(B. Franke
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
An diesem Mittwochnachmittag erlebten wir JuNas etwas ganz Besonderes: unsere erste wissenschaftliche Vogelberingung! Treffpunkt war der Kaninchengrund in Chemnitz-Ebersdorf, wo uns der erfahrene Ornithologe Klaus Müller empfing. In seinem Leben hat er bereits tausende Vögel beringt – und genau diese Arbeit durften wir heute miterleben. Unterstützt wurde er von seiner Frau sowie von Herrn Börner, dem Abteilungsleiter der Unteren Naturschutzbehörde Chemnitz. Er ist nicht nur ein leidenschaftlicher Vogelkenner, sondern auch für unser JuNa-Programm mitverantwortlich – und wollte die JuNas des Grundkurses unbedingt einmal persönlich kennenlernen. Auch er besuchte in seiner Jugend die Station „Junge Naturforscher“ im Botanischen Garten und weiß daher aus eigener Erfahrung, wie wichtig Umweltbildungsangebote und Artenkenntnis für naturinteressierte Kinder und Jugendliche sind. Hier werden die Grundlagen für späteres Engagement im Naturschutz gelegt.
Von den beiden Ornithologen erfuhren wir, warum Vogelberingung so wichtig ist: Nur durch sie lässt sich herausfinden, welche Vogelarten den Kaninchengrund während ihres Zuges nutzen. Auf lange Sicht soll dieses schöne Gebiet sogar als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden – dafür müssen die vorkommenden und durchziehenden Arten genau erfasst werden. Für uns war es unglaublich spannend, den Vögeln so nah zu kommen und den Fachleuten bei ihren routinierten Handgriffen über die Schulter zu schauen. Alles verlief dabei so stressfrei wie möglich für die gefangenen Tiere – und wir JuNas konnten hautnah erleben, wie Wissenschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Schon bei ihrer Ankunft entdeckten die Jungen Naturwächter die zwischen den Gebüschen aufgestellten Fangnetze. Diese wurden regelmäßig kontrolliert – und tatsächlich hatten sich einige Vögel darin verfangen. Um die Tiere nicht unnötig zu stressen, war es wichtig, sich ganz leise zu verhalten. Die erfahrenen Ornithologen befreiten die Vögel behutsam aus den Netzen und setzten sie für den Transport in kleine Stoffbeutel, in denen sie ganz ruhig blieben.
Die JuNas durften anschließend den besonders verantwortungsvollen Transport zum Beringungstisch übernehmen – ein Erlebnis, das sie mit großem Stolz erfüllte. Nun war die Spannung groß: Welche Arten würden uns wohl ins Netz gegangen sein, und wie genau läuft eine Beringung ab? Natürlich freuten sich alle auch schon darauf, einen der Vögel nach getaner Arbeit vorsichtig auf die Hand gesetzt zu bekommen und ihn wieder in die Freiheit fliegen zu lassen – ein Naturerlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Am Beringungstisch konnten die Teilnehmenden die Arbeit der Ornithologen aus nächster Nähe verfolgen. Jeder Vogel wurde behutsam aus dem Beutel genommen, erhielt einen individuellen Kennring und wurde anschließend vermessen, gewogen und auf seinen Ernährungszustand überprüft. Die Leichtigkeit der Handgriffe beim Umgang mit diesen Zarten Geschöpfen beeindruckte die Zuschauer dabei sehr. Die Vögel ließen das Prozedere dabei ruhig über sich ergehen. Die JuNas unterstützten beim Notieren der Daten und erhielten spannende Informationen zu den einzelnen Vogelarten. So waren sie aktiv in den wissenschaftlichen Prozess eingebunden.
Die gesammelten Daten sind von großer Bedeutung: Sie liefern wertvolle Erkenntnisse über die verschiedenen Arten und ihr Zugverhalten. Ohne solche Informationen hätten Wissenschaftler und Naturschützer keinen Überblick über die Verbreitung oder Gefährdung einzelner Vogelarten – eine wichtige Grundlage, um gezielte Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen entwickeln zu können.
(L. Heinrich
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Den Höhepunkt der Aktion bildete die Freilassung der Vögel: Jeder JuNa durfte einen beringten Vogel wieder in die Freiheit entlassen. Die Aufregung war groß, denn viele hatten zuvor noch nie einen so kleinen und zarten Vogel auf der Hand gehalten. Manche flatterten sofort los, andere blieben noch einen Moment sitzen, ehe sie plötzlich Zuflucht im nächsten Gebüsch suchten. Für die jungen Naturschützer war dies eine besonders eindrucksvolle Erfahrung, die ihr Verständnis für die Arbeit der Ornithologen und den Schutz von Vögeln nachhaltig vertiefte. Nebenbei lernten die JuNas auch einige neue Arten kennen: etwa die Klappergrasmücke (Sylvia curruca), den Zilpzalp (Phylloscopus collybita) und die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla). Bei letzterer konnten sogar beide Geschlechter beobachtet werden – die Männchen mit schwarzer, die Weibchen mit brauner Kappe. Auch einige häufige Meisen gingen ins Netz und erhielten ihre Kennringe. Alle Vögel überstanden die Prozedur unversehrt und konnten wieder in die Freiheit entlassen werden. Währenddessen gab es noch weitere Naturbeobachtungen: Ein Turmfalke (Falco tinnunculus) jagte über dem Gelände, Spechte flogen vorbei – darunter sogar ein eher seltener Schwarzspecht (Dryocopus martius). Zum Abschluss bedankten wir uns herzlich bei den Ornithologen für die einmalige Gelegenheit, ihre Arbeit im Naturschutz hautnah mitzuerleben. Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck kehrten die JuNas nach Hause zurück – bestimmt voller Freude und mit Geschichten, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Wir danken den Vogelfreunden des Vereins Sächsischer Ornithologen sowie der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Chemnitz herzlich dafür, dass sie den Jungen Naturwächtern die Teilnahme an der diesjährigen Vogelberingung im Kaninchengrund ermöglichen.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter an der kommunalen Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstraße 192) finden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.