellen und andere Insekten beobachten. Ein stiller, eindrucksvoller Moment inmitten der Natur. Wie schon an anderen Stellen informierten uns Tafeln über die Tier- und Pflanzenwelt der Limbacher Teiche. Leider waren einige davon durch Schmierereien beschädigt – eine bedauerliche Respektlosigkeit gegenüber einem Projekt, in das viel Zeit und Herzblut geflossen ist. Unsere Gruppe zeigte dafür wenig Verständnis. Trotzdem blicken wir auf eine gelungene Familienexkursion zurück – voller schöner Eindrücke und neuer Naturerfahrungen.

 (D. Hollstein / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (D. Hollstein / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (D. Hollstein / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Vielen Dank an alle JuNa-Familien, die sich Zeit für diese schöne Exkursion genommen haben. Ein besonderer Dank geht an Peter Hofmann für seine spannenden Informationen zum Gebiet und den dort lebenden Vogelarten.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.