21.10.2022 AG Chemnitzer NATUREntdecker: Igel - unsere stachligen Gartenbewohner
Am Freitag, den 21.10.2022, traf sich die AG Chemnitzer NATUREntdecker wieder in der Naturschutzstation. Thema des Tages waren unsere heimischen Igel. Matthias Rodig hat dafür extra ein Igelpräparat aus dem Naturkundemuseum ausgeliehen, damit wir uns einen Igel mal aus nächster Nähe betrachten konnten. Den meisten Naturfreunden ist nicht bekannt, dass es zwei Igelarten in Deutschland gibt. Die häufigste Art ist der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus). Weniger häufig ist der Nördliche Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus) oder Osteuropäische Igel genannt. Wir sprachen mit den Teilnehmenden darüber, wie diese heimlichen Gesellen leben und wie das mit ihrem Stachelkleid funktioniert.
Bei einem kurzen Film erfuhren wir, dass Igelkinder schon mit ihren Stacheln geboren werden. Aber diese sind bei der Geburt noch ganz weich und verletzten die Mutter daher nicht. Zudem erfuhren wir, wie viele Stacheln ein ausgewachsener Igel besitzt und dass diese spitzer sind als Stecknadeln. Das Stachelkleid können sie geschickt zur Abwehr von Fressfeinden einsetzen, indem sie sich bei Gefahr einfach zusammenrollen. Jedoch bewirkt ihr Schutzreflex im Straßenverkehr genau das Gegenteil und so werden jedes Jahr mehrere tausend Igel Opfer von Autos. Zudem wird es für Igel immer schwerer geeignete Lebensräume zu finden. In den Gärten und Parks finden sie immer weniger Nahrung und es kommen immer neue Gefahren durch den Menschen hinzu - Stichwort: Rasenmähroboter. Wir besprachen also, wie ein igelfreundlicher Garten aussehen sollte und hörten uns mal die Geräusche an, die Igel in der dunklen Nacht von sich geben. Da mussten alle erstmal kräftig lachen, denn es klang eher wie bei einem Wildschwein.
Im zweiten Teil besprachen wir die Überwinterungsstrategie der nächtlichen Räuber. Da sie sich vorwiegend räuberisch ernähren, würden sie im Winter natürlich nur wenig Nahrung finden. Daher versucht der Igel sich im Herbst einen Fettvorrat anzufressen um dann die kalten Wintermonate einfach zu verschlafen. Was man Igeln in dieser Zeit füttern kann und wie man ihnen noch helfen kann klärten wir gemeinsam mit Matthias Rodig, einem erfahrenen Naturschutzhelfer, welcher schon viele Wildtiere großgezogen und aufgepeppelt hat. Zur Überwinterung braucht ein Igel aber noch einen geeigneten Unterschlupf. Daher zimmerten wir mit Unterstützung von Matthias gemeinsam ein Igelhäuschen zusammen. Alle durften beim Zusammenbau helfen und im Nu hatten wir das Igelhaus fertig. Dieses werden wir an einer geeigneten Stelle im Garten der Naturschutzstation aufstellen und hoffen, dass dort mal ein Igel einziehen wird.
Unser Dank gilt Matthias Rodig für seine Mühen bei der Vorbereitung und beim Zusammenbau des Igelhauses. Dank ihm lernten die Teilnehmerinnen nicht nur viel über Igel, sondern auch den Umgang mit Hammer und Nagel.
Bedanken wollen wir uns auch beim Museum für Naturkunde für die Bereitstellung des Igelpräparates.