BUND Regionalgruppe Chemnitz
Jetzt spenden Mitglied werden
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die Winterferien sind vorbei und das zweite Halbjahr beginnt. Unser JuNa-Grundkurs hat viel neuen Zuwachs über die Ferien bekommen, sodass an diesem Mittwochnachmittag insgesamt 10 Junge Naturwächter begrüßt werden konnten. Da sich die Gruppe damit geradezu verdoppelt hat, bekamen die JuNas erstmal etwas Zeit sich und uns kennenzulernen. Mit ein paar passenden Kennlernspielen erfuhren sie ihre Namen, ihre Lieblingstiere, ihr Alter und vieles mehr. Sich bei einer geringen Altersspanne nach dem Alter sortiert aufzustellen ist gar nicht so einfach, zumal sogar ein Zwillings-Geschwisterpaar dabei war. Doch nach einigem Hin und Her lief auch diese Aufgabe sehr gut ab, sodass das Eis gebrochen war und die Veranstaltung nun richtig starten konnte. 

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach dieser sonnigen Kennenlernphase ging es in die Naturschutzstation, um endlich mit unserer kleinen Zeitreise durch die Erdgeschichte zu beginnen. Unsere Gast-Referentin Antonia studiert an der Uni Jena und kennt sich gut mit der Erdgeschichte aus. Daher wollte sie ihr Wissen dem Grundkurs der Jungen Naturwächter Chemnitz näherbringen. Dafür hatte sie sich extra was Besonderes überlegt, um es für alle richtig anschaulich zu machen. Als Erstes ist direkt das Seil aufgefallen, das auf dem Boden durch den gesamten Raum ausgelegt war. Zunächst etwas irritiert, klärte sich relativ schnell das Mysterium: Das Seil symbolisiert die Erdgeschichte vom Urknall bis heute. Um die Zeitalter zu visualisieren, wurden im Laufe der Veranstaltung die Entwicklungen der Lebewesen im Wasser und an Land an das Seil gepinnt. Die ersten Meter des Seils blieben leer, denn da entwickelte sich die Erde zu einem festen Planeten, auf den viele Meteoriten einschlugen und der noch keine Atmosphäre hatte. Als sich Ozeane gebildet hatten, entwickelten sich erste Einzeller, die nach längerer Zeit Sauerstoff und damit die Quelle des Lebens bildeten. Um sich die Lebewesen besser vorstellen zu können, reisten die JuNas ab dem Kambrium mit einer "geologischen Zeitmaschine" in die Vergangenheit. An der Leinwand erschienen also nach und nach verschiedene Tiere und Pflanzen, die Antonia vorstellte. Und auch die JuNas konnten schon viel dazu beitragen und erzählen, wie sich die Erde weiterentwickelte, welche Tiere in welchem Zeitalter vorkamen und was lebende Fossile sind. Da ist man auch als Umweltbildner immer wieder erstaunt, welches Wissen bei einigen der jüngsten JuNas schon vorhanden ist! Viele waren schon im Museum für Naturkunde gewesen und kannten die Geschichte des Vulkanausbruchs vor 291 Millionen Jahren. Für die heutige Forschung war dies ein Glücksfall, denn so wurde ein ganzer Lebensraum konserviert. Damals lag Chemnitz noch in in Äquatornähe und war von einer Sumpflandschaft geprägt. Bei Ausgrabungen konnte sogar eine bisher unbekannte Art entdeckt werden. Daher sollte jeder Chemnitzer auch dieses berühmte Fossil mit dem Namen Chemnitzion richteri kennen. 

Nochmal kurz Stärken und dann eine bequeme Position für die Zeitreise einnehmen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Als Junger Naturwächter aus Chemnitz sollte man natürlich auch die Bedeutung der Region für die Fossilienforschung kennen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
In einem kurzen Video der NASA wurde die Entstehung der Erde schön dargestellt.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Das wohl berühmteste Chemnitzer Fossil aus Chemnitz-Hilbersdorf - Chemnitzion richteri.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Es war sehr spannend für die Jungen Naturwächter die Epochen der Erdgeschichte kennenzulernen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Und so hat Chemnitzion richteri wohl mal ausgesehen.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Die JuNas wissen nun, dass die heutige Fauna und Flora nur eine kurze Zeitspanne in der Erdgeschichte einnimmt. Auch einige Urzeitarten (lebende Fossilien) die man heute noch finden kann haben sie kennengelernt. Das Ende der Veranstaltung konnten die Jungen Naturwächter damit verbringen, verschiedene Dinosaurier auszumalen oder sich beim Austausch über die verschiedenen Dinoarten noch besser kennenzulernen. Wer keine Lust auf Ausmalen hatte, konnte sich ein paar Bücher oder echte Fossilien anschauen. So wurden entweder spannende Fachgespräche über die jeweiligen Tiere geführt oder sich über die eigenen Hobbys ausgetauscht. Da die Gruppe des Grundkurses aktuell noch in der Findungsphase ist und stetig wächst, ist gerade diese Zeit wichtig, in der sich die JuNas untereinander kennenlernen können. Zum Schluss konnten sie ihren Eltern ihre Werke präsentieren und die neu gelernten Inhalte der Veranstaltung auf dem Weg nach Hause noch einmal erzählen. Vielleicht steht ja schon bald der nächste Familienbesuch im Museum für Naturkunde an.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Vielen Dank an Antonia für diesen spannenden Einblick in unsere Vergangenheit auf der Erde!

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.