BUND Regionalgruppe Chemnitz
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29.04.2022 AG Chemnitzer NATUREntdecker: Anlegen einer Kräuterschnecke in der Naturschutzstation

Jasmin & Linda legten gemeinsam mit den Kindern der AG Chemnitzer NATUREntdeckern eine Kräuerspirale im Garten der Naturschutzstation an. Diese soll uns mit frischen Kräutern versorgen und auch als Lebensraum für verschiedene Tiere dienen.  (Benjamin Franke / Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG CHemnitz)

Der Frühling ist nun auch in Sachsen voll angekommen – überall blüht und summt es, und die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Passend dazu haben wir bei unserer letzten gemeinsamen Veranstaltung im Garten der Naturschutzstation ein ganz besonderes Projekt umgesetzt: den Bau einer eigenen Kräuterschnecke. Mit viel Begeisterung und Teamarbeit packten alle JuNas tatkräftig mit an – vom Schaufeln der Erde bis zum Schichten der Steine. Gemeinsam haben wir Schritt für Schritt ein neues kleines Paradies für Pflanzen und Tiere geschaffen. Für diesen großartigen Einsatz möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Helferinnen und Helfern bedanken.

 

Unsere Kräuterschnecke ist zwar noch nicht ganz fertig geworden, aber wir sind mit dem Ergebnis und der Begeisterung der Kinder für das Projekt sehr zufrieden. Vielen Dank an alle Helfer.  (Benjamin Franke / Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)

Durch die verschiedenen Höhenstufen einer Kräuterschnecke entstehen ganz unterschiedliche Wärme- und Feuchtigkeitsbereiche. Dadurch lassen sich für jede Pflanze die optimalen Wachstumsbedingungen schaffen: Kräuter, die es trocken und warm mögen, wie Thymian oder Rosmarin, gedeihen in den oberen, sonnigen Bereichen. Feuchtigkeitsliebende Arten wie Schnittlauch oder Petersilie fühlen sich dagegen weiter unten, in der Nähe des Bodens, besonders wohl. So können auf kleinstem Raum viele verschiedene Kräuterarten nebeneinander wachsen – und das nicht nur zur Freude unserer Küche.

Eine Kräuterschnecke ist nämlich auch ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche kleine Tiere. Zwischen den Steinen finden Spinnen, Käfer und Asseln Unterschlupf, während die Blüten der Kräuter Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten anlocken. Selbst Eidechsen oder Erdkröten können hier einen geschützten Platz finden. So verbindet die Kräuterschnecke auf wunderbare Weise Nutzgarten und Naturschutz.

Die Bepflanzung haben wir nach dem Bau noch ergänzt – nun warten wir gespannt auf eine reiche Ernte. Was wir mit den frischen Kräutern alles zubereiten werden, bleibt noch eine Überraschung, aber schon jetzt freuen wir uns auf den Duft und das geschäftige Summen, das in unserer Kräuterschnecke herrscht.

Auch die Komposterde steckt voller Leben und wartet darauf erkundet zu werden.  (Benjamin Franke / Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)

Bei den Erdarbeiten gab es für die JuNas jede Menge zu entdecken. Besonders spannend war eine flinke Maus, die ungestört damit beschäftigt war, Pflanzenteile in ihrem Bau verschwinden zu lassen – fast wie ein kleiner Gärtner, der heimlich Vorräte anlegt. In der lockeren Komposterde wimmelte es nur so vor Leben: Regenwürmer gruben sich gemächlich durch den Boden, Asseln huschten geschäftig zwischen den Erdkrümeln umher, und sogar einige Schmetterlingspuppen kamen zum Vorschein. So wurde deutlich, dass selbst unscheinbare Ecken wie ein Komposthaufen wertvolle Lebensräume voller faszinierender Tiere sind.

Beim Anlegen der Kräuterschnecke wurde allerhand Interessantes entdeckt. Die Schnecken wurden sogar mit frischen Gurkenstücken versorgt.  (Benjamin Franke / Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)

Auch die Weinberg- und Bänderschnecken im Garten zogen die Aufmerksamkeit vieler JuNas auf sich. Geduldig wurden ihre bunten Gehäuse bestaunt und ihr langsames Dahingleiten beobachtet – so sehr, dass manche Kinder sie am liebsten als „Mitbewohner“ mit nach Hause genommen hätten. Doch wir wissen: Wildtiere gehören in ihre natürliche Umgebung, wo sie selbstständig Nahrung finden und Teil des ökologischen Gleichgewichts sind.

Ein kleines Festmahl gab es trotzdem: Aus den Frühstücksdosen spendeten die Kinder frische Gurkenstücke, die dankbar angenommen wurden. So konnten alle hautnah erleben, wie die Schnecken mit ihren feinen Raspelzungen das Gemüse abknabberten – ein faszinierender Einblick in das Leben dieser oft übersehenen Gartenbewohner.

 (Benjamin Franke / Junge Naturwächter Chemnitz / BUND RG Chemnitz)

Die Veranstaltungen der Jungen Naturwächter in der Naturschutzstation (Adelsbergstr. 192) finden in Kooperation des Umweltamtes der Stadt Chemnitz und der BUND Regionalgruppe Chemnitz statt.