BUND Regionalgruppe Chemnitz
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Heute zu Gast: Pilzcoach Wolfgang Friese vom Verein "Pilzfreunde Chemnitz e.V."

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Zu dieser Veranstaltung bekamen wir Besuch von Pilzcoach Wolfgang Friese. Denn wenn sich einer mit Pilzen und deren Verwendung auskennt, dann er! Mit den Jungen Naturwächtern stand an diesem Freitag das Färben mit Pilzen auf dem Plan. Zur Anschauung hatte unser Gast eine beachtliche Sammlung an gefärbter Wolle mitgebracht, bei der man die Vielfalt der Farben erkennen konnte, die mit Pflanzen und Pilzen gewonnen werden kann. Schon bei der Vorbereitung der Veranstaltung war die Neugierde der Jungen Naturwächter der AG Chemnitzer NATUREntdecker und der Eltern bereits so groß, dass unser Pilzcoach zahlreiche Fragen beantworten durfte. Viel mehr macht es aber allen JuNas Spaß, wenn sie selber ausprobieren können, wie das Färben mit Naturfarben funktioniert. Also konnten alle in dieser Veranstaltung ein großes Seidentuch färben. Wie genau dies funktioniert, erfuhren sie so aus erster Hand vom Pilzexperten und Buchautor.

Ein Pilz bringt Farbe ins Spiel: Der Kiefern-Braunporling

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Unser Gast brachte für den Workshop einen ganz besonderen Pilz mit: den Kiefern-Braunporling. Dieser unscheinbare Pilz, der auf Baumstümpfen oder totem Holz wächst, hat eine faszinierende Eigenschaft – er enthält natürliche Farbstoffe, mit denen man Stoffe nachhaltig färben kann. Zu Beginn bereitete der Pilzcoach einen Farbsud vor. Dafür hatte er bereits geschnittene Pilzstücke mitgebracht, die die JuNas in ein Wäschenetz füllen durften. Das wurde dann in einem großen Topf mit Wasser erhitzt. Während der Sud köchelte und langsam eine kräftige Farbe annahm, erklärte Wolfgang Friese, wie der Pilz seine Farbstoffe abgibt und wie solche Färbemethoden schon früher genutzt wurden. Für die JuNas war es spannend zu erfahren, dass man Farben aus der Natur gewinnen kann, ohne Chemikalien zu verwenden.

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Vorbereitungen für die Färberei

Jedes Kind erhielt ein vorgebeiztes Seidentuch. Das Beizen (eine Behandlung des Stoffes vor dem Färben) ist wichtig, damit die Farben aus dem Pilzsud besonders gut an den Fasern des Seidentuchs haften. Doch bevor die Tücher in den Sud getaucht wurden, durften die JuNas ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Aufgabe: Knoten ins Tuch machen! Ob ein großer Knoten in der Mitte oder viele kleine Knoten – jedes Kind konnte sein Tuch individuell gestalten. So macht Umweltbildung natürlich besonders Spaß. Dabei sollten sich alle genau merken, wie die Knoten gelegt wurden, damit sie später ihr eigenes Tuch wiedererkennen konnten. Und dann hieß es ab in den Pilzsud. Bereits ein kurzes Eintauchen zeigte dabei schon, wie gut der Pilzsud funktionierte. Alle waren natürlich schon gespannt, wie ihre Tücher nach dem Färben aussehen werden. Doch der Färbeprozess nimmt etwas Zeit in Anspruch. Vor allem, wenn so viele Tücher gleichzeitig gefärbt werden sollen, denn an dieser Veranstaltung wollten natürlich sehr viele JuNas teilnehmen, worüber wir uns und natürlich auch Pilzcoach Wolfgang Friese sehr gefreut haben.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Tinte aus Pilzen? Auch das ist möglich

Nachdem die Tücher in den kochenden Pilzsud gegeben worden waren, hieß es Geduld haben. Doch die Zeit wurde nicht ungenutzt gelassen! Während der Farbsud die Tücher durchdrang, beschäftigten sich die Kinder mit einer weiteren spannenden Aktivität: dem Schreiben mit Pilztinte. Dafür kam der Schopftintling ins Spiel. Ein Pilz, der bei seiner Zersetzung eine tiefschwarze, tintenähnliche Flüssigkeit absondert. Zugegeben, die Tinte riecht etwas streng, aber eignet sich hervorragend zum Schreiben oder Malen. Als „Schreibpapier“ dienten dünn geschnittene und zuvor getrocknete Scheiben des Birkenporlings. Es war faszinierend, wie Naturmaterialien, die unscheinbar wirken, so vielseitig genutzt werden können. Als Schreibgeräte dienten den JuNas Vogelfedern oder Pinsel, was natürlich erst einmal etwas ungewohnt war, da man die Schreibgeräte, anders als moderne Füllfederhalter, erstmal abtupfen und ständig nachfüllen musste. Somit machten alle in dieser Veranstaltung eine kleine Zeitreise und lernten, wie sich die Menschen früher mit natürlichen Mitteln zu helfen wussten. Es entstanden lauter kleine Kunstwerke auf den Pilzscheiben und heraus kamen Namensschilder, Türschilder, Wohnungsdekorationen oder Weihnachtsgeschenke. Auf jeden Fall waren es alle Unikate und den JuNas hat diese Beschäftigung viel Spaß gemacht. Wer keine Lust auf was Kreatives hatte, schnappte sich einfach mal ein Pilzbuch und informierte sich über die Vielfalt der Pilze. Schließlich sind sie nach den Tieren die zweitartenreichste Organismengruppe und können in den unterschiedlichsten Formen vorkommen. Gut, dass wir mit den "Pilzfreunden Chemnitz" und Pilzcoach Wolfgang Friese geeignete Ansprechpartner für diese Thematik haben.

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Passend zur Veranstaltung wurde hier ein Schild mit einem Pilz gestaltet.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Hier mag wohl einer Eulen oder soll dies die JuNa-Eule sein?  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Kleine Weihnachtsgeschenke für die Familie konnten natürlich auch gestaltet werden.  (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Der Moment der Wahrheit: Die Tücher entfalten ihre Muster

 (L. Heinrich / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Nach einiger Zeit im Pilzsud war es so weit: Die Tücher wurden aus dem Topf geholt. Der nächste Schritt war der spannendste, denn die Knoten wurden gelöst und jedes Kind entdeckte, welches Muster entstanden war. Das war etwas knifflig, da einige Knoten sehr fest waren und die Tücher noch nass, sodass sie sich nur schwer lösen ließen. Doch auch das konnte gelöst werden, da sich die Jungen Naturwächter gegenseitig geholfen haben oder im "Ernstfall" auch die Erwachsenen einspringen konnten. Die Knoten hatten verhindert, dass die Farbe an bestimmte Stellen des Stoffes drang. So entstanden helle Ringe und Linien, die die gefärbten Tücher mit einzigartigen Mustern verzierten. Somit waren alle Tücher am Ende Unikate und jeder bewunderte seine Kreation. Auch die Eltern waren erstaunt über die einmaligen Muster, die nur durch das Färben mit einem Pilz entstanden waren.

 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
 (B. Franke / Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)

Vielen Dank an Pilzcoach Wolfgang Friese für diese tolle Veranstaltung. Im nächsten Jahr werden wir uns sicherlich auch wieder mit Pilzen und deren vielfältigen Eigenschaften beschäftigen.

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter AG Chemnitzer NATUREntdecker finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.