02.12.2022 AG Chemnitzer NATUREntdecker: Wintervogelfütterung
Der Buntspecht (Dendrocopos major) bleibt den Winter über im Brutgebiet und nimmt daher gerne Futterangebote in den Gärten an. So kann man ihn auch zur Stunde der Wintervögel im Januar häufig beobachten und melden.
(Benjamin Franke)
Vortrag - Winterfütterung von Vögeln
Wie kann man Vögeln im Winter helfen
Unser heutiger Referent und Ornithologe Kai Schaarschmidt erklärte den Teilnehmenden der AG Chemnitzer NATUREntdecker was man für Vögel im Winter tun kann und was es dabei zu beachten gibt.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)
An diesem Tag beschäftigten wir uns mit dem Thema Vögel und speziell mit der Fütterung im Winter. Durch die niedrigeren Temperaturen verbrauchen sie deutlich mehr Energie und müssen dies natürlich durch ausreichend ernergiereiche Nahrung ausgleichen. Häufig finden sie aber in unserer "aufgeräumten" Landschaft zu wenig Futter. Auch in unseren Städten, besonders den Vorgärten, dominieren Rasenflächen und Thujahecken, sodass sie kaum geeignete Nahrung finden. Viele Menschen füttern daher gerne im Herbst und Winter um den Vögeln etwas Gutes zu tun. Dennoch ist dieses Thema auch in Naturschutzkreisen umstritten, vorallem die ganzjährige Vogelfütterung. Denn eine übertriebene Fütterung kann auch zu Problemen führen. Verschmutzung, Verbreitung von Krankheiten und das Anlocken von Futterschmarotzern führt mit unter zu einigen Problemen, welche wir auch in diesem Vortrag ansprechen wollten. Aus Sicht des Naturschutzes wäre eine ökologische Gestaltung unserer urbanen Landschaft sinnvoller, damit wir Vögel gar nicht erst füttern müssten und somit die Probleme mit der Verbreitung von Krankheiten, Scheibenschlag und Anlocken von Futterschmarotzern gar nicht erst auftreten würden.
Welche Vögel nutzen die Fütterung und was fressen sie
Welche Vögel können wir bei der Winterfütterung beobachten und wer frisst was? Der Vortrag diente also auch der Vermittlung von Artenkenntnissen.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)
Gleichzeitig nutzten wir den Vortrag, um die Artenkenntnisse der Teilnehmenden zu erweitern und etwas über die Ernährung der verschiedenen Vogelarten zu vermitteln, damit man bei einer Fütterung auch die richtigen Sorten im Angebot hat. Amsel beispielsweise kann man mit einem Apfel auf dem Boden eine Freude machen, während Meisen gerne an fettreicher Nahrung picken. Dabei hängen sie sich auch gerne mal von unten an einen Meisenknödel, was Kai uns auf seinen tollen Fotos auch eindrucksvoll zeigte. Auch das Thema Hygiene am Futterplatz und Trinkstellen wurde besprochen. Mit seinen tollen Fotos von Fütterungen in seinem Garten geschossen hat, konnten wir auch nicht alltägliche Vogelarten kennenlernen. Aber auch die Vogelpräparate der Naturschutzstation kamen hier zum Einsatz um auch mal einen Vogel im Original zu zeigen. Die Teilnehmenden der AG Chemnitzer NATUREntdecker kannten sich schon ziemlich gut aus. Der Unterschied zwischen Haus- und Feldsperling ist den Teilnehmenden nun bekannt und sie können beide Arten nun unterscheiden. Bei den Fotos und dem Präparat des Buntspechts stellten die Teilnehmenden einen Unterschied fest. Kai erklärte uns, dass Männchen anhand des roten Nackenflecks von den Weibchen zu unterscheiden sind. Aber der Vogel auf dem Bild hatte eine rote Kopfplatte! Auch dieses Rätsel lösten wir gemeinsam. Es handelte sich nämlich um einen Jungvogel. Auch den Sperber zeigte uns Kai, sowohl auf einigen Fotos, als auch als Präparat. Denn dieser Vogel findet sich auch häufig an Futterstellen ein um sich einen der Besucher zu schnappen. Hier berichtete uns Kai eindrucksvoll von seiner sehr geschickten Jagdmethode und seinem Verhalten nachdem Beutschlagen, dem Manteln. Auch Wintergäste wie Schwanzmeisen, Heckenbraunellen und Bergfinken lernte wir in dem Vortrag kennen. Nun können wir sicherlich bei unserer nächsten Vogelbeobachtung noch mehr Arten sicher bestimmen.
Vielen Dank an Kai für seinen tollen Vortrag.
Meisenknödel und Futterhilfen selber mit Fettfutter füllen
(Benjamin Franke/Linda Heinrich
/
Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)
Unser Thema Wintervogelfütterung ist auch angebracht gewesen, da zu diesem Zeitpunkt die Temperaturen gesunken waren und es sogar schon geschneit hatte. Im zweiten Teil der Veranstaltung konnte sich jeder selber Meisenknödel herstellen und Futtersäulen befüllen. Dabei wollten wir nur auf Naturmaterialien zurückgreifen, damit nicht wie bei klassischen Meisenknödeln im Netz, später Plastik in der Natur herumliegt. Dafür hatte Kai schon Birkenstücke zurechtgesägt, Aufhängungen angebracht und Löcher gebohrt, welche wir nun mit Leckereien für Vögel versehen konnten. Auch die Meisenknödel stelten wir selber her. Dazu verwendeten wir sowohl pflanzliches, wie auch tierisches Fett. Letzteres bringt wohl den Vögel im Winter noch mehr Energie. Dem Fett mischten wir verschiedne Sämereien und Kerne unter. Damit das Fett bei etwas höheren Temperaturen nicht gleich wegschmilzt, kam noch etwas Vollkornmehl für die Bindung dazu. Die Knödel haben wir dann selber geformt. Linda und ihre Mutti hatten uns sogar für Anschauungszwecke ein paar aus Weidenzweigen selbstgebastelte Meisenknödelhalter gebastelt. So kann man ruhigen Gewissens die Futtersäulen und Meisenknödel im Garten, im nahen Wald/Park oder auf dem Schulhof aufhängen. Ziel war es, den Teilnehmenden zu zeigen, wie man den Vögeln im Winter helfen kann und wie man auch selber Vogelfutter herstellen bzw. für die verschiedenen Arten ausbringen kann.
Ein Spaß für Groß und Klein und die Vögel freuen sich
Der Eichelhäher war sicherlich auch sehr an unserem heutigen Thema interessiert. Er ist ein fleißiger Besucher des Vogelhäuschens in der Naturschutzstation Chemnitz und kann hier gut beobachtet werden.
Auch mit Pflanzenfett kann man Meisenknödel herstellen. In diesem Fall haben wir Kokosfett genommen, welches sich etwas aufgewärmt gut verarbeiten lässt.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz /BUND RG Chemnitz)
Garniert mit Kernen und Sämereien wird daraus leckeres Wintervogelfutter mit ausreichend Energie für kalte Tage.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz /BUND RG Chemnitz)
Um Plastiknetze zu vermeiden, welche auch ein Risiko für die Besucher sind oder nach der Fütterung in der Natur herumliegen, kann man auch Tontöpfe oder Kokosnussschalen mit dem selbsgemachten Futter füllen. Ein Stock zum Landen und fertig ist die Futterhilfe.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz /BUND RG Chemnitz)
Das Arbeiten mit Fett und Vogelfutter macht allen viel Spaß und jeder konnte etwas für seine Vögel zuhause mitnehmen.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz /BUND RG Chemnitz)
Ein besonderer Spaß für Groß und Klein.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz /BUND RG Chemnitz)
Auch die vorbereiteten Futtersäulen wurden ordentlich gefüllt. Sie wurden aus Birkenästen hergestellt und sind auch zuhause von jedermann leicht selbst herzustellen.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz /BUND RG Chemnitz)
Für alle war genug da. So konnten zahlreiche Futterhilfen gefüllt werden.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz /BUND RG Chemnitz)
Das Ergebnis: Meisenknödel, gefüllte Kiefernzapfen, Tontöpfe und Birkenstämme. Alles selbst von jedermann zuhause herstellbar.
(Benjamin Franke
/
Junge Naturwächter Chemnitz /BUND RG Chemnitz)