(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Im Winter kann es für Vögel besonders schwierig sein, genügend Nahrung zu finden. Durch den zunehmenden „Aufräumwahn“ in Gärten, Parks und Grünflächen, fremdländische Pflanzen in den Gärten sowie fehlende Hecken und Feldraine an den Feldrändern gibt es immer weniger natürliche Nahrungsquellen wie Samenstände, Beeren, Nüsse oder Früchte heimischer Pflanzen.
Gerade in der kalten Jahreszeit ziehen viele Vögel daher verstärkt in menschliche Siedlungen, wo Futterstellen eingerichtet werden. Das unterstützt die Vögel zwar, löst aber das Problem des Artenschwundes nicht dauerhaft. Dennoch bereitet es vielen Menschen Freude, die gefiederten Besucher zu beobachten, zu fotografieren und ihnen etwas Gutes zu tun.
Für die Jungen Naturwächter und andere Naturfreunde bietet sich dadurch eine besondere Gelegenheit, Vögel aus nächster Nähe kennenzulernen und mehr über die heimischen Arten zu erfahren. Bereits in der Woche zuvor wurden die wichtigsten Wintervogelarten vorgestellt und bei einer spielerischen Fernglasübung deren Bestimmung geübt.
In dieser Veranstaltung lag der Fokus nun nicht nur auf den Vögeln selbst, sondern vor allem auf ihrer Nahrungssuche – und darauf, welche Rolle die Schnabelform dabei spielt. Denn der Schnabel ist ein wichtiges Werkzeug jedes Vogels und verrät viel über seine Ernährung.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auf einer großen Übersichtskarte wurden zunächst verschiedene Futterarten und Schnabelformen vorgestellt. Gemeinsam überlegten die Jungen Naturwächter, welche Vogelarten welches Futter besonders gern annehmen. Danach durfte jedes Kind eine Vogelart auswählen und vorlesen, was diese frisst. Schnell wurde klar: Blau- und Kohlmeisen sind echte Allrounder und nehmen viele unterschiedliche Futtersorten an. Deshalb lassen sie sich besonders gut an Futterstellen beobachten – egal, ob im Garten oder auf dem Balkon.
Im Anschluss beschäftigten sich die JuNas damit, wie unterschiedlich Vögel ihren Schnabel einsetzen. Während wir Menschen für viele Tätigkeiten verschiedene Werkzeuge benutzen, erledigen Vögel all das mit ihrem Schnabel. Spechte verwenden ihren harten, spitzen Schnabel wie Hammer und Meißel, um Holz für Nahrungssuche, Kommunikation und Höhlenbau zu bearbeiten. Baumläufer nutzen ihren feinen Schnabel wie eine Pinzette, um kleine Insekten aus Ritzen zu holen. Kernbeißer mit ihrem kräftigen Schnabel machen ihrem Namen alle Ehre und knacken mühelos harte Samen und Nüsse.
Auch beim Nestbau wird der Schnabel geschickt eingesetzt: Viele Vogelarten „weben“ Gräser, Moos und Federn ineinander – fast wie mit Nadel und Faden. Fischfressende Vögel nutzen ihren Schnabel wie eine Harpune oder Zange, während andere Arten mit scharfen Schnabelkanten Pflanzen abschneiden, fast wie mit Messer oder Schere.
Am Ende wurde deutlich: Jede Schnabelform ist perfekt an die Ernährung der jeweiligen Vogelart angepasst. Der Schnabel ist für Vögel also nicht nur ein Werkzeug zum Fressen – er ist ein echtes Allround-Tool für den ganzen Vogelalltag! Die JuNas konnten so feststellen, wie geschickt und vielfältig Vögel ihr „Werkzeug“ einsetzen – ein spannender Einblick in die heimische Vogelwelt.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Dann durfte es endlich ans „Matschen“ gehen: Gemeinsam wurde besprochen, welche Zutaten in eine gute Futtermischung gehören, bevor diese nach und nach in einer großen Schüssel vermengt wurden. Als Bindemittel kam tierisches Fett zum Einsatz, das den Vögeln im Winter wichtige Energie liefert. Alternativ eignet sich auch Kokosfett. Damit das Futter bei Sonnenschein oder höheren Temperaturen nicht zu schnell auseinanderfällt, wurde dunkles Mehl untergemischt. Ergänzt wurde die Mischung durch verschiedene Kerne und Körner – darunter Weizen, Hafer, Hanf sowie geschälte und ungeschälte Sonnenblumenkerne. Auch Erdnüsse und Mehlwürmer durften nicht fehlen. So entstand eine energiereiche Mischung, mit der die Jungen Naturwächter den Vögeln gezielt durch die kalte Jahreszeit helfen können.
Ben und die Mitarbeitenden der Naturschutzstation hatten im Vorfeld Haselnussstangen vorbereitet und mehrere große Löcher hineingebohrt, die später mit der Futtermischung gefüllt werden konnten. Am oberen Ende jeder Stange wurde zudem ein Loch gebohrt, durch das ein Strick gezogen werden konnte, um die Futterstangen aufzuhängen. Hier halfen sich die JuNas sogar gegenseitig, indem sie zeigten, wie man einen geeigneten Knoten in den Strick bekommt – darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut.
So durfte sich jedes Kind eine Haselnussstange aussuchen und diese sorgfältig mit dem selbst hergestellten Vogelfutter befüllen. Wichtig war, die Mischung fest in die Bohrlöcher zu drücken, damit sie nicht herausfällt. Auch hierbei wurde, sehr zu unserer Freude, fleißig zusammengearbeitet.
Dank des winterlichen Wetters konnte am Ende der Veranstaltung jede*r seine Futterstange direkt mit nach Hause nehmen und den Eltern vom Vorgehen berichten. Die Stangen sind wieder befüllbar, sofern man sie gut pflegt und sie nicht zu stark verwittern. So können die Jungen Naturwächter ihren gefiederten Gästen immer wieder eine kleine, leckere Wintermahlzeit bereiten.
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Vielen Dank an dieser Stelle an die Mitarbeiter der Naturschutzstation Chemnitz für die Vorbereitung der Futterstangen.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.