In dieser Woche fanden keine JuNa-Treffen am Mittwoch und Freitag statt. Stattdessen lud die Untere Naturschutzbehörde gemeinsam mit Fledermausexperte Holger Tippmann zur diesjährigen Fledermausnacht am Chemnitzer Schloßteich ein – eine schöne Gelegenheit für die JuNas, selbst auf Fledermausbeobachtung zu gehen. Einige kannten Holger Tippmann bereits von früheren Veranstaltungen: Im Frühjahr berichtete er über die Besonderheiten der Fledermäuse und führte die Gruppe zu den Winterquartieren in den Felsendomen Rabenstein. Erst kürzlich hatten die JuNas der AG Chemnitzer NATUREntdecker außerdem an einer Fledermauskastenkontrolle im Zeisigwald teilgenommen – mit der spannenden Beobachtung mehrerer Großer Abendsegler (Nyctalus noctula). Nun bot sich die Gelegenheit, die Tiere bei ihrer nächtlichen Jagd zu erleben. Der Schloßteich eignet sich dafür besonders gut, da hier regelmäßig verschiedene Fledermausarten auf Nahrungssuche gehen. Obwohl es den ganzen Tag über regnerisch war, hatten wir am Abend Glück: Zahlreiche Fledermausfreunde – darunter viele Junge Naturwächter mit ihren Familien – fanden den Weg zur öffentlichen Veranstaltung. Um die große Gruppe besser betreuen zu können, wurden zwei Teams gebildet: Während Holger Tippmann die Erwachsenen und erfahrenen Naturschützer begleitete, übernahmen Frau Vogel von der UNB Chemnitz sowie die JuNa-Akteure Ben und Linda die Kinder- und Familiengruppe.
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(UNB Chemnitz)
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Mit großem Interesse folgten die Familien auf die Schloßteichinsel, wo es mehr Platz und Ruhe abseits des städtischen Verkehrs gab. Dort erklärte Frau Vogel zunächst den Körperbau der Fledermäuse und wie man herausgefunden hat, dass sie sich auch in völliger Dunkelheit mit Hilfe ihres Echolots orientieren können. Dass Fledermäuse Insekten fressen, war dem fachkundigen Publikum bereits bekannt – für Staunen sorgten jedoch die unterschiedlichen Jagdmethoden. Um das Prinzip des Echolots anschaulich zu machen, durften die Kinder selbst aktiv werden: Freiwilligen wurden die Augen verbunden und sie mussten nur anhand von Geräuschen herausfinden, wo sich ihre „Beute“ befand. Spielerisch erfuhren sie so, wie sich Fledermäuse in der Nacht zurechtfinden. Im Anschluss berichtete Ben über den Jahreszyklus der Fledermäuse und stellte sich den zahlreichen Fragen. Überraschung löste die Information aus, dass die Paarung bereits im Herbst erfolgt, die Weibchen jedoch den Zeitpunkt der eigentlichen Schwangerschaft bis ins Frühjahr hinauszögern können.
Zur Anschauung standen zudem einige Fledermauspräparate bereit, die uns die NABU-Naturschutzstation Herrenhaide dankenswerterweise für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte. So konnten die Familien die Tiere einmal genau betrachten und feststellen, dass Zwergfledermäuse (Pipistrellus pipistrellus) tatsächlich in eine Streichholzschachtel passen würden. Trotz ihrer geringen Größe vertilgen sie dennoch bis zu 1000 Mücken in einer einzigen Nacht. Noch während der Info-Runde zeigten sich die ersten Fledermäuse am Himmel über dem Schloßteich, die bei der Jagd nach Insekten beobachtet werden konnten. Einige Besucher hatten sogar ihre Bat-Detektoren mitgebtracht, sodass wir auch ihre Rufe hören konnten. Zum Abschluss gab Ben den Tipp, Fledermäusen am besten durch naturnah gestaltete Gärten mit heimischen Pflanzen und Gehölzen zu helfen, da nur so ausreichend Insekten als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Passend dazu erhielten die Teilnehmenden kleine Saatguttütchen aus dem Projekt „iNUVERSUMM – Raum und Zeit für Insekten“.
Eine tote Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) diente zur Anschauung. Fledermäuse sind streng geschützt. Für das Präparieren benötigt man eine Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde.
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Fasziniert bestaunten die Kinder und Familien die mitgebrachten Fledermauspräparate.
(M. Fanghänel
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Junge Naturwächter / BUND Chemnitz)
Auch bei der zweiten Gruppe informierte Holger Tippmann die Teilnehmenden über die Lebensweise und das Vorkommen der heimischen Fledermäuse. Besonders die Schutzmaßnahmen standen im Mittelpunkt, da die Tiere stark unter Lebensraumverlust und Nahrungsmangel leiden. Vom Rondell des Milchhäuschens aus konnten die Fledermausfreunde mit Einbruch der Dunkelheit verschiedene Arten bei der Jagd beobachten. Darunter waren auch Wasserfledermäuse (Myotis daubentonii), die ihre Beute geschickt von der Wasseroberfläche erhaschen. Mithilfe von Bat-Detektoren wurden zudem die unterschiedlichen Ultraschallrufe hörbar gemacht. So erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Vielfalt der heimischen Fledermäuse – immerhin sind in Chemnitz 17 der insgesamt 25 in Deutschland vorkommenden Arten nachgewiesen.
Vielen Dank an die Untere Naturschutzbehörde und an Holger Tippmann für die Organisation der jährlich stattfindenden Fledermausnacht. Uns hat die Beteiligung viel Freude bereitet, und wir freuen uns über das große Interesse an den faszinierenden Tieren.
Wer eine verletzte oder hilfebedürftige Fledermaus findet, kann sich an die Untere Naturschutzbehörde des Umweltamtes Chemnitz, die Tierrettung-Chemnitz oder an die Kontaktliste der Fledermausschützer vom NABU Sachsen wenden.
Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter an der kommunalen Naturschutzstation Chemnitz (Adelsbergstraße 192) finden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.