BUND Regionalgruppe Chemnitz

23.04.2022 AG Chemnitzer NATUREntdecker: Exkursion Wildbienen an der Grundschule Siegmar

Auf den Fotos waren verschiedene Insekten zu sehen. Die Aufgabe war es nun die Wildbienen heraus zu suchen. Gar keine so einfache Aufgabe, da es über 560 Wildbienenarten gibt und diese sehr variabel in ihrem Erscheinungsbild sein können.  (Daniela Hollstein / Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)

Am 23.04.2022 lud Ben interessierte Naturfreunde zu einer kleinen Wildbienenexkursion an der Grundschule Siegmar ein. Auch Teilnehmer der AG Chemnitzer NATUREntdecker waren mit ihren Familien gekommen, um sich über Wildbienen zu informieren und vor Ort zu beobachten. Hier gibt es eine große Kolonie (Aggregation) von Sandbienen zu bestaunen. Die Grünfläche vor der Grundschule bietet den Sandbienen ideale Bedingungen für ihre Nester und man kann sie bei ihrem Treiben wunderbar beobachten. Zunächst gab es erstmal eine kleine Einführung zum Thema Wildbienen. Wie viele Arten gibt es, wie ist deren Lebensweise und warum sind sie gefährdet. Natürlich wurde auch vermittelt, was jeder für den Schutz und Erhalt von Wildbienen tun kann. Danach waren die Teilnehmenden gefragt Wildbienen anhand von Fotos von Honigbienen und anderen Insekten herauszufinden. Ben hatte dazu zahlreiche Fotos aus seinen Beobachtungen im Stadtgebiet mitgebracht. Wie sich zeigte, war diese Aufgabe für ungeübte Naturfreunde gar nicht so einfach. Das Aussehen und die Größe der Wildbienen ist ziemlich unterschiedlich. Dazu kommt noch, dass sich Wildbienen und andere Insekten als etwas anderes ausgeben (Mimikry) als sie wirklich sind. So sehen die Wespenbienen, welche richtige Wildbienen sind und zu den Kuckucksbienen zählen, eher wie Wespen aus als nach Bienen. Dafür gibt es wiederum auch andere Insekten, wie zum Beispiel die Schwebfliegen, welche auf den ersten Blick wie Bienen aussehen, damit sie für Fressfeinde unattraktiv wirken. Dann sind auch noch die Holzbienen, welche von ihrer Größe und ihrer dunklen Erscheinung eher wie Hummeln wirken. Es war gar nicht so einfach die Wildbienen herauszufinden. Aber gemeinsam haben wir es dann geschafft.

Dann ging es endlich auf Wildbienensuche unter den Buchen vor der Grundschule. Allerdings ist suchen hier eine Übertreibung, denn die gesamte Fläche ist voller Sandbienennester. Überall sieht man kleine Erdhügel mit frisch ausgeworfener Erde. Zudem ist ein ständiges Kommen und Gehen von Sandbienen zu beobachten gewesen. Denn jede Sandbiene ist für den Bau des Nestes, die Pollensuche und die Eiablage selbst verantwortlich, weshalb sie auch als Solitärbienen bezeichnet werden. Über und an den Nestern waren auch zahlreiche Kuckucksbienen zu beobachten, welche, wie der Name schon sagt, auf eine passende Gelegenheit warteten ihre Eier in fremde Nester zu schmuggeln. Die Teilnehmenden staunten nicht schlecht über die Vielfalt an dieser Wildbienenkolonie und waren sehr begeistert Wildbienen so gut beobachten zu können. Gleichzeitig lernten die Teilnehmenden, worauf sie bei der Wildbienensuche achten müssen und wo sie suchen können. Aus unserer Sicht war es eine gelungene Veranstaltung. Einige Dinge sind den Chemnitzer NATURENtdeckern auch im Kopf geblieben, wie sich auch bei späteren Veranstaltungen zeigte. Für uns war es wichtig, bei allen das Interesse für Wildbienen zu wecken und sie für den Schutz dieser so wichtigen Insektengruppe zu sensibilisieren. Denn ohne Wildbienen würde es viele Pflanzen nicht geben und ohne die Pflanzenvielfalt würde es auch weniger Wildbienenarten geben. Auch unsere Ernteerträge hängen von den Bestäubern ab und haben somit einen direkten Einfluss auf unser Leben.     

 

Manch eine Wildbiene, wie diese Furchenbiene, ließ sich in Ruhe betrachten. Die Teilnehmer waren auch sehr erstaunt, wie klein manche Wildbienen sind.  (Linda Heinrich / Junge Naturwächter Chemnitz)
An dieser Fläche die häufigste Art: Weiden-Sandbiene (Andrena vaga), welche auf Weidenpollen spezialisiert ist und nur zur Weidenblütezeit anzutreffen ist.  (Linda Heinrich / Junge Naturwächter)
Die Hanglage unter den Buchen bietet den Sandbienen ideale Bedingungen für die Anlage ihrer Nester. Hier an der Grundschule konnten die Teilnehmer zahlreiche Wildbienen in ihrem Lebensraum beobachten und viel wissenswertes über die artenreiche Insektengruppe erfahren.  (Daniela Hollstein / Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)
An den Abbruchkanten waren zahlreiche Wildbienennester zu finden und wir konnten verschiedene Kuckucksbienen bei ihren Versuchen beobachten in die fremden Nestern einzudringen um ein Ei hinein zu schmuggeln.  (Daniela Hollstein / Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG CHemnitz)