(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Die Sommerferien sind vorbei und in der Naturschutzstation sind die JuNas wieder aktiv! Nach sechs langen Ferienwochen gab es für viele ein freudiges Wiedersehen – und sogar ein paar neue Gesichter waren dabei. Deshalb starteten wir diesmal mit einer etwas anderen Vorstellungsrunde. Beim Kennenlernspiel interviewten sich jeweils zwei JuNas gegenseitig. Dabei wollten wir unter anderem erfahren, wie sie heißen, wie alt sie sind, welche Schule sie besuchen, wie lange sie schon bei den Jungen Naturwächtern dabei sind und welche Veranstaltung bisher ihre liebste war oder worauf sie sich in Zukunft besonders freuen. Gar nicht so einfach war dabei die Frage nach der Lieblingsveranstaltung – schließlich ist bei den JuNas in den vergangenen Monaten schon einiges passiert! So stellte sich heraus, dass einige bereits seit mehr als eineinhalb Jahren dabei sind, während andere erst seit wenigen Monaten mitmachen oder sogar an diesem Tag zum ersten Mal dabei waren. Beim anschließenden Vorstellen der Interviewpartner wurde außerdem deutlich: Unsere unterschiedlichen Veranstaltungen kommen bei den JuNas gut an, doch ein ganz besonderer Favorit ist und bleibt offenbar das gemeinsame Müllsammeln. Das freut uns natürlich sehr! Denn wir hoffen, dass die JuNas nicht nur bei unseren Aktionen, sondern auch gemeinsam mit ihren Familien beim Spaziergang aufmerksam sind, herumliegenden Müll mitnehmen und anschließend richtig entsorgen. So können wir alle ein kleines Stück dazu beitragen, unsere Umwelt sauberer zu halten.
(L. Heinrich
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Nach dieser besonderen Vorstellungsrunde ging es dann mit dem eigentlichen Tagesthema weiter: die Wiese. Ausgerüstet mit Becherlupen und Keschern machten wir uns endlich auf den Weg nach draußen. Auch der langsam einsetzende Nieselregen konnte die Vorfreude nicht trüben. Bevor es losging, wurden noch einmal die wichtigsten Regeln für das Keschern besprochen. Denn bei aller Begeisterung für die vielen kleinen Wiesenbewohner darf man nicht vergessen: Auch auf einer Wiese können Gefahren lauern – und wir selbst können für die Tiere eine Störung darstellen. Beim Keschern und Beobachten müssen wir deshalb vorsichtig vorgehen, Tiere nur so kurz wie nötig fangen und sie anschließend wieder an ihrem Fundort freilassen. Auch die Pflanzen und die übrige Wiesenvegetation sollen möglichst geschont werden. Besonders wichtig war diesmal außerdem: Die Wiese gehört einem Landwirtschaftsbetrieb und wird zur Futtergewinnung genutzt. Wir sind dort nur zu Gast und dürfen diesen Lebensraum für unsere Entdeckungen nutzen. Deshalb gehört es auch dazu, sich entsprechend zu verhalten, nichts liegen zu lassen und die Wiese so ordentlich zu hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben. Naturschutz bedeutet schließlich nicht nur, Tiere zu entdecken und kennenzulernen, sondern auch, ihren Lebensraum zu respektieren.
Die JuNas, die bereits Erfahrung damit hatten, zeigten den neuen Teilnehmern, wie man den Kescher richtig schwingt und die Tiere vorsichtig fängt, ohne ihnen oder dem Kescher zu schaden. Dann ging es auf die Wiese – und schon nach kurzer Zeit landeten die ersten Grashüpfer und Schmetterlinge in den Keschern und anschließend zur genaueren Betrachtung in den Becherlupen. Die Funde wurden untereinander verglichen und immer wieder dieselben Arten entdeckt. Genau dabei lässt sich der Blick für kleine Unterschiede und wichtige Merkmale schulen, die später bei Bestimmungsübungen eine große Hilfe sind. Auch wenn die JuNas eine Art noch nicht genau benennen konnten, konnten sie oft schon erklären, woran sie die Tiere von anderen Arten unterscheiden würden. Ben und Linda halfen anschließend bei der genaueren Bestimmung und erklärten, warum die verschiedenen Tiere gerade auf der Wiese zu finden sind.
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Besonders häufig begegneten uns verschiedene Weißlinge und Grashüpfer. Mit dabei waren der Kleine und Große Kohlweißling sowie der Grünader-Weißling. Sie gehören zu den häufigen Tagfaltern unserer Wiesen und Gärten. Auf den ersten Blick sind sie durch ihre weißen Flügel und die dunklen Zeichnungen gut als Weißlinge zu erkennen – die genaue Art zu unterscheiden, erfordert allerdings schon einen genaueren Blick. Deshalb wurden die Schmetterlinge vorsichtig in die Becherlupen gesetzt, sodass die JuNas die feinen Unterschiede in Ruhe vergleichen konnten. Auch der Gemeine Grashüpfer und der Wiesengrashüpfer gehören zu den typischen Bewohnern von Wiesen. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen können sie weite Sprünge machen – und genau das konnten die JuNas beim Beobachten und Keschern selbst erleben. Außerdem entdeckten wir Graszünsler, kleine Schmetterlinge, deren Raupen sich von Gräsern ernähren, sowie zur großen Freude der JuNas verschiedene Bläulinge. Bei ihnen lohnt sich ebenfalls ein genauer Blick, denn neben den meist blau gefärbten Männchen können die Weibchen je nach Art deutlich dunkler oder bräunlich gefärbt sein. Dazu kam eine Gammaeule, die ihren Namen den silbrig-weißen Zeichnungen auf den Vorderflügeln verdankt. Ganz zum Schluss gelang noch ein besonders schöner Fund: ein Kleiner Feuerfalter. Mit seiner leuchtend orange- bis feuerroten Färbung gehört er zu den auffälligsten Vertretern der Bläulinge und war ein toller Abschluss unserer Wiesen-Safari.
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus)
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Gammaeule (Autographa gamma)
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades)
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Noch ein Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus) etwas anders gefärbt.
Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(B. Franke
/
Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Ein besonderer Dank gilt dem Wirtschaftshof Euba, der uns die Erlaubnis gegeben hat, die Wiese für diese Veranstaltung zu nutzen. Die extensive Bewirtschaftung der Wiese schafft wertvolle Lebensbedingungen für zahlreiche Pflanzen, Insekten und andere Wiesenbewohner und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt in Chemnitz-Adelsberg. Für die JuNas ist es eine tolle Möglichkeit, einen solchen Lebensraum direkt vor Ort kennenzulernen und dabei gleichzeitig zu erfahren, warum eine schonende Bewirtschaftung für den Erhalt artenreicher Wiesen so wichtig ist.
So wurde aus dem ersten JuNa-Treffen nach den Sommerferien eine abwechslungsreiche Mischung aus Kennenlernen, Wiedersehen, Naturbeobachtung und praktischer Artenbestimmung. Und auch wenn das Wetter nicht ganz mitspielte, zeigte sich wieder einmal: Auf einer Wiese gibt es selbst bei Nieselregen jede Menge zu entdecken!
Besonders beeindruckt hat uns an diesem Tag unser Gastkind, das bereits erstaunlich viele der gefundenen Schmetterlingsarten selbst bestimmen konnte. Normalerweise sind es Ben und Linda, die bei den JuNas mit spannenden Entdeckungen und den Geheimnissen der Natur für Staunen sorgen. Diesmal wechselten die Rollen: Mit ihrem erstaunlichen Wissen über die Schmetterlinge brachten die Kinder ihre Gruppenleitenden zum Staunen. Ein schöner Beweis dafür, dass bei den JuNas nicht nur gemeinsam gelernt und entdeckt wird, sondern auch jedes Kind sein eigenes Wissen und seine ganz persönlichen Stärken mitbringt.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.